Offline.

Es ist schon erstaunlich wie abgeschnitten man von der Welt ist, wenn man ein paar Tage mal kein Internet zur Verfügung hat. Das ist mir in meiner Klinikzeit gar nicht so sehr aufgefallen, weil man eigentlich immer irgendwie beschäftigt wurde, oder aber so matschig war, dass man sich auf nichts hätte konzentrieren können. Ansonsten war man da ja auch nie wirklich „auf sich gestellt“. Es war immer irgendwer da.

Kontakte hat man dort hauptsächlich über Handy gehalten, oder aber ganz altmodisch über Briefe. Am Wochenende konnte man jedem mal kurz mitteilen wie es einem geht, falls man unter der Woche keinen Kontakt hatte. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass man an den Wochenenden ziemlich eingespannt war und ständig am Telefon hing. Auch kein sonderlich wünschenswerter Zustand. Schließlich braucht man – meiner Meinung nach – eine gute Mischung aus Ruhe und sozialen Kontakten. Die kann man eindeutig besser finden, wenn man seine Kontakte auf 7 Tage die Woche verteilen kann.

Nun war ich seit Samstag – abgesehen von einer kurzen Unterbrechung – bei meinem Freund. Wie es das Schicksal so wollte ist der Gute seit letzter Woche Offline und ich war es somit auch.
Jetzt im Nachhinein betrachtet war es eigentlich eine ganz angenehme Zeit. Das sag ich aber wahrscheinlich auch nur, weil ich gerade ziemlich Online bin 😉 Mittendrin ist man halt wirklich gezwungen sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Man kann nicht „mal eben etwas googeln“. Man kann nicht „mal eben Emails lesen“. Man kann nicht „mal eben jemandem Bescheid sagen“. Oder „mal eben das Angebot vom Pizzataxi nachschauen“ (was zu einer ziemlichen Thunfisch-Überraschung geführt hat). Es ist so ziemlich vieles einfach nicht „mal eben“ möglich.
Dennoch hat es mir nicht so sehr gefehlt wie ich dachte. Klar, ich habe mich heute auf zu Hause gefreut. Ich hab mich gefreut, dass ich heute wieder online bin. Aber ich hätte auch gestern schon den Laptop mit nach Hause nehmen können, als ich für 2 Stunden in Essen war. Hab ich nicht getan. Das Geschleppe war es mir dann doch nicht wert.
Doch wie hab ich die Zeit überbrückt? Ich hab viel gelesen (dazu später mehr), einen DSA-Crashkurs bekommen und gespielt (dazu auch später mehr), ein wenig am Unikram gebastelt, ziemlich viel gekuschelt (offensichtlich ist mein Freund irgendwie krank :D) und einen netten Tag mit Nisi (und meinem Schatz) verbracht. Auch heute bin ich nicht von ihm aus nach Hause gefahren. Nein, ich war noch gute 5 Stunden mit Lana bei Steffi und Ricky. Wirklich schöne Zeitfüller.

Trotz allem fühl ich mich aber einfach wohler, wenn mein Laptop an ist und ich sehe, dass ICQ startet und die Blume grün wird. So hab ich halt die Wahl. Ich kann es immer noch ausmachen. Ich kann es auch einfach ignorieren. Aber ich bin Online. Ich kann meine Emails lesen und ich bin wieder erreichbar. Es ist ehrlich gesagt ziemlich toll zu sehen was sich da in 3 Tagen so angesammelt hat. Wer einen vermisst hat, wer einem geantwortet hat… und was für Verabredungen nun wieder auf einen warten. Denn dauerhaft Online muss man ja auch nicht sein 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s