Gastartikel – Nisi #2

Arbeitswahn und Autobahn

Uuuuh.. nein! Ich bins sogar wieder. Ich hab euch ja vorgewarnt. Den Arbeitswahn schon angesprochen. Aber wie genau ist das zu verstehen, was soll er, was bewirkt er und woher kommt das Mistvieh überhaupt???? Nein, wenn ihr jetzt denkt, ihr bekommt die Antworten von mir… Geschnitten meine Lieben! So einfach geht das natürlich nicht. Warum auch? Würd mich ja wundern. Ich krieg selten Antworten auf alle meine Fragen oder auch nur Teile davon. Könnte natürlich auch daran liegen, dass ich die Fragen wieder vergesse, während ich doch mal drüber nachdenken wollte. Kommen ja neue. Dummerweise mittendrin, über die dann auch nachgedacht werden will, die aber auch wieder überholt werden und so weiter. Nette Datenautobahn, sag ich euch 😉 Wobei das wahrscheinlich so ungefähr wie die Ironie ist, die Svü bezüglich ihrer Wohnung gerne mal anwendet. Nein, nett ist anders. Man wünscht sich ja schließlich die Antworten. Aber erzwingen kann man ja schließlich auch nix. Also: gekonnt ignorieren.. ?

Aber zum eigentlichen.. der Arbeitswahn! Svü für ihren Teil bezeichnet mich jedenfalls gerne als arbeitswütig. Warum? Weil ich so ungern untätig bin? Ist an sich schon schwer zu sagen. Auf ne gewisse Art und Weise würd ich sogar sagen, dass ich gar nicht arbeitswütig bin.. Vergessen wir mal, dass ich auch schon über 12 Stunden an der Uni war (ja ja, bin ja Chemie-Studentin und auch hier angestellt, arbeite also auch hier, im Labor und so..). Dass meine Fähigkeit zur Entspannung ebenfalls nicht gerade ausgeprägt ist. Ich gestehe auf jeden Fall: Wenn ich der Meinung bin, eine Aufgabe zu haben, hat die auch erledigt zu werden. Weiterhin ist es mir aber lieber, praktische Arbeiten zu haben. Da sieht man auch wirklich, was wann zu tun ist und wann es beendet ist. Diese zwangen mich halt auch zu den langen Arbeitszeiten, indem ich 8 Stunden Reaktion vor mir hatte. Vorher einfüllen und aufheizen, später abkühlen… Dauert halt. Aber das gehört zu den Dingen, die ich ganz gut hinnehmen kann. Und die mir den Stempel „Arbeitswahn“ aufzudrücken scheinen.

Weiterhin hab ich Mitte/Ende September erst meine Masterarbeit abgegeben. Die dauert hier 6 Monate.. Es ist ne lange Zeit, es ist viel zu tun.. Es ist viel zu Schreiben. Somit wieder viel zu tun und ich beschäftigt. Möchte alles fertig kriegen, möchte alles gut schaffen. Also einmal überhaupt und dann auch wirklich „gut“.. Mein Ehrgeiz scheint in gewisser Weise ja auch ein ganz enger Freund von mir zu sein. Ich kann es nicht haben, wenn etwas unerledigt ist (Klausuren zu einem späteren Zeitpunkt als zum ersten Termin mitzuschreiben wäre somit auch gar nicht möglich gewesen). Ich mag es auch nicht, wenn etwas schlecht ist (wobei ich zum verbessern nicht viele Klausuren nachgeschrieben habe). Aber ich mag es auch nicht, alle meine Freizeit darauf zu verschwenden. Ich hasse es, Vorträge zu halten und die Sachen dafür zu lesen. Von daher ist es unglaublich, wie viele Sachen ich schon in letzter Minute geschafft habe. Es ist verwunderlich, wie gut man doch ne Nacht lang wach bleiben kann und arbeitet, wenn man es einfach „muss“. Ich trink außerdem erst seit dem Studium (und auch da nicht von Anfang an) Kaffee. Und jetzt möchte ich mir kein Leben ohne Kaffee mehr vorstellen. Wobei man ja auch mal drauf verzichten kann (sollte!!!). Die Klausuren, die immer zum ersten Termin geschrieben wollten, waren grundsätzlich alle innerhalb von 2 oder 3 Wochen nach Vorlesungsende. Wenn man nicht durcheinander lernen kann, hat man währenddessen außerdem auch keine Freizeit. Die in diesem Studiengang eh rar ist, weil man entweder Vorlesung hat, an Praktika teilnimmt (auch in der vorlesungsfreien Zeit, also was soll bitte das gemeine Wort „Semesterferien“??), dazu Protokolle schreibt und ansonsten natürlich die Klausuren hat. Faule Studenten gilt hier nicht. Jedenfalls nicht in Regelstudienzeit. Bin ich jetzt arbeitswütig, weil ich mein Studium in Regelstudienzeit hinter mich bringen wollte? Weil ich schon mal ab und an sag „ich muss das hier noch machen..“ oder ähnliches? Anwesenheit in der Uni?

Auf jeden Fall kann ich sagen, dass es einem selbst ganz schön zusetzen kann. Müdigkeit, Erschöpfung, Zweifel, Wut. Was auch immer einem sonst noch zusetzen mag. Apropos Zweifel.. Manchmal frag ich mich, ob ich soviel tun will, damit ich das Gefühl habe, was getan zu haben. Ich finde, es ist auf eine gewisse Art und Weise ein befreiendes Gefühl. Schließlich fühlt man sich besser. Dann ist es ja kein Wunder, dass man bestrebt ist, dieses Gefühl häufiger zu haben. Es ist einfach grausam, wenn man nichts geschafft hat. Dann bekommt man auch gleich das Gefühl, nichts wert zu sein. Fragt sich, warum man überhaupt da ist. Was man tun soll. Wofür, warum, weshalb? Arbeitslohn als Therapie gegen Minderwertigkeitsgefühl. Ja, manchmal kommt es mir so vor. Aber ich befürchte, dass mir manche Leute dafür jetzt derbe was dagegen sagen würden. Mich für verrückt halten. Allen voran Svü, also auf auf 😉 Sag mir schon, dass ich verrückt bin, wenn ich meine, ich würd zu wenig tun.. ^^

Dazu passend außerdem.. Bekam ich eine Karte von ihr.. Hübsches Schild drauf. roter Kreis mit durchgestrichenem Sofa. „Komme ohne Therapie durch! Danke“… Miststück du ❤ Ich lieb dich trotzdem *knutsch*

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