Robert Enke – Teil 2

Ja, mir geht es mit dieser Offenheit besser. Mir geht es damit gut zu erklären was in meinem Kopf schief läuft. (Nicht nur, weil ich mittlerweile auch erklären KANN was da schief läuft…) Ich wollte noch nie so sein wie andere mich gerne hätten… und ich war es auch nie. Nur jetzt sehen es halt auch alle 😉

So wie ihr hier Einblick in mein Leid und mein Leben habt (und auch in die guten Momente…. hoffe ich ^^), so könnt ihr mittlerweile auch das Leben des Robert Enke nachlesen. Die wunderbare Janina hat sich das Buch besorgt, es verschlungen und darüber gebloggt. Es wäre also höchst überflüssig, wenn ich das nun auch noch tun würde. Zumal ich es selbst noch gar nicht gelesen habe. Lest es einfach bei ihr nach. 🙂

Aber auch andere Promis und völlig normale Menschen springen auf diesen Zug auf (Okay.. ich hab es erst geschrieben… DANN ist mir aufgefallen wie bescheuert es ist in dem Zusammenhang einen Zug zu erwähnen xD)und reden öffentlich über ihre Depressionen. Wunderbar! Endlich! Es können nicht genug Menschen tun.

Eine bekannte Zeitschrift titelt in ihrer (zumindest noch heute ^^) aktuellen Ausgabe „Ich war depressiv!“ und lässt die Menschen erzählen. 20 Männer und Frauen brechen das Schweigen und setzen damit ein Zeichen. Viele unbekannte Menschen, aber auch mehr oder weniger bekannte Personen. „Lady Bitch Ray“, Sven Hannawald, Bruce Darnell und wessen Geschichte mich am meisten beeindruckte: Andreas Biermann. Ein Ex-Fußballprofi.

Denn gerade im Sport und im Fußball speziell ist es ein noch viel größeres Tabu-Thema als generell schon. Bei einem Bruce Darnell mag man es hinnehmen, belächeln oder vllt. sogar bewundern, wenn er nun wieder im Rampenlicht steht und einen guten Job macht. Er ist eh sensibel, da passt das. Bei einem Fußballer wird das Thema totgeschwiegen. FUßballer haben stark zu sein. Männlich. Hart. Die haben keine Depressionen. (Und schwul sind sie auch nicht.)

Andreas Biermann war Spieler beim FC St. Pauli, und versuchte sich Ende Oktober ’09 umzubringen. Es scheiterte und 3 Wochen später sah er die Pressekonferenz von Teresa Enke, die über ihren Mann sprach. Er erkannte sich wieder, ließ sich einweisen und blieb 2 Monate in stationärer Behandlung. Er war seiner Mannschaft gegenüber offen, bat sie ihm Fragen zu stellen, wollte alles erklären. Doch niemand hat gefragt. Es wurde einfach ignoriert. Aber nicht ganz, denn sein Vertrag wurde nicht verlängert und kein anderer Verein wollte ihn verpflichten. Es sei nicht einschätzbar wie weit er belastbar ist. „Daran sehe ich, dass Schwäche und Überforderung im Fußball immer noch tabu sind.“, sagt er im aktuellen Stern. Und nicht nur da. Biermann ist froh aus der Maschinerie heraus zu sein und schreibt gerade an einem Buch über seine Erfahrungen. „Später möchte ich Psychologie studieren und als Sportpsychologe Menschen wie mich betreuen. Ich wäre, glaube ich, gut.“ Und das glaube ich auch.

Ich bin jedenfalls stolz auf jeden der das Schweigen bricht. Es tut euch gut! Es ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Holt euch Hilfe, steht dazu, dass ihr Probleme habt. Das Leben ist so viel leichter, wenn man so sein kann wie man ist. Und je mehr dazu stehen, desto normaler wird es irgendwann sein.

Wer die Berichte selbst lesen möchte, der kann sich den Stern im Online-Shop nachbestellen (oder bei mir zum Lesen vorbeikommen ;)). Aktuell befindet sich auf der Seite auch ein Interview mit dem Autor der Enke-Biographie. Lesenswert!

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4 thoughts on “Robert Enke – Teil 2

  1. Pingback: Ostergewinnspiel bis 15.04. teilnehmen « Willkommen in der Svüchiatrie!

  2. Deine Enke-Einträge sind ja schon ein paar Monate alt, aber ich bin halt jetzt erst drauf gestoßen, durch deinen aktuellen Post. Ich denke, jeder Betroffene, der sich öffnet und nach außen hin zu erkennen gibt, das er Probleme hat, hilft einem anderen damit. Ich kann nur hoffen, das deine Beiträge anderen helfen, sich Helfen zu lassen. Und das Buch werd ich demnächst auch lesen, sobald die anderen Wälzer verschlungen sind. 🙂

  3. Pingback: Eigentlich. « Svüchiatrie.

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