Der Mensch wächst am Widerstand.

Vorhin stand ich vor einer Situation, die mich noch vor kurzem ziemlich umgeworfen hätte. Um was für eine es sich handelt ist ziemlich irrelevant. Fakt ist jedoch, dass sie mich vor ein paar Monaten noch ziemlich nervös gemacht hätte. Ich hätte nicht gewusst wie ich mich zu verhalten habe und im Endeffekt hätte ich aus einem nicht vorhandenem Problem einen riesigen Elefanten gemacht.
Mittlerweile bin ich jedoch gelassener. Ich kann plötzliche Überreaktionen unterdrücken. Mich zusammenreißen und abwarten. Die meisten Dinge sind nicht so schlimm oder ereignisreich wie ich sie gerne wahrnehme. Vieles davon hat keinerlei größere Bedeutung und ein Großteil erledigt sich einfach von selbst.

Natürlich gibt es auch noch einige Situationen die mir durchaus Angst machen. Ich werde auch nervös, aber nicht mehr handlungsunfähig. Es bringt nichts aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, wenn noch gar nicht alle Chancen vorbei sind, die ermöglichen etwas daran zu ändern. Die Welt ist nicht gemacht um mich fertig zu machen. Sie ist nur eine Herausforderung.

Immer wieder fällt mir ein, wie man mir an meinem letzten Tag in Heidhausen gesagt hat, dass ich aus der Zeit nichts mitgenommen hätte. Das man mir wünschen würde, dass ich in der Tagesklinik mehr mitkriegen würde. Wie sehr sie sich doch alle geirrt haben. Ich habe soviel mitgenommen. So viel wichtiges. So vieles was mir jetzt ermöglicht zu leben. Nicht zu brechen.

Ich muss nicht so sein, wie meine Familie es haben möchte. Ich muss nicht so sein, wie der ein oder andere in meiner Vergangenheit es gern gehabt hätte. Ich muss mich nicht mehr versuchen anzupassen, was ich sowieso nie geschafft habe. Ich bin raus raus diesem Zwiespalt. Raus aus den Zwängen die ich mir irgendwann selbst auferlegt habe. Ich handel nicht mehr mit dem (unbewussten) Ziel, allen zu gefallen. Ich handel so wie es für mich richtig ist. Ich bin achtsam. Zumindest oft. Und zuversichtlich. Immer öfter.

Der Mensch wächst am Widerstand.
Heidhausen hat mir so viele Gelegenheiten gegeben zu wachsen. Und ich habe sie genutzt. Vielen Dank an den gigantischen Widerstand. An den Hass den ihr mir entgegengebracht habt. Vielen Dank für die Erkenntnis, dass ich ein guter Mensch bin. Vielen Dank dafür, dass ich nun weniger an mir zweifel. Denn ich kann so viel. Ich muss es nur sehen… Danke.

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3 thoughts on “Der Mensch wächst am Widerstand.

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