Das Leib-Seele-Problem.

Oder: Schmerzbedingter Amoklauf.

Ich führe Krieg und ziehe tagtäglich in die Schlacht. Nein, falsch. Eigentlich führe ich ja zwei Kriege. Zum einen den Krieg mit meinem Uni-Skript in dem ich heute zwei entscheidene Schlachten gewonnen habe.

1. Ich glaube ich habe tatsächlich verstanden was Kant mir sagen will. Unglaublich. Ich werde das allerdings nicht weiter vertiefen, sonst werde ich mir doch noch unsicher. 😉

2. Die Vorlesung über das Leib-Seele-Problem war sowas von verständlich, dass ich mich frage wieso das Skript einem vermitteln möchte, dass man der größte Vollidiot unter der Sonne ist. Ich hab es jedenfalls verstanden. Auf Anhieb. Während ich die schriftliche Fassung für japanisch halte.

Der zweite Krieg den ich führe, ist der gegen meinen Körper. Dieser hat nämlich beschlossen, dass er mich unbedingt töten möchte. Anders kann ich mir diese Schmerzen nämlich nicht erklären. Meine Tabletten sind leer, nun müssen die meiner Mutter dran glauben. Ich würde ja sagen: „Ich könnte heulen vor Schmerz.“, aber ganz ehrlich? Selbst dafür bin ich schon zu … resigniert? Heulen würde ja auch nichts bringen. Es würde immer noch weh tun. Und ich wüsste immer noch nicht was ich gegen tun soll. Ich glaube ich habe sämtliche Gedanken zu diesem Thema bereits gedacht und dabei ist mir aufgefallen, dass es schon an Ironie des Schicksals grenzt, dass ich diesen Artikel heute schreibe. (Mich über meine Schmerzen auszukotzen hab ich heute früh geplant, dass ich die Vorlesung schaue und verstehe hat sich erst gerade eben ergeben. ^^)

Dazu vielleicht kurz eine Aufklärung für alle Nicht-Philosophen und Psychologen und alle anderen armen Menschen die sich schon mal mit der Theorie des LS-Problems auseinander setzen mussten: Beim LS-Problem geht es um das Zusammenwirken von Geist und Körper. Oder Mentalem und Körperlichen. Die Interaktion zwischen (in meinem Fall) 89kg und etwa 1300 g. Die Kommunikation von Psyche und Physis und dessen Ergebnis. Wie zur Hölle hängen sie zusammen? Und was beeinflusst wen?

Und wie hängt das nun mit meinen Schmerzen zusammen? Na?

Ganz einfach. Ich weiß mittlerweile nicht mehr wo sie herkommen. Die letzten Tage sind sie einfach da. Und es fühlt sich nicht mehr so an als kämen sie vom Nacken. Im Moment ist – meiner Meinung nach – verstärkt mein Zahnfleisch der Übeltäter. Wie auch immer das nun passiert ist. Es tut genauso schrecklich weh wie die Schmerzen die – wohl eventuell?! – vom Nacken kamen und das Ohr ist auch diesmal schön mit von der Partie. So gesehen unterscheidet sich das Ganze jetzt nicht so sehr. Mal davon abgesehen, dass ich mir jetzt Eisbeutel ins Gesicht halte und nicht mehr Wärmekissen auf den Nacken. Es tut einfach nur sowas von verdammt weh.

Ja, Schmerzen schränken die Lebensqualität geringfügig ein. Und ob ich jemanden der aus Schmerz Suizid begeht auch einen Feigling nennen würde müsste ich aktuell noch mal stark überdenken. Der Gedanke, dass es dann einfach aufhört ist echt viel zu schön. Wie fühlt sich Schmerzfreiheit eigentlich an? Mir fehlt die Erinnerung. Aber ich schweife ab.

Also. Wo kommt das nun her? Ist es der Rücken/Nacken? Oder kommt es einfach direkt vom Ohr? Ist es der im letzten Jahr so beanspruchte Kiefer? Oder ist es am Ende doch einfach mein Hirn was allen möglichen Nervenbahnen sagt: Stresst sie! ?

Wenn einem sowohl Zahnarzt als auch Orthopäde nach Hause schicken und ihren Part der Arbeit offensichtlich erledigt haben, es aber eher schlimmer als besser wird, dann taucht die Frage der Psychosomatik natürlich auf. Mal ganz davon ab, dass sie bei Verspannungen im Rücken/Nacken-Bereich sowieso immer im Raum steht.

„Bilde“ ich mir den Schmerz mittlerweile vielleicht schon „ein“? Konzentriere ich mich da einfach so drauf, dass ich jedes kleine Ziehen schon als „Schmerz“ interpretiere? Hauen vielleicht schon die Tabletten zurück? Oder ist da doch irgendwas wirklich kaputt? Und wenn ja wo?

Beim Zahnarzt komme ich mir mittlerweile schon vor wie eine Hypochonderin. Immerhin sind wir seit August? September? *grübel* auf der Suche nach der Schmerzquelle. Zuletzt meinte er, dass das was ich da als Reaktion auf sein Gepuste spüre die „normale Kälteempfindlichkeit“ sein müsste. Naja… also normal ist die nicht. Aktuell kann ich sowohl Heiß- als auch Kaltgetränke (Zucker sowieso) etwa eine Viertelstunde lang in meinen Nervenbahnen verfolgen. Spaßig, echt. Sofortiges Zähneputzen reduziert das zwar auf etwa 5 Minuten, wird aber vom Zahnfleisch nicht so begeistert aufgenommen. Schön.

