Tief(k)lang # 11 – Jonas Goldbaum ~ Yeah Yeah Yeah

Aus einem Impuls heraus habe ich dieses Lied gestern angeklickt und gehört. Ich hatte es ehrlich gesagt sehr sehr lange einfach vergessen. Sonst wäre es wohl schon früher in dieser Kategorie aufgetaucht. Denn eigentlich sagt es so viel aus.

Es war 2007, als ich nach einer extrem beschissenen Zeit von Jena auch nach Hause kam. Mit einer Entscheidung im Rucksack – Urlaubssemester. Wieder zu mir kommen, Leben regeln. Doch zu Hause war alles anders und nichts davon war gut. Die Stimmung war zum Kotzen, Mama zog kurz nach meiner Ankunft aus und irgendwie hatte keiner einen Kopf für meine Sorgen und Probleme. Dann kam dieser Abend, an dem ich mit dem Auto meien Nostalgie-Strecke abgefahren bin. Stoppenberg – Shell-Tanke – Gelsenkirchener Straße – Revierpark Nienhausen – Musiktheater Gelsenkirchen – Vorbei am Mexikaner? – Landstraße – Autobahn – Nach Hause

Ich weiß nicht wann genau ich angefangen habe zu heulen wie ein Schloßhund. Vermutlich noch vor der Shell-Tanke ^^ Ich weiß aber ganz sicher, dass ich es auf der Landstraße getan habe. Denn mein Blick war verschwommen. Ich sah den Gegenverkehr, nahm ihn nur durch einen Tränenschleier wahr, aber er wurde auf einmal so… attraktiv. Als wäre er eine Lösung. Da ich hier sitze und schreibe könnt ihr sehen, dass ich diese „Lösung“ nicht ergriffen habe. Ich bin nach Hause, am nächsten Tag zum Hausarzt, habe mir eine Überweisung besorgt und angefangen zu telefonieren. Therapeuten-Suche in Rekordzeit.

Was hat das mit dem Lied zu tun? Es hilft die Stimmung aufzuzeigen die zu dem Zeitpunkt vorherrschte. Ich war am Boden, sowas von. Aber nicht nur ich, nein auch zu Hause war alles anders. Zu Hause im eigentlichen Sinne gab es nicht mehr. Mama war weg, mein Bruder hat nur noch geschwiegen und mein Vater fand den Gegenverkehr genauso interessant wie ich zu diesem Zeitpunkt. Er sagte mir das auch einfach so. Völlig verzweifelt, völlig mit sich selbst beschäftigt hat er mir seinen Rucksack direkt auch noch aufgeladen.

Ich saß in „meinem“ Zimmer, habe die Welt ausgesperrt und immer mal wieder Radio gehört. (Wenn dieses nicht gerade von der Loveparade übertönt wurde, die 2007 etwa 500m Luftlinie von meinem Fenster statt gefunden hat.) Zwei Lieder liefen zu dieser Zeit ständig im Radio. „The night starts here“ von den Stars und eben „Yeah Yeah Yeah“ von Jonas Goldbaum. Irgendwann liefen sie auch ständig bei mir auf dem Rechner. Und ich dachte bei letzterem nicht nur an mein Leben, nein ich dachte auch an das Leben meines Vaters. Damals wahrscheinlich sogar in erster Linie an seins. Aber es hat mich rausgehauen. Und dafür hat es den Platz hier verdient.
Jonas Goldbaum – Yeah Yeah Yeah

Irgendwie ist es egal

Irgendwie scheint alles insgesamt total banal

Es ist nicht leicht sich zu entscheiden und stark zu bleiben
Irgendwie ist es normal

Und irgendwie scheint alles anders als beim ersten mal

Es ist nicht leicht das zu verstehen und nicht wegzusehn…nicht wegzusehn

Und bitte glaub mir dein Leben liegt noch vor dir noch vor dir

Bitte glaub mir dein Leben liegt noch vor dir noch vor dir

Yeah yeah yeah

Und irgendwie macht es dir Sorgen

Irgendwie kommt es dir heute vor als gäb’s kein Morgen

Es ist nicht leicht das zu ertragen

Und nichts zu sagen

Egal ob dunkel oder hell

Egal ob langsam oder schnell

Egal ob hässlich oder schön

Es wird Zeit hinauszugehen… hinauszugehen

Und bitte glaub mir dein Leben liegt noch vor dir noch vor dir

Bitte glaub mir dein Leben liegt noch vor dir noch vor dir

Und das andre wird sich ohnehin ergeben

All das andre wird sich ohnehin ergeben

Yeah yeah yeah

Und bitte glaub mir dein Leben liegt noch vor dir noch vor dir

Bitte glaub mir dein Leben liegt noch vor dir noch vor dir

Yeah yeah yeah

Yeah yeah yeah

Yeah yeah yeah

Yeah yeah yeah

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One thought on “Tief(k)lang # 11 – Jonas Goldbaum ~ Yeah Yeah Yeah

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