Gastartikel – Franzi

Was wäre wenn?

Svü hat mich gebeten einen Gastartikel zu verfassen. Themen hat sie auch vorgeschlagen. Da wäre zB. wie man zum Blogleser geworden ist. Das ist schnell und einfach zu beantworten. Durch Svü halt ^^ Dann halt noch wie man sie kennen und lieben (ich liebe sie nicht, ich hasse das Miststück ❤ ^^) gelernt hat. Das ist in paar Sätzen zu beantworten. Wir haben uns in einen komischen Chatroom kennengelernt *hust*. Wie und warum wir ins Gespräch gekommen sind, kann ich nicht mehr sagen (Jungheimer lässt grüßen). Naja jedenfalls haben wir uns dann mal getroffen und eine schöne Freundschaft hat sich entwickelt <3. Ich möchte sie nicht mehr missen.

Eigentlich könnte ich jetzt sagen so und hier ist nun Ende von meinen Artikel 😀 Aber das würde meinen und auch bestimmt ihren Ansprüchen nicht reichen ^^ Also habe ich mir paar Gedanken gemacht über was ich schreiben könnte und bin bei etwas hängen geblieben.

Ich stelle mir öfters die Frage (und andere bestimmt auch) was wäre wenn ich mich anders entschieden hätte oder wenn gewisse Dinge anders gelaufen wären? Bei mir gibt es 3 große was wäre wenn Fragen, die mich ab und an beschäftigen. Es hätte bei mir einiges anders laufen können bzw. schöner laufen können, aber wäre ich dann heute die Person die ich bin?!

Meine erste was wäre wenn Frage lautet: Was wäre, wenn meine Eltern sich nicht getrennt hätten bzw die Scheidung nicht eingereicht hätten? Die Scheidung ist schon über 10 Jahre oder sogar länger her so genau kann ich das nicht mehr sagen. Nur eins weiß ich, es war keine einfache Zeit. Warum sich meine Mutter trennen wollte habe ich erst später erfahren. Sie war unglücklich und wollte ein anderes Leben als das mein Vater leben wollte. Ich glaub der Gedanke ist in ihr gereift während sie in Kur war und da fing der Stress ja schon an. Wir Kinder sprich meine beiden Geschwister und ich wollten zu Mama und sie besuchen, sie war ja schließlich 4 Wochen weg, nur mein Vater wollte es nicht. Ich glaube er hat sowas gesagt, wie wäre zu ein großer Aufwand. Als sie wiederkam hat sie meinen Stiefvater kennengelernt. Sie ist nach kurzer Zeit schon zu ihm gezogen und wir Kinder sollten auch schnell möglichst folgen. Und da fing das Theater erst richtig an. Mein Vater (wobei Erzeuger trifft es besser) meinte ja unbedingt die Trennung und die Scheidung auf den Rücken von uns Kinder auszutragen. Jedes Mal wenn wir unsere Mutter besucht haben und wieder kamen, kam sofort ein dummer Spruch. Keine Frage nach wie war es oder so. Nichts dergleichen. Ich erinnere mich noch an einen Termin beim Jungendamt. Es ging um das Sorgerecht. Meine Mutter wollte von Anfang an, dass beide das Sorgerecht haben, aber mein Vater meinte ja unbedingt meine Mutter schlecht zu machen und sie als die Böse hinzustellen. Schließlich hat sie ja so einen „tollen“ Mann verlassen und einen Neuen kennengelernt. Ich habe das Gespräch gehört. Wir Kinder saßen draußen wir wurden ja auch befragt wo wir lieber wohnen wollten.

Anfang 1996 sind wir, sprich alle 3 Kinder plus Mutter und Stiefvater zusammengezogen und trotzdem war das Theater nicht vorbei. Jetzt ging es richtig los. Er wollte keinen Unterhalt bezahlen und hat sich auch nicht um einen gekümmert. Was mir wirklich schwer im Magen liegt, das mein Vater mal zu mir meinte ich wäre ein Unfall gewesen. Sowas sagt man nicht und der Stachel sitzt einfach tief. Ich erinnere mich an keine Umarmung oder an ein liebes Wort von ihm. Vielleicht gab es ja auch keine von ihm. Man kann sich ja denken, dass ich null Kontakt zu ihm habe.

