„Ja“ zum Leben!

Bemerkenswert wie viel Einfluss doch das Wetter auf uns hat. Heute ist ein wahrlich schöner Tag und meine Laune ist in dem Moment gestiegen, in dem ich vor die Tür gegangen bin.
Es ist Nachmittag (zumindest war es das, als ich diesen Eintrag vorgeschrieben habe ;)) und draußen ist es hell und freundlich. Kein deprimierendes grau.
Wie viel so ein klein wenig Sonne ausrichten kann.Allein schon was es mit dem Zeitgefühl macht. Mir persönlich kommt der Tag direkt länger vor. Nicht nur, dass es länger hell ist. Ich meine wirklich so als wäre der Tag auch länger. Als könnte man mehr erreichen.

Es ist ein Tag an dem man schon mal lächelnd durch die Stadt läuft und hin und wieder sogar eine Reaktion bekommt. Es lächelt wer zurück. So Tage machen das Leben einfach leichter. Als würde es einem die Hand reichen und sagen: „Komm wir gehen gemeinsam weiter.“ Das Leben und man selbst.

Der Gedanke erinnert mich an ein Gespräch von vor 2 oder 3 Monaten. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade in der Klinik und hatte meine zweite große Klinikkrise. Die Umstände bei diesem Aufenthalt waren so enorm bescheiden, dass ich 2x gehen wollte, weil ich den Eindruck hatte, dass es mir mehr schadet als nutzt.

Ich wollte also gerade „mal wieder“ aufgeben, als ich ein Gespräch mit einer Krankenschwester hatte. Eine sehr tolle, die sich auch immer mehr als genug Zeit genommen hat. Sie hat eine wunderbare Art und Weise Gegebenheiten auf dem Punkt zu bringen ohne das typische „das kann ich Ihnen nicht zumuten“ blabla. Sie spricht einfach erbarmungslos Klartext.
Eine Fähigkeit die ich grenzenlos bewunder.

Sie fragte mich, ob ich den Rest meines Lebens so rumdümpeln möchte wie ich es die letzten Jahre getan habe. Ob das mein Plan wäre, ober ob ich mehr vom Leben wollen würde. Ich solle rumdümpeln als keine Option betrachten und mich endlich entscheiden. „Wollen Sie leben? Dann sagen sie „Ja“ zum Leben. Aber entscheiden sie sich. Bringen sie sich endlich um, oder sagen Sie „Ja“ zum Leben.“

Ich habe mich für das Leben entschieden. Mit allen Konsequenzen. Ich weiß, dass es nicht leicht sein wird mein Leben zu ordnen. Denn es war noch nie geordnet. Ich weiß, dass es viel Kraft kosten wird. Das viele Rückfälle auf mich warten, aber dass es auch wieder vorwärts gehen wird.

So Tage wie heute machen es leichter fest daran zu glauben. Sie geben einem wirklich die Hand und gehen mit einem. Und es ist immer leichter, wenn man nicht alleine gehen muss. 😉

Advertisements

4 thoughts on “„Ja“ zum Leben!

  1. Kein Vergleich zu deinem letzten Blog 😉
    Es ist richtig schön mal wieder etwas von dir zu lesen das nach “ meiner“ Svea klingt = ) Auch wenn du es vieleicht anders siehst.
    Ich hoffe du weist was ich meine.

  2. Aber doch ganz schön mutig von der Krankenschwester so etwas zu sagen. Wärst du nicht Svü sondern jemand anders und würdest dich fpür den anderen Weg entscheiden- also ich würde nich in der Haut der Krankenschwester stecken wollen ^^

    • Nun ja, sie wusste aber, dass ich Svü bin 😉 Sie war anwesend als die Gruppentherapie „außer Kontrolle“ geraten ist, war meine bevorzugte Ansprechpartnerin und kannte mich nach kurzer Zeit schon besser als meine „Bezugsschwester“. Das Gespräch hat es gegeben, als ich etwa 6 Wochen da gewesen bin. War also nicht einfach ins Blaue geschossen. Sie hat auch am gleichen Tag noch 4x nachgefragt, ob sie nicht zu hart gewesen sei. Sie hätte wohl mitbekommen, wenn was schief gegangen wäre. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s