Betreuung – Termin #1 – 26.10.10

Heute war es so weit. Nach fast genau einem Jahr, hatte ich heute wirklich tatsächlich meinen ersten Termin in meiner eigenen Wohnung.

Ich war nervös bis zum Anschlag, weil man sich natürlich irgendwelche Vorstellungen macht, aber irgendwie natürlich auch keine Ahnung hat was einen jetzt wirklich ganz in echt erwarten wird. Klar, ich habe gerade bei Ilana immer wieder lesen können wie eine Betreuung in ihrem Fall abläuft. Aber ehrlich gesagt hören da die mir bekannten Erfahrungsberichte auch schon auf. Wie genau das jetzt bei mir aussehen könnte war mir einfach noch nicht klar. Abgesehen davon hört man auch auf sich Vorstellungen zu machen, wenn es einfach immer länger und länger dauert bis das Ganze endlich mal geregelt ist und wirklich anläuft.

Passend zu dem Chaos der letzten Monate geriet meine liebe Frau M. , die ich D. nennen darf 😉 auch erst mal direkt in den Bahnstreik induzierten Stau. Und dann gab es einen Unfall vor ihrer Nase. Und von der Autobahn bis hier zu mir noch 3 Baustellen. Also war sie im Endeffekt eine halbe Stunde später als verabredet hier. Was das Warten für mich natürlich nicht unbedingt besser machte. *lach* Aber man rechnet ja schon gar nicht mehr damit, dass alles glatt läuft. Wäre ja auch höchst utopisch 😉

Sie war hier und genau in dem Moment fiel die Anspannung eigentlich auch schon wieder ab. Ich mag sie einfach und es entsteht halt keine unangenehme, Schweigeminute weil man sich einfach sehr viel zu erzählen hat. Wir würden uns auch sehr gut verstehen, wenn wir uns in einem anderen Zusammenhang kennengelernt hätten und das ist immer eine gute Basis. Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen mit denen ich mir auch so einen Kaffee trinken gehen würde. Auch wenn es Schade ist, dass es meist nicht so kommen wird, weil man halt doch „Arbeit“ und Vergnügen voneinander trennen muss. Aber mit so Menschen ist die Zeit einfach angenehm und es auch angenehmer offen zu sein. Obwohl ich es bei jemandem mit dem ich keinen Kaffee trinken gehen würde auch bin.

Gutes Zeichen ist natürlich auch, wenn meine Miezen direkt auf sie losstürmen. Nell war schon nach wenigen Minuten! bei D. auf der Tasche und wich eigentlich gar nicht mehr von unserer Seite. Sympathiepunkte schon mal voll ausgeschöpft. Aber genug Schwärmerei davon wie nett sie ist 😉

Sie hat das – in meinem Fall sehr wichtige – Talent nach ein paar ausschweifenden Sätzen immer wieder den konkreten zentralen Punkt fassen zu können. So sind wir nicht nur ins Quatschen geraten, sondern auch immer wieder beim eigentlichen Thema gelandet. Wo harkt es, was steht an, welche Punkte haben wir konkret vor der Nase und was ist das Wichtigste? Prioritäten setzen. Wie gut ich das doch kann. Klappte aber diesmal erstaunlich gut und meine Antwort überraschte mich fast selbst.

Wir waren uns einig, dass es 4 Punkt egibt an denen gearbeitet werden muss bzw. die zentral wichtig sind. „Ordnung und Struktur in der Wohnung“, „Essen“, „Uni“ und „Soziale Kontakte“. Da letzteres im Moment ziemlich gut läuft werden wir das zunächst vernachlässigen. Auch an dem Punkt „Uni“ werden wir vorerst nicht konkret arbeiten. Ich vermute sowieso, dass es völlig von alleine kommt, weil meine Motivation diesbezüglich ja stimmt.

Aber dennoch überraschte mich, dass ich von selbst gesagt habe, dass „Essen“ im Moment erst mal das Wichtigste ist. Denn ich merke wie ich immer weniger Energie zur Verfügung habe, wie mein Kreislauf mich nicht mehr allzu häufig gern hat und wie ich einfach völlig ungesund und flüssigkeitsarm (Ich sollte auch jetzt mal eben was zu trinken holen… Das wäre dann das erste Glas für heute.) lebe. Kein Wunder, dass ich nichts gebacken kriege, wenn meine Energieaufnahme gerade mal dafür reicht nicht einzuschlafen. :/

Was natürlich der zentralste Punkt ist: „Ordnung und Struktur in der Wohnung“ (und das ganze endlich zu meiner Wohnung machen…) Da ich ja am Sonntag für meine Mutter aufgeräumt habe, haben wir das seltene Phänomen, dass diese Bude gerade ihren sauberen Höhepunkt erlebt. Eigentlich DIE optimale Grundlage. Mal sehen wie lange ich das halten kann, gerade wenn morgen eher so ein Tag ist an dem ich nach dem Zahnarzt sicher einfach wieder ins Bett fallen werde. (Einfach Tasche gar nicht auspacken, dann nimmt sie weniger Platz weg xD) Sollte das aber so bleiben, könnte man halt gemeinsam an den „Restekisten“ arbeiten die aus verschiedenen Aufräumaktionen entstanden sind. Halt der Kram von dem man nicht mehr weiß was da alles an Kleinkram drin ist, den man aber auch nicht einfach wegwerfen kann.

Über den zentralen Punkten schwebt allerdings auch das Gesamtkonzept „Tagesstruktur“ und das „alles miteinander verbinden“… genau damit hab ich ja ein riesiges Problem. Mehrere Lebensbereiche in einen Tag packen. Ich habe keinen Schimmer wie das funktionieren soll/kann. Auch als heute der Begriff „Arbeitstherapie“ das erste Mal fiel wurde mir wieder direkt schlecht. Allerdings wäre das eine Tätigkeit ohne Leistungsdruck die mich um den 1€ Job bringen könnte. Ich werde auf jeden Fall mal drüber nachdenken.

Am Donnerstag haben wir bereits den nächsten Termin. Dann besprechen wir meine Wochenpläne mit denen ich so einen Erfolg hatte und versuchen da einen Zugang zu finden wieder rein zu kommen. Dienstag wollen wir dann gemeinsam kochen und vorher dafür einkaufen. Der Tafeltermin ist ja wegen Feiertag von Montag auf Dienstag verschoben wordn. Theoretisch können wir dann auch die Gerichte für den Rest der Woche planen. Werde ich mal vorschlagen. Ansonsten ist bereits auch geklärt, dass sie am 11.11. mit zum nächsten Neurotermin kommt. Wenn der Termin beim ärztlichen Dienst nämlich erst danach ist, würde eine schriftliche Stellungnahme meiner Neurologin das Ganze etwas vereinfachen.

Ich bin so… motiviert… dass ich nach dem Termin vorhin erst mal gekocht habe. (Was vllt. auch an der aufgeräumten Küche lag ^^) Noch kann ich auch kein wachsendes Chaos hier entdecken. Es sieht immer noch so aus wie am Sonntag. Erstaunlich.

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6 thoughts on “Betreuung – Termin #1 – 26.10.10

  1. klingt gut 🙂 – und Arbeitstherapie mach ich ja auch (aktuell Tischlerei, aber auch die Buchbinderei war aus diesem Bereich) – wir hätten hier auch noch Gärtnerei und Näherei, frag einfach mal nach was es da bei euch für Angebote gibt und welche Zeitrahmen möglich sind, ich mach ja nur einen Vormittag die Woche, normalerweise ist jeden Tag 3 Stunden)

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