Veränderungen.

Ich habe gerade eine Nachricht im StudiVz bekommen. Von jemandem den ich vor einer ganzen Weile kennengelernt habe. Damals, als ich das erste Mal in der Klinik war. Genau 2 Jahre her nun. Ich habe daraufhin ihren Blog gelesen und mich gefragt warum ich das nicht auch kann… bzw. ich das nicht auch tue. Wieso schreibe ich nicht auch so offen, wo ich es doch eigentlich bin? Ich habe noch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass es mir nicht gut geht. Dass ich krank bin und dass es mit mir anstrengender ist als mit manch anderem. Ich konnte mich zwar früher nicht so gut darüber artikulieren, wie ich es jetzt kann, aber „Mir geht es scheiße.“ konnte ich zumindest damals schon sagen.

Jetzt lese ich meine letzten bzw. ersten drei Einträge und muss sagen, dass ich sie recht schwammig finde. Sie sind gut geschrieben, ja natürlich. Sie haben mir auch geholfen, da schreiben mir immer hilft. Sie sind in sich schlüssig. Sie haben ein Thema. Hinter dem ich auch genauso stehe. Aber sie waren relativ anstrengend zu schreiben, da ich doch schon darauf geachtet habe was ich schreibe bzw. wie ich es schreibe. Sie sind nicht frei von der Leber weggeschrieben. Und mir wird klar, dass ich mich entscheiden muss wie ich schreiben möchte. Ob ich mit dem wie ich es im Moment tue wirklich zufrieden bin. Ob damit das zum Ausdruck kommt was zum Ausdruck kommen soll. Oder ob es nicht doch irgendwie… maskiert … ist?

Gleichzeitig sind mir – während ich ihre Nachricht gelesen habe – eine Menge Menschen eingefallen. Von früher. Mit denen man aus irgendeinem Grund keinen Kontakt mehr hat. Teilweise weil ich es einfach nicht hinbekommen habe den Kontakt zu halten und teilweise, weil es einfach nicht mehr ging. Es gibt Lebensphasen in denen man sich von manchen Leuten trennen muss, weil sie einem nicht gut tun. Oder weil man sich gegenseitig nicht gut tut. Weil es irgendwie nicht passt. Da muss nicht mal jemand Schuld sein. Das passiert in Freundschaften genauso wie in Beziehungen und ja, es kann auch in der Familie der Fall sein. Wichtig ist, dass man dann auch geht und diese Personen nicht noch weiter mitschleppt. Denn sie sind Ballast. Aber da wären wir dann wieder bei der Achtsamkeit 😉

Ich habe nun eine von diesen Personen wieder angeschrieben. Weil sie mir mal eine ganze Menge bedeutet hat. Weil sie mir wichtig war und weil es sehr unschön auseinander ging. Aber wer hatte daran Schuld? Ich erinnere mich nur noch vage. Aber ich gehe stark davon aus, dass es eine Mischung aus beidem war. Möglicherweise ein kleiner Grund von ihrer Seite aus… und eine große Überreaktion von meiner Seite aus. Denn überreagieren ist meine Stärke (gewesen).
Nun habe ich mich durchaus geändert. Ich weiß klarer was mich stört. Ich kann berechtigten Ärger von verschobener Bio-Chemie unterscheiden. Denn natürlich bleibt letzteres nicht aus. Mein Gehirn spielt mir oft Streiche. Aber ich kann es nun differenzieren. Ich habe gelernt in mich rein zu hören und die Unterschiede zu erkennen. Ich weiß nun, wann ich wirklich wütend/enttäuscht bin, oder wann ich völlig grundlos ausrasten könnte. Könnte. Denn getan habe ich es nie. Ich habe unterschwellig gebrodelt. Ich habe spüren lassen, dass etwas ist. Aber ich habe es nie wirklich gesagt. Ich habe nie jemandem gesagt was mich wirklich gestört hat und das machte es schier unmöglich angemessen auf mich zu reagieren.

Diese nun spürbare Veränderung macht vieles einfacher. Sie macht es sogar erst möglich wieder eine Beziehung zu führen. Eine wunderbare Beziehung.

Diese Veränderung weckt Hoffnung. Hoffnung darauf Vergangenes noch mal aufnehmen und anders machen zu können. Besser. Vielleicht kann man den ein oder anderen Kontakt wieder aufleben lassen. Vielleicht auch nicht. Vielleicht passt es selbst jetzt immer noch nicht. Weil es nicht passen soll. Aber das wird sich zeigen.

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6 thoughts on “Veränderungen.

  1. *umarm*
    Ich schreibe dir am WE ein Briefchen Maus…und zumindest wir haben uns gerade mal wieder gefunden…!!!

  2. ZITAT: „Weil sie mir wichtig war und weil es sehr unschön auseinander ging. Aber wer hatte daran Schuld? Ich erinnere mich nur noch vage. Aber ich gehe stark davon aus, dass es eine Mischung aus beidem war. Möglicherweise ein kleiner Grund von ihrer Seite aus… und eine große Überreaktion von meiner Seite aus. Denn überreagieren ist meine Stärke (gewesen).“
    Wow man könnte meinen….aber nein, ich habe keine Nachricht erhalten. Gepasst hätte es aber trotzdem 😀

  3. weil ich keinen großen Wert mehr drauf lege, es aber nicht schaden kann jemanden darauf aufmerksam zu machen dass es mehrere Personen gab die unnötigerweise vergrault wurden.
    Lass es einfach auf sich beruhen und mach weiter so mit Deinem Blog. Der ist übrigens echt toll!

    • Wenn ich jemanden „unnötig vergrault“ hätte, dann klingt das für mich so, als hätte ich wirklich ernsthafte Möglichkeiten gehabt anders zu handeln. Ist im Krankheitsfall aber nicht gegeben. Werde ich dann wohl im Blog noch mal näher darauf eingehen müssen wie groß die Diskrepanz zwischen „Handlung A wollen“ und „nur Handlung B ausführen können“ ist.

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