Nur was wäre wenn das alles nicht passiert wäre? Wären wir eine glückliche Familie? Wäre ich heute so wie ich bin? Könnte ich dann sagen ich hätte einen Vater? Ich würde alle 3 Fragen mit Nein beantworten. Ich bin froh, dass sie getrennt sind. Ich konnte mich so entwickeln wie ich es wollte ohne viele Verbote und mit viel Freiraum. Auch wenn viele Tränen geflossen sind, ich seine Ablehnung nicht verstehe und ich immer noch nicht alles verstehe, bin ich froh das meine Mutter diesen Schritt gemacht hat.

Und so komm ich zur zweiten was wäre wenn Frage, die da lautet: Was wäre, wenn es in der Schule besser gelaufen wäre? Bis zur 9. Klasse war alles super. Ich war meistens Klassenbeste, wurde geachtet und hatte kaum Stress mit Mitschülern. Doch das änderte sich schlagartig. Ich weiß nicht mehr was der Auslöser war, aber ich wurde zum Mobbingopfer. Dadurch fing ich an die Schule zu schwänzen und hab mich mehr und mehr abgekapselt. Das Mobbing war nicht das einzige Problem, es gab auch wieder Probleme mit Mister Erzeuger. Wieder wegen dem Unterhalt und weil ich wieder bei ihm auf Ablehnung gestoßen bin. Was wäre wenn das nicht passiert wäre? Hätte ich mein Abi gemacht? In welchen Beruf wäre ich heute? Irgendwie sind das ja spannende Fragen, aber irgendwie will ich es gar nicht wissen.

In dieser Zeit kam meine radikale (äußerliche) Veränderung, was mich zur letzten was wäre wenn Frage führt: Was wäre, wenn ich mich äußerlich nicht so verändert hätte? Ich hab die Schule abgebrochen. Ich musste wieder zur mir selber finden. In der Zeit fing ich auch an intensiv Metal zu hören und hatte immer mehr Freude dran. Und irgendwie war das ein innerer Drang, der mir sagte du muss dich verändern der blonde Engel bist du nicht mehr. Also ging es los. Die Haare wurden von Blond erst mal auf braun gefärbt. Und meine Totenkopfleidenschaft fing an zu brodeln. Und so präsentiere ich mich Weihnachten 2004 meinem Vater und der Rest dieser „ach so tollen“ Family. Mein Vater nannte mich eine Satanisten. Ich verstehe es bis heute nicht. Warum konnte er nicht mal fragen wieso ich mich so verändert habe? Wieso drückt der eigene Vater einen sofort einen Stempel auf? Das sind Dinge dich mich so wütend machen. Also was wäre wenn ich mich nicht verändert hätte? Wäre ich immer noch der blonde Engel und wäre ein Massenprodukt?

Ich bin froh dass ich es getan habe und mit Stolz sagen kann, dass ich einzigartig bin und das anziehe und darstelle was ich will und auch wirklich bin. Ich kann festhalten, dass ich eigentlich darüber froh bin, dass manche Sachen so gelaufen sind. Sie haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich bin anders. Hab mir trotz negativen Erfahrungen mit Menschen mir meine offene Art und Weise beibehalten. Es ist gut so, so wie es ist. Ich mag mich und das ist doch das wichtigste, oder?

Und zum Schluss will ich noch was über das Bloggen sagen. Ich kann jetzt gut verstehen warum man es macht. Es tut gut Dinge nieder zu schreiben und ein wenig Ballast abzuwerfen. Vielleicht kann ja der ein oder andere daraus was lernen oder irgendein Fazit für sich ziehen. Es würde mich freuen. In dem Sinne Goodbye und lieben Gruß von der Verfasserin alias Franzi =)

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8 thoughts on “Gastartikel – Franzi

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