Therapie – 27.01.11

Unglaublich aber wahr, ich schreibe den Therapiebericht am selben Tag wie der Termin stattgefunden hat. 😀

„Das Lernen ist nicht das Problem,…. sondern der Alltag.“ Madame Frech lacht.

Ich erzähle ihr wie einfach das Lernen bei meiner Mutter war. Dass es mir Spaß gemacht hat bis zu 7 Stunden am Tag zu lernen, dass ich das Gefühl hatte weiter zu kommen und dass es auch geklappt hat obwohl ich TV und Internet hatte.

Das waren ja meine bisherigen Theorien. TV und Internet lenken mich zu sehr ab. Aber das scheint generell nicht zu stimmen, denn der Fernseher lief nahezu durchgehend und Internetzugriff hatte ich allein wegen dem Uniforum auch ständig. Lediglich Pidgin war die ganze Zeit aus. Aber das hab ich hier auch nicht geändert. Der Messenger ist weiterhin aus.

Auch bei meiner Mutter hab ich auf Facebook und StudiVz gespielt, habe Blogs gelesen und Artikel geschrieben. Ich habe – so gesehen – weniger Zeit am Schreibtisch verbracht als hier. Denn immerhin hab ich es auch geschafft mir 2x am Tag Essen zu machen. Was hier ja direkt schon wieder ein Problem darstellt.  Ich habe einige Serien bewusst geschaut, hab kein Handball-Spiel verpasst und mit meiner Mutter und ihrem Freund gezockt. Aber ich hab auch viel gelernt. Vor allem hab ich auch viel weniger Schlaf gebraucht als hier.

Kaum bin ich zu Hause ist es als wäre ein Schalter umgelegt. Meine Konzentration ist fürn Arsch und ich bin in Gedanken ständig bei meinen anstehenden Terminen und schon im voraus gestresst. Mit 4 Stunden Schlaf komme ich absolut nicht mehr hin. Meine Motivation zum Lernen ist überall, nur nicht bei mir. Zum Kochen muss ich mich zwingen, lediglich das Frühstück funktioniert. Früh aufstehen klappt nur mit Mama als Wecker. („Sie geben Verantwortung ab. Sie haben nicht selbst verinnerlicht, dass sie wirklich früh aufstehen wollen.“, kommentiert Madame Frech den letzten Punkt.  Mir schießt nur „Zielübernahme“ in den Kopf. Yeah, immerhin eine Definition die sitzt. ^^)

Ich erzähl ihr das alles und hoffe auf ein „Ahja, das klingt wie…“ Aber nein, das kommt nicht. Sie schaut mich nur ratlos an und hat selbst keine Ahnung was da in mir passiert. Na klasse. Wenn nicht sie, wer dann? ^^ Jaja, ich selbst. Aber das funktioniert ja offensichtlich auch nicht. Hmpf.

„Sie haben also alles hinbekommen, solange sie sich dem Ablauf ihrer Mutter angepasst haben. Und das obwohl sie doch eigentlich immer anders sein wollen. Schon doof, ne?“ – „Macht es jetzt nicht unbedingt besser.“ Manchmal würde ich sie für ihr Grinsen gerne schlagen. Aber nur manchmal. Sie hat ja schließlich Recht. „Aber warum da der Schalter bei ihnen umgelegt wird verstehe ich auch nicht.“ Super.

(Wo sie gerade wieder auf meiner Hand liegt. Natürlich kommen hier die Katzen noch hinzu. Die lenken schon ganz schön ab oder stören auch mal, wenn sie sich auf den Schreibtisch werfen, Nell sich auf meine Maushand legt, oder einfach direkt auf beide Arme. Aber das kann ja nicht das ganze Problem sein. ^^)

Dann fehlt mir ein Gesprächsstück. Natürlich das was zum Ergebnis geführt hat. Welches auch sonst. 😉

„Erinnern sie sich an die letzte Stunde? Da hatten wir das Thema doch auch. Dass ihnen alles so groß erscheint. So aufwändig, so riesig. Vielleicht messen sie den Dingen zu viel Bedeutung bei. Ich nenne das auch gerne „Hausfrauensyndrom“. Je mehr  Zeit man hat, desto größer erscheinen einem die Dinge und desto weniger bekommt man hin. Stellen sie sich vor sie wären eine Schwerstarbeiterin ^^ und müssten alles ausserhalb der Arbeit in einen sehr kleinen Zeitbereich packen. “ – „Ja… so nen Fall kenn ich, aber das artet schon im anderen Extrem aus. (Na, wer fühlt sich angesprochen? ^^) Wenn ich unter Zeitdruck bin funktioniert das ja auch alles irgendwie. Aber ich hab ein Problem damit dem weniger Bedeutung bei zu messen. Wenn ich jetzt 100x nicht gekocht habe und dann mal koche, dann kann das doch schlecht als „normal“ runterspielen. Dann darf ich doch trotzdem stolz sein?!“ – „Ja natürlich, es geht ja auch nur um den Zeitfaktor. Sie haben sich da halt einen Weg ausgesucht der jede Menge Eigenmotivation fordert, mit den Vorgaben einer Ausbildung wäre es halt leichter.“ – „Eine Ausbildung ist aber immer noch nicht mein Ziel.“

Fazit: Zeitmanagement. Ich schreib dann wohl mal wieder nen Tagesplan, ne? ^^

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3 thoughts on “Therapie – 27.01.11

  1. Ich konnte auch nie in meiner Miniwohnung lernen. Gut, in Krankheitsphasen habe ich das trotzdem getan, im Bett. Aber sonst fehlte mir auch die Ruhe. Ich glaube, es hat seinen Sinn, warum auch andere Studenten für Abschlußprüfungen im Büro gelernt haben. 😉
    Ich denke, Du solltest auf die Quantität des Gelernten achtgeben, nicht auf die benötigte Zeit.

  2. Pingback: 2011 – Teil 1 (Therapie). | Svüchiatrie.

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