Tief(kl)ang #5 – Die Ärzte ~ Himmelblau

Jede Woche nehme ich mir vor es nicht auf den letzten Drücker zu machen. Jede Woche nehme ich mir vor zumindest vorher schon eine ungefähre Ahnung zu haben. Und jedes Mal wieder ist die Entscheidung so scheiße schwer. Gut. Eine ungefähre Ahnung habe ich ja schon, allein weil ich etwa 15 Entwürfe zu dem Thema habe ^^
Aber irgendwie muss es ja auch zur Stimmung passen und das war heute mal wieder besonders schwer. Diese sinkt nämlich gerade rapide ab, da nun die Saunazeit in meinem Wohnzimmer anbricht. Bis 17/18 Uhr kann man es hier echt noch gut ertragen, danach wird es minütlich schlimmer.

Allerdings war sie vorhin extrem gut und könnte natürlich auch jetzt noch weit aus schlechter sein. Aus irgendeinem Grund habe ich heute eine wunderbare Grundstimmung. Eine „Ich könnte singend durch die Wohnung springen, wenn es nicht so warm wäre“-Stimmung. Einfach so. Ohne Grund. Ich hab einfach heute mal gescheit für mich gesorgt und ich fühle mich gut damit. Und der Tag ist noch nicht zu Ende.

Warum jetzt also dieses Lied? Wenn ich bei einem für mich guten Wetter raus gehe, dann kommt es nicht selten vor, dass ich dieses Lied auf dem Ipod suche und eine Weile in Schleife laufen lasse. Es beflügelt mich. Es fühlt sich gut an. Es steigert meine Laune noch. Das ist für mich ja bekanntlich ein eher seltenes Gefühl, von daher ist es auch wirklich fast zu viel für mich. Jedes Mal. Ich fühle mich als könnte ich Bäume ausreißen. Als könnte ich alles auf einmal machen und erreichen und das ganze ohne davon um zu fallen. Als könnte ich alles erreichen. Und vor allem: Als könnte ich wirklich etwas bewegen. Als könnte ich wirklich „gesund“ werden. Also zumindest gescheit damit umgehen können. Es ist einfach nur wunderbar.

Aber auch die Geschichte die mich zu diesem Lied gebracht hat ist eine – für mich – schöne Geschichte. Zumindest jetzt im Endeffekt ist sie schön. Ich habe damals das Album auf dem Rechner gehabt. Als es gerade neu war. Ich hab es immer mal wieder gehört, aber wie es mit so vielen Alben ist die ich besitze, höre ich sie selten bewusst. Bis es irgendwann mal klickt. So wie ich gerade erfahren habe – weil ich zu faul war selbst zu suchen – ist das Album von 2007. Das deckt sich zum Glück gut mit meinen Erinnerungen.

Ich war damals zum Studieren in Jena und hatte es geschafft mir über Ostern im Heimaturlaub einen Gelsenkirchner anzulachen. Ziemlich absurde Geschichte eigentlich, aber es folgte eine wirklich schöne, wenn auch sehr kurze Zeit. Ich werde nie vergessen in welcher Situation und auf Grund welcher Geschichte er mir sagte, dass er mich lieben würde. Ich halte nichts davon es zu früh oder zu häufig zu sagen. Aber ich habe es ihm geglaubt. Nach nur wenigen Tagen. Der Gedanke an diese Situation kann mich noch heute zu Tränen rühren.

Wie es nun mal so ist, hatte sich die ganze Sache nach nicht mal 2 Monaten erledigt. Meinetwegen. Noch in der Sekunde in der ich gegangen bin, habe ich es bereut. Wahnsinnig. Wie es nun mal auch so ist, schafft man es für gewöhnlich nicht befreundet zu bleiben. Egal wie sehr man es sich wünscht. Aber ich habe seinen Blog verfolgt. So lange es diesen noch gegeben hat. (Leider findet man jetzt nur noch vereinzelte Bilder, denn er hatte wirklich was zu sagen…) Und ich habe verfolgen dürfen, wie es ihm immer besser ging. Besser als es ihm an meiner Seite hätte gehen können. Und ich habe gelesen wie er glücklich wurde, mit einer Frau in einer anderen Wohnung und zwei Katzen *g*

Ich habe auch lesen dürfen, wie er „Himmelblau“ das erste Mal gehört hat und welches Gefühl es in ihm ausgelöst hat. Und während ich das las sah ich ihn vor mir. In seiner alten Wohnung, auf einer Leiter am offenen Fenster stehen. Die gesamte Straße mit diesem Lied beschallend. Während er versuchte seine Wohnung zu renovieren. Es war ein schönes, friedliches Bild welches ich vor mir hatte.

Ich öffnete Winamp. Hörte mir „Himmelblau“ an. Und verstand was er gemeint hat, als er darüber schrieb.

Der Himmel ist blau und der Rest deines Lebens liegt vor dir
Vielleicht wär es schlau, dich ein letztes Mal umzusehn
Du weißt nicht genau, warum – aber irgendwie packt dich die Neugier
Der Himmel ist blau, und der Rest deines Lebens wird schön, yeah

Du hast ein gutes Gefühl, du denkst an all die schönen Zeiten
Es ist fast zu viel, jetzt im Moment neben dir zu stehn
Du hast kein klares Ziel, aber Millionen Möglichkeiten
Ein gutes Gefühl – und du weißt, es wird gut für dich ausgehn, yeah

Der Himmel ist blau

Der Himmel ist blau

Die Welt gehört dir: Was wirst du mit ihr machen?
Verrat es mir – spürst du, wie die Zeit verrinnt?
Jetzt stehst du hier und du hörst nicht auf zu lachen
Die Welt gehört dir – und der Rest deines Lebens beginnt, yeah

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3 thoughts on “Tief(kl)ang #5 – Die Ärzte ~ Himmelblau

  1. Ich muss sagen, dass ‚Himmelblau‘ für mich auch immer ein sehr besonderes Lied war & ist. Ich glaube, dass liegt insofern sogar weniger daran, dass ich ein ziemlicher Überärzte- & Farinfan bin, wobei das natürlich die Erinnerungen zu dem Song noch bestärkt. & es somit noch viel schöner macht. Allein das Gefühl, die ersten Bässe im Körper zu spüren, bei klaren blauen Himmel (Himmelblau ;D) & einfach nur glücklich zu sein. Genau das zu fühlen, was der Song vermittelt. Selbst wenn es eben nur für kurze Zeit ist.
    Es ist für mich aufgrund dessen einfach etwas besonderes, weil ich mir den Song mehr oder minder zum ‚Vorbild‘ genommen hab. Weil es genau das beschrieben hat, was ich dauerhaft fühlen möchte. & nicht nur zeitweise für zwei Stunden.

    • MOAH! Ich habe jetzt eine viertel Stunde lang nach diesem Kommentar gesucht… weil es der letzte, verbliebene, einsame nicht beantwortete Kommentar war. Und ich habe die Hoffnung fast schon aufgegeben gehabt *g*

      Aber ich finde es schön zu lesen, dass du das nachempfinden kannst und hin und wieder auch tust. Und vllt. sollte ich dich einfach mal unter meinen Arm klemmen und mit dir auf ein Ärztekonzert gehen, damit du das noch einen Moment mehr hast 😉 *umflausch*

  2. Pingback: Paradepower – April « Willkommen in der Svüchiatrie!

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