Würdet ihr?

Ich habe ja gestern in einer Antwort auf einen Kommentar gesagt, dass ich den Gedanken der müffelnden Wohnung noch einmal aufgreifen werde. Gestern habe ich das nun nicht mehr geschafft. Aber was ich sage, dass tue ich auch.

Ohne jemanden damit erschrecken zu wollen. Ich habe den Gedanken auch schon gehabt. Ich habe mich schon mehrfach gefragt wie lange es wohl dauern würde, bis man mich in meiner Wohnung finden würde. Ob und wann es jemandem auffallen würde. Und natürlich auch: Wem würde es auffallen?

Ich schätze schon, dass es mehrere Tage dauern würde. Selbst mein Freund der jeden Tag mehrfach anruft, würde es wahrscheinlich erst nach zwei Tagen merken. Vorher kann ich ja theoretisch auch schlafen oder kurz draußen sein oder was auch immerhin. Die Frage ist auch: Was sollte er überhaupt tun? Er würde immer wieder anrufen, aber das war es dann auch schon.

Mein Ersatzschlüssel befindet sich im Moment bei einem Freund, mit dem ich schon mehrere Wochen nicht mehr geredet habe. Fraglich ob er es mitkriegen würde. Obwohl er der einzige wäre der auch in meine Wohnung kommen könnte. ^^

Das schlimme daran ist, dass ich ein wirklich gutes soziales Netzwerk habe. Ich würde definitiv vermisst werden, aber wahrscheinlich auch nicht schnell genug.

Wie ist das dann erst mit den Leuten die nicht so eingebunden sind wie ich? Die würde man wirklich nicht vermissen. Es würde einfach gar nicht auffallen. Wirklich erst bemerkbar, wenn man den Menschen als solchen gar nicht mehr erkennen könnte.

Alles was ich nun noch schreiben könnte würde zu weit führen. Würde in einer Diskussion über Fortschritt und dessen Nachteile führen. Also belasse ich es bei einer abschließenden Frage.

Würdet ihr es merken, wenn euer Nachbar tot in der Wohnung liegt?

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5 thoughts on “Würdet ihr?

  1. Wahrscheinlich eher nicht. Rechts ist ein Mehrparteienhaus. Die Menschen sehe ich äußert selten. Und links von mir wohnt ein älteres Ehepaar die öfter mal spontan in den Urlaub fahren. Allerdings haben wir deren Zweitschlüssel.

    Ist also nicht so einfach, auch wenn man wie ich 2-3 Mal in der Woche zu Hause sitzt. Diese Erkenntnis erschreckt mich jetzt ein wenig…

    • Ich würde es hier auch nicht mitbekommen. Alle zwei Wochen trifft man mal jemanden im Flur. Gelegentlich stehen Schuhe vor der Tür meiner Nachbarinnen. Hören tut man von den anderen Wohnungen so gut wie nichts.

  2. Man Svenja! Was sind das denn für Themen?? Klar denkt jeder mal über sowas nach. Aber ich denke diese Thematisierung trägt sicherlich nicht dazu bei, dass es dir besser geht. Solche Gedanken ziehen einen einfach nur runter. Sicherlich läuft in unserer Gesellschaft einiges schief, aber muss man sich grade dann darüber den Kopf zerbrechen, wenn man eh schon nicht gut drauf ist? Das ist kein „schwimmen“…du schwimmst quasi absichtlich mit Betonklötzen an den Beinen! Wirf die weg und nimm stattdessen lieber ein fröhlich-lustiges Quietscheentchen!

    • Mach dir keine Sorgen, mit mir ist alles in Ordnung. Das Thema belastet mich nicht und hat mich auch nicht herunter gezogen. Im Gegenteil. Ich war ganz froh drum, dass mir – im Gegensatz zu gestern – das Schreiben sehr leicht gefallen ist.
      Der persönliche Bezug war mehr ein Beispiel. Ich hätte auch schreiben können „Stellen wir uns vor, da ist jemand bei dem es so und so aussieht.“ Mehr nicht. Der ganze Artikel an sich soll zum Nachdenken anregen, ob man selbst aufmerksam genug wäre es bei anderen zu merken.

      Abgesehen davon, sehe ich allerdings auch nicht ein, wieso ich mich – nur weil ich krank bin – zwanghaft mit positiven Themen auseinandersetzen sollte. Die Welt ist nicht rosa-rot und wird es nie werden. Bringt also nichts, wenn ich die „Betonklötze“ wie du sie nennst ignoriere und mir bunte Quietscheentchen hindenke.
      Es läuft schon alles gut 😉

  3. Pingback: März 2010 vs. Gegenwart | Svüchiatrie.

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