Therapie – 14.04. + 28.04.11

Am 14.04. habe ich dann mit dem bereits erwähntem „Test“ zum Selbstschädigendem Verhalten angefangen.  Ich muss gestehen, dass das zu Grunde liegende Konzept mich nachhaltig beeindruckt und mir wirklich gefällt. So sehr, dass ich mich zumindest schon mal zum googeln hinreißen lassen konnte und auch geschaut habe ob es das Anwendungsbuch in meiner Bibliothek gibt, leider nicht.

Es handelt sich hier um die Schematherapie nach Jeffrey Young. Einen kurzen Überblick darüber könnt ihr hier bekommen. Auf der Seite werden 8 Schemata als „die häufigsten“ bezeichnet. Generell wird von 19 geredet. Auf einer weiteren Seite habe ich eine Auflistung von 18 Lebensfallen (Schemata) gefunden. Der – wohl von meiner Therapeutin selbst zusammengestellte – Test umfasste bei mir Fragen zu 10 dieser Lebensfallen. Leider stelle ich gerade fest, dass ich diese nicht mehr aus dem Kopf zusammen bekomme. Also werde ich mir wohl mal eine Kopie des Bogens machen lassen müssen. Die an die ich mich erinnere liste ich hier mal auf.  Entnommen habe ich diese aus dem oben genannten Link zu den 18 Lebensfallen.

  • Emotionale Entbehrung: Davon sind Menschen betroffen, die die meiste Zeit ihres Lebens (und ihrer Kindheit) niemanden hatten, der sich in ihre wahren Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse eingefühlt, und sich mit echtem Interesse und Einfühlsamkeit um sie gekümmert hat.
  • (Grandiosität / Besonders sein: Beschreibt Menschen, die es hassen, eingeschränkt oder gebremst zu werden, weil sie der Ansicht sind, dass sie sich nicht um die Regeln und Konventionen kümmern müssen, die für andere Menschen gelten.) Bin ich mir nicht mehr sicher, ob dieses Schema dabei war…
  • Unzulänglichkeit / Scham: Diese Menschen haben das Gefühl, dass sie es niemals wert sein werden, von anderen Liebe, Aufmerksamkeit oder Respekt entgegengebracht zu bekommen, egal wie sehr sie sich bemühen.
  • Unterwerfung: Diese Menschen lassen in Beziehungen immer den anderen die Oberhand; es ist ihnen ungeheuer wichtig, anderen zu gefallen, um nicht zurückgewiesen zu werden.
  • Unerbittliche Standards: Beschreibt Menschen, die immer in allem der oder die Beste sein müssen, und sich permanent unter Druck fühlen, Dinge zu erledigen und Ziele zu erreichen. Ihre Beziehungen leiden darunter, dass sie sich dauernd selbst so unter Druck setzen.
  • Misstrauen / Missbrauch: Die Betroffenen sind anderen gegenüber dauernd auf der Hut, weil sie befürchten, von anderen absichtlich verletzt oder missbraucht zu werden. Wenn jemand nett zu ihnen ist, sind sie sicher, dass er oder sie damit etwas Bestimmtes bezweckt.
  • Abhängigkeit / Dependenz: Beschreibt Menschen, die sich oft hilflos fühlen und sich nicht imstande sehen, ohne Hilfe anderer Entscheidungen zu treffen oder Dinge anzupacken.
  • Versagen: Betrifft Personen, die glauben, dass sie niemals Erfolg haben werden und dass sie weniger talentiert oder klug sind als nahezu alle anderen Menschen.
Der Ablauf war folgender. Zu jeder der „Lebensfallen“ gab es einen Fragebogen mit 10 Aussagen, die man mit einem Wert von 1 (trifft gar nicht zu) bis 6 (beschreibt mich voll) beantworten sollte. Anschließend wurden die Punkte addiert und ausgewertet. Ein Wert ab 30 aufwärts bedeutete, dass diese Lebensfalle eine große Bedeutung im Leben spielt. Auch hier wurde noch weiter unterteilt,  da meine Werte allerdings die 37 nicht überschritten, habe ich daran keine Erinnerung mehr. Anschließend gab es einen weiteren Bogen zu diesem Schema. Hier waren mögliche Ursachen für einen erhöhten bzw. hohen Wert angegeben. Hier war es wichtig sich zu erinnern und zu schauen wie es in der eigenen Kindheit abgelaufen ist und ob Parallelen zu erkennen sind.

