Therapie – 29.10.2010

(Ich werde jetzt hier erstmal die aktuellen Stunden veröffentlichen. Allein schon weil ich es „brauche“ um auch über die Betreuung schreiben zu können. Die Artikel über die alten Stunden werde ich noch schreiben und irgendwann einordnen. Glaub ich.)

Da ich so „schlau“ war und mir keine gescheiten Notizen gemacht habe, sind die Erinnerungen an diese Stunde eher verschwommen. ^^ Ich weiß noch, dass es im Endeffekt um Angst ging. Ich weiß allerdings nicht mehr wie wir bei diesem Thema gelandet sind. Herausgestellt hat sich nur, dass „Angst“ eigentlich ein ziemlich zentrales Thema zu sein scheint. Um so interessanter ist es, dass ich in meiner bisherigen Therapielaufbahn noch nie über Angst und Angststörungen geredet habe. Geschweige denn habe ich mich selbst damit beschäftigt. Aber nun steht es auf meiner To-Do-Liste und wird mal angegangen. Genauso wie ich noch was zur histrionischen Persönlichkeitsstörung nachschlagen wollte.

In der Stunde selbst hat sie mir an Hand dieser (hier gefunden) Grafik den Teufelskreis von Angstanfällen erläutert. Sie ist ausgehend vom äußeren Reiz jeden Schritt mit mir durchgegangen und hat mit mir besprochen an welchen Stellen man eingreifen kann. Ich selbst war der Meinung, dass man ja bei der Wahrnehmung nichts beeinflussen kann. Man nimmt ja einfach wahr. Meine früheste Idee wären also die Gedanken gewesen. Doch da wurde ich direkt eines besseren belehrt. „Sie können den äußeren Reiz beeinflussen.“ – „Kann ich?“ – „Natürlich, sie können die Situation beeinflussen.“ – „Ah ja….?!?“ – „Nehmen wir als Beispiel ihren Zahnarzttermin heute. Sie haben Angst, weil sie nicht wissen was mit ihnen passiert, und weil die letzten Wochen soviel schiefgegangen ist und sie keine Lust mehr haben Versuchsobjekt zu sein ohne dass etwas effektives passiert. Aber haben sie schon mal daran gedacht, diese Situation selbst zu steuern?“ – „Ähm.. nein.“ – „Machen sie sich doch vorher mal Gedanken darüber was sie von dem heutigen Besuch erwarten. Und dann reden sie mit ihrem Zahnarzt darüber. Somit lenken sie alles weitere. Sie sind dem Ganzen nicht einfach hilflos ausgeliefert. Reden sie mit ihm bevor sie da mit offenem Mund liegen und nichts mehr ausrichten können.“ – „Okay, ich werd’s versuchen.“ – „Wenn sie da ansetzen, wird ihre Wahrnehmung bereits eine andere sein. Sie haben nicht mehr das Gefühl des „ausgeliefert seins“, weil sie wissen was passieren wird. Auch die Gedanken, dass Gefahr lauert werden vielleicht nicht mehr so ausgeprägt sein. In erster Linie haben sie ja eh Angst vor dem Ungewissen.“ – „Okaaay…“ – (Meine Antwort auf alles, wenn ich nix besseres weiß.^^)

Sie hat mir weiterhin aufgetragen auf meine Atmung zu achten, da ich ihr steif und fest versicherte, dass sich an dieser bei Aufregung/Anspannung nix ändern würde. Offensichtlich hat sie mir das nicht ganz geglaubt. Die Stunde endete mit einer Entspannungsübung die mich echt völlig geschafft hat. Um meine körperlichen Reaktionen beeinflussen zu können sei es halt wichtig meine Atmung kontrollieren zu können und mich auch selbst zu entspannen. Verspannt sitzen würde die gesamte Situation unangenehmer gestalten als entspannt sitzen. Meine Versuche entspannt zu sitzen scheiterten kläglich. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie sich Entspannung anfühlt. Selbst wenn ich mich mit meinem Freund gemütlich auf die Couch haue ist mein Nacken früher oder später verspannt. Irgendwas krampft eigentlich immer. Wie die letzten Wochen zeigen schlafe ich sogar angespannt. Jedenfalls wache ich jeden morgen mit Schmerzen im Nacken oder Rücken auf, weil ich irgendwie komisch geschlafen habe.
Die Situation bei der Therapeutin war mir total unangenehm. Ich kam mir beobachtet vor, was das Entspannen natürlich nicht wirklich einfacher gemacht hat. Im Endeffekt musste sie sogar etwas „lauter“ werden, damit ich mich zusammenreiße und NICHT daran denke, dass sie mich anschauen könnte. Kurz vorher stand ich noch kurz vorm Heulen. Im Endeffekt habe ich es zumindest die letzten 2 Minuten geschafft meine Hände relativ entspannt auf meine Oberschenkel zu legen. Es fühlte sich verdammt fremd an. Scheint als hätte ich da noch einiges zu tun.

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2 thoughts on “Therapie – 29.10.2010

  1. Total interessant!!! Danke, dass du es mit uns geteilt hast! Du sag mal, welche Therapieform macht denn deine Therapeutin? Also Tiefenpsychologie, oder kognitive Verhaltenstherapie? Hört sich mir eher nach dem ersteren an.

    • Ne… ist kognitive VT… 🙂 Von Tiefenpsychologie halt ich für mich persönlich nix. Weiß nicht ob du meinen Blog da auch schon gelesen hast… aber inner ersten Stunde haben wir über Verhaltensanalyse geredet *g*

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