Meine Knirsch-Knack-Schiene erzeugt zusätzlich noch die ein oder andere schmerzhafte Druckstelle. Trage ich sie jedoch nicht knacke ich nach spätestens zwei Nächten wieder mit dem Kiefer und hab Schmerzen. (Also andere, welche die ich dem sogar zuordnen kann. Olé.)

Durch…was? Schlafen jedenfalls nicht. Selbst betrunken + Tablette + völlig übermüdet bin ich nach 2 Stunden vor Schmerzen wieder wach geworden. Ich dachte betrunken spürt man nicht so viel? Von wegen.

Mein erster Gedanke morgens: Na, wie schlimm ist es? Solange ich liege ist es meistens sogar noch okay. Doch wenn ich mich dann erst mal bewege und der Kreislauf anfängt zu arbeiten und die Durchblutung so richtig schön in Fahrt kommt… dann würd ich mich gerne wieder hinlegen. Oder einfach eine „Alles-Taub-Spritze“ bekommen. Wieso wird eigentlich jeder bei Verspannungen schmerzfrei gespritzt nur ich nicht? Wenigstens die nächsten beiden Wochen wäre das doch mal echt nett. Denn Lernen klappt allenfalls „zugedröhnt“ und mit betäubender Zahnfleisch-Salbe. Und dann klappt es natürlich auch nicht so wirklich. Komisch, nicht? 😉

Davon abhängig die die nächsten 12 Stunden so werden, werde ich wohl höchstwahrscheinlich nicht darum herum kommen hier im Kaff mal einen Arzt aufzusuchen. Wie ich mich freue. Fremde Ärzte. Fremde alte Ärzte. Mir wird jetzt schon schlecht. Aber vielleicht hat der ja noch nen guten soliden Hammer in der Praxis und zieht mir einfach einen über. Wäre auch okay.

Wenn ich wieder zu Hause bin – und mich bis dahin noch nicht vor mein eigenes Auto geworfen habe – werde ich wohl mal einem Neurologen auf den Geist gehen. Vielleicht weiß der ja was. Und mein Zahnarzt, soll mich am Montag bitte noch mal schön auseinander nehmen. (Nachdem der mich komplett taub gespritzt hat bitte. Ich freue mich jetzt schon auf die Betäubung. Ehrlich jetzt.) Irgendwo muss der Mist doch herkommen. Und selbst wenn ich ihn mir „einbilde“. Dann muss mir doch wenigstens jemand was gegen die Symptome geben können. Die Ursachen können wir gern bekämpfen, wenn ich wieder bei Verstand bin…

So macht das Leben jedenfalls keinen Spaß.

Und nein: Ich möchte jetzt kein. „Du tust mir so leid.“ etc. hören. Das ist zwar lieb gemeint, aber a) war das hier jetzt nicht meine Absicht und b) kann ich mir – so hart das nun klingt – davon auch nichts kaufen.

Angebote für einen K.O.-Schlag nehme ich allerdings gerne an.

Ich will einfach nur, dass es aufhört.

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10 thoughts on “Das Leib-Seele-Problem.

  1. Erstens.. heeey! Mein Hausarzt ist auch alt >.<
    zweitens: könnte der gute solide Hammer dich zum bluten bringen und garantiert dazu, dass du ne Weile nicht lernfähig bist
    drittens: wie willst du dich effektiv vor dein eigenes Auto werfen? Selbst schizophrene Persönlichkeiten haben nur einen Körper 😛
    weiterhin bin ich für Mitleid nicht geeignet und für K.O.-Schläge leider auch nicht. Sorry!

    • Ach, du könntest mich sicher ins Koma schlagen 😉
      Im Endeffekt war der Zahnarzt ja nicht mal alt *lach*
      Ich hab nur das Vorurteil, dass Dorfärzte auch immer alt sind… ^^

      Und ich wollte auch nur dass die Schmerzen aufhören. Alles andere war egal.

  2. Es ist durchaus möglich, sich selbst zu überfahren. Ich erinnere mich da an Brian Harvey, der früher bei mal East-17 gesungen hat & dies Kunststück vollbracht hat. Allerdings lag der dann auf der Intensiv, ich bezweifle, dass da lernen möglich ist 😉

  3. Boah, bist Du kaputt. So viele Fehlerquellen kann’s doch gar nicht geben, oder?
    Ich empfehle einen Neustart. *Ironie off*

    Klingt ganz schön psychosomatisch.

    ach und: Glückwunsch zum Kantverstehen, an dem knabber ich immer noch.

    • Zum Teil. Also dass ich mir die einen Schmerzen nicht „eingebildet“ habe, haben wir ja jetzt gesehen. Rein biologische Ursache. Aber die Verspannungen im Nacken wurden natürlich stärker sobald ich zu Hause war. Da hab ich dann doch die nette Psychosomatik. *g*

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