Experiment – Ruhetag.

Für jemanden der arbeitet dürfte es merkwürdig erscheinen. Wieso sollte eine Arbeitslose Probleme haben einen Tag nichts zu tun? Das ist doch eigentlich genau das was sie auch sonst tut, oder? 😉

Doch genau das ist eins meiner größten Probleme. Entspannt nichts tun. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne ein gehetztes „das und das muss noch erledigt werden“ Gefühl. Die Folge davon? Die immer wiederkehrenden „zuviel“ Tage. Tage an denen gar nichts mehr geht. So wie es jetzt die letzten 2 Wochen häufig der Fall war. Also gab es dann jetzt von D. meiner Betreuung die Aufgabe: „Montag machst du dann mal nichts.“ Ähm ja…

Ich gestehe… ich habe es mir auch nicht so schwer vorgestellt. Den ganzen Tag einfach nur Gammeln? Geht doch leicht. PC und TV an und alles ist super… ja von wegen.

Der Drang alles mögliche zu tun ist ziemlich groß. Allein 3 mögliche Verabredungen fallen mir ein, die ich heute treffen könnte. Eine hatte ich sogar schon getroffen. Ich wollte zu meinem Herzmann fahren. Aber obwohl ich ihn wahnsinnig vermisse sobald ich ihn nicht sehe, wäre die Bahnfahrt wieder mit Stress verbunden. Ich müsste zu einer Uhrzeit schlafen gehen die meinem Rhythmus widerspricht und morgen früh um 5 Uhr wieder Bahn fahren. Entspannt ist anders. Selbst wenn man dafür neben ihm schlafen dürfte. (Abgesehen davon kommt er so um Big Brother rum ;)) 

Also habe ich die Verabredung wieder abgesagt und fahre stattdessen morgen und halte mich jetzt mühsam davon ab mich zum Cachen zu verabreden. Denn man mag es nicht glauben… ich bin körperlich im Moment auch ziemlich im Eimer. Da wäre draußen herum laufen jetzt auch nicht wirklich entspannend. Also… lassen wir das. 

Bleibt noch der Drang hier aufzuräumen. Dieses „so geht es nicht… es muss anders sein“. Prinzipiell ist ein Aufräumdrang auch nicht zu verachten, oder? Aber der Gedanke dabei ist falsch… es „muss“ jetzt nicht. Heute muss gar nichts. Deswegen läuft jetzt nur die Spülmaschine und zaubert mir hoffentlich einen sauberen Topf hervor. Denn kochen sollte ich vllt. schon 😉 Sogar einen Plan gibt es dafür schon. Es wird einen leckeren Bauerntopf geben der den super Nebeneffekt hat, dass ich meine Kartoffeln endlich mal verwende und die Paprika auch nicht mehr zum Wegrennen kommt. Hackfleisch hab ich ja zum Glück fast immer eingefroren. Wobei ich das mal überzeugen sollte schnell aufzutauen… 

Wie sieht mein Ruhetag also aus?

11 Uhr völlig entspannt ohne Wecker aufgestanden. Kein hektischer Blick auf die Uhr. Kein schlechtes Gewissen, weil ich zu lange geschlafen habe.

12.30 Uhr Verabredung wieder abgesagt und auf morgen verschoben. Ein Hoch auf diesen so verständnisvollen, wundertollen Mann…*herzchen mal*

13.00 Uhr Kanne Kaffee gekocht, Feedreader fertig sortiert, Spülmaschine aus- und eingeräumt

14.00 Uhr Blogartikel angefangen ^^

16.30 Uhr Gekocht, gegessen, geduscht… Dailykiller geschafft…. Kommentare beantwortet… und nun bin ich hundemüde. Aber sowas von. *gähn*