Die Beantwortung der dazugehörigen Fragen war interessant. Einige der Ergebnisse bestätigten mich in meinen Erwartungen, andere überraschten mich ziemlich. Teilweise kann das aber auch nur an der jeweiligen Bezeichnung gelegen haben.  Beispielsweise kann ich mich mit dem Begriff  „Unterwerfung“ – in diesem Zusammenhang – nicht anfreunden. Die dazugehörige Beschreibung trifft es aber ziemlich. Um so weniger verwunderlich, dass ich da meinen persönlichen Höchstwert erreicht habe. Aber auch „Versagen“ , „Unzulänglichkeit“ und „Unerbittliche Standards“ hatten mittige 30er Werte. Ebenso wie „Emotionale Entbehrung“. An den Wert von „Abhängigkeit“ erinnere ich mich jetzt nicht mehr, vermutlich wars aber eine mittige 20. Ich werde korrigieren, wenn ich den Bogen bekomme. Nicht überrascht hat mich die sehr niedrige 19 bei „Missbrauch“. Auch wenn meine Träume mir immer etwas anderes erzählen wollen. ^^ Generell habe ich allerdings, wie man sieht, trotzdem einige Lebensfallen verinnerlicht. 
Die Beantwortung der Fragen gelang mir nicht vollständig am 14.04., weshalb der Test am 28.04. beendet wurde. Auch eine erste Besprechung fand an diesem Tag statt. Sie bat mich das Schema auszusuchen in dem viele 5en und 6en zu finden waren und welches mich – meiner Meinung nach – am meisten belastet. Ich wählte „Versagen“.
Versagen: Betrifft Personen, die glauben, dass sie niemals Erfolg haben werden und dass sie weniger talentiert oder klug sind als nahezu alle anderen Menschen.“
Im Folgenden gingen wir die einzelnen Aussagen zu diesem Schema durch. Mit Blick auf meine „trifft voll zu“ Antworten. Es ging um den beruflichen Erfolg und den Vergleich mit Gleichaltrigen. Um Scham im Zusammenhang mit den eigenen Leistungen. Um das „nicht weiterkommen“. Trotz der bestandenen Klausur liege ich halt weit zurück. Und selbst wenn man weiß, dass man sich nicht an der Norm messen sollte, so kommen immer wieder unangenehme Situationen auf in denen man sich „kleiner“ als andere fühlt, weil man von keinem Beruf erzählen kann, kein Geld verdient und einfach noch einen weiten Weg vor sich hat. 

Irgendwie gab es einen Schwenk zum Sportunterricht und dass ich mich von der 5. Klasse an effektiv geweigert habe Dinge auszuprobieren von denen ich glaubte, dass sie schief gehen könnten. Dass ich mich blamieren könnte und dass mich jemand auslachen würde. Dass es immer mehr wurde und ich mittlerweile in allen Lebensbereichen dieses Verhalten zeige. Beliebtes Beispiel: Ich tanze nicht, weil ich glaube, dass ich es nicht kann und davon ausgehe, dass sich jemand über mich amüsieren würde. Ich lasse es nicht, weil ich es nicht will. Mir fällt noch ein weiteres immer präsentes Beispiel ein, aber das würde ich glaub ich nicht mal passwortgeschützt bloggen. ^^
Zu diesem Verhalten ist es wohl – unter anderem – gekommen, da viele meiner Handlungen übermäßig (schlecht) von Mitschülern und Eltern kommentiert worden sind. Wären sie unkommentiert geblieben hätte sich in mir wohl nicht gefestigt, dass jedes Verhalten – irgendwie – bewertet wird. Damit endete die Stunde auch und nun weiß ich zwar wieso und warum, aber immer noch nicht wie ich das wieder gerade biege. 😉
Die Sitzung am 28.04. war die vorläufig letzte. Über Ostern hat Madame Frech den Antrag auf Verlängerung fertig gestellt und abgeschickt. Ihrer Aussage nach dauert es etwa 2-4 Wochen bis die Antwort vom Gutachter kommt. Danach wird telefonisch ein neuer Termin ausgemacht. Offensichtlich hat sie keinerlei Zweifel daran, dass der Antrag verlängert wird. 


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4 thoughts on “Therapie – 14.04. + 28.04.11

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