19.30 Uhr Der Druck steigt. So langsam wird das Gefühl den Tag über nichts sinnvolles getan zu haben größer. Einschlafen gerade war wirklich schwer, obwohl ich hundemüde war. Aber die ganze Zeit dachte ich mir, dass ich schnell einschlafen muss, damit ich auch schnell wieder aufwache und noch was vom Tag habe. *kopf an wand* Ich habe natürlich auch erst mal ne Menge Müll geträumt. Jetzt bin ich seit knapp einer Stunde wach und habe ein paar Blogs gelesen und Kaffee getrunken. Aber ich bin gerade wirklich unentspannt… als müsste ich jetzt noch eine Menge tun bevor der Tag zu Ende ist… und immer wieder wie ein Mantra… „Du musst gar nichts….“

Und jetzt veröffentliche ich den Artikel… und aktualisier ihn einfach im Laufe des Tages noch ein paar mal… also immer mal wieder reinschauen, wenn es interessiert.

20.50 Uhr Mit Herzmann geschrieben und meinen neuen Kalender gefüllt. Der alte ist von den Katzen nun mehrfach gebadet worden und fällt damit raus. Der neue… ist ziemlich interaktiv. Er hat mich bei Nanu-Nana sofort angelacht, aber die Handhabung könnte noch anstrengend werden. Es fehlt die Monatsübersicht. Die werde ich mir also selbst irgendwie etwas gestaltet müssen, denn ohne komm ich gar nicht klar. Da verliere ich den Überblick über Kontrolluntersuchungen, Geburtstage und Rezeptbedarf… Den Gedanken, dass man in fast 1,5 Stunden mehr hätte erledigt haben können verdränge ich mal… ganz ganz weit… *hust*

21.05 Uhr Gerade zerspringt mein Herz mal wieder, bei dem Gedanken an ihn… Meine Güte bin ich dankbar ihn zu haben.

23.18 Uhr Telefoniert, Big Brother geschaut, telefoniert, über Caches geredet und versucht die Koordinaten für einen Cache zu erspielen, drüber nachgedacht Pharmama um Hilfe zu bitten bei einem anderen Cache. *g* Weiter am Kalender gebastelt und irgendwie die Zeit aus den Augen verloren… der Druck steigt. Ich glaube auch zu wissen wieso das gerade so ist. Ab morgen gibt es wieder Termine. Meine Zeit ist nicht mehr frei. Dabei erwartet mich morgen noch nichts schlimmeres. Nur ein Termin mit D. und Nachmittags dann zum Herzmann. Erst der Mittwoch wird ätzend. Aber wenn der heutige Tag vorbei ist… dann ist der Mittwoch halt näher dran. Wie nervig mein Kopf doch ist…. 

Natürlich habe ich Dinge im Hinterkopf gehabt, die ich heute erledigt haben wollte. Auch wenn es nicht so sein dürfte. Aber selbstverständlich hat man doch irgendwas im Kopf. Und natürlich ist nichts davon erledigt. Was sagt das schlechte Gewissen dazu, na? ^^

Dass es hier in der Bude eiskalt ist… macht es auch nicht besser….

02.18 Uhr Der Tag liegt in den letzten Zügen… ich suche mir nur noch ein paar Caches zusammen. In der Hoffnung den Herzmann morgen davon zu überzeugen wie toll frische Luft doch ist… Die Koordinaten für den einen Cache hat mir mein Nun-doch-nicht-Ex-Ehemann erspielt. Pharmama um Hilfe bitten für den anderen hat sich erledigt, da ich wohl ne deutsche Apothekerin… ahhhhhhhh Nati fragen 😀 

Trotz aller Bemühungen macht sich das Gefühl breit heute nichts erreicht zu haben. Fazit für das Experiment? Keine Ahnung.

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4 thoughts on “Experiment – Ruhetag.

  1. Nein, das ist überhaupt nicht merkwürdig.
    Ich glaube, es gibt nur ganz wenige Menschen, die es wirklich schaffen, sich eine eigene Struktur zu geben.

    Genieß die letzten freien Stunden; in die Arbeit stürzen kannst Du Dich morgen wieder.

  2. Versuch mal, an das Lied „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch zu denken. Es hört sich so einfach an, aber so wie du schreibst, ist es das ganz und gar nicht. 😉
    Vielleicht fehlt uns für sowas die Übung 😉

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