Therapie – 17.08.11

Diejenigen von euch, die den letzten Therapie-Artikel lesen konnten werden sicher mehr oder weniger gespannt sein wie es weiter gegangen ist. Ich muss ja sagen, dass ich natürlich Angst vor dem Termin hatte. Nicht allzu knapp. Es war auch am Anfang sehr krampfig. Denn die von ihr per Mail gestellt Aufgabe: „Was brauchen sie von mir?“ konnte ich nicht angemessen beantworten.

Wobei wir jetzt schon wieder diskutieren könnten: „Was ist angemessen?“ Reicht nicht einfach eine Antwort? Muss die direkt bewertet werden?! Das sind Automatismen die mir selbst beim Denken nicht mehr auffallen. Erst wenn ich hier schreibe, dann habe ich manchmal Glück und sehe es. Weil ich das Gefühl hatte sie „angemessen“ beantworten zu müssen, habe ich mich um die Antwort lange gedrückt. So lange bis sie meinte, dass wir keine Zeit verschwenden sollten. „Was bringt es jetzt lange herum zudrucksen, wenn ich dann eh nein sage. Nur weil sie es sich wünschen,  heißt es ja nicht, dass ich es auch tue.“ Madame Frech in bester Laune. 😉

Und es war schwer, obwohl ich mir Notizen gemacht habe… und mal wieder Ilana sehr dankbar bin. Sehr klar war ich mir dabei, dass ich mehr Unterstützung und Halt brauche. Weil ich so schon unsicher genug bin und mich von ihr unter Druck gesetzt fühle. Dabei meinte sie, dass es gar nicht ihre Absicht gewesen wäre. Sie wollte mir nur die Dinge aufzeigen die ich immer gern ausblende. Sie hat es als ihre Aufgabe betrachtet, mir diese Dinge zu zeigen. Und dass ich restlos überfordert bin ist wohl nie wirklich deutlich geworden.

Das erschreckt mich ein wenig. Weil ich eigentlich dachte, dass ich die „Es geht mir  gut“-Maskerade abgelegt habe. Aber offensichtlich nicht weit genug. Offensichtlich verdeckt mein flapsiger Umgang doch noch das ein oder andere was es nicht verdecken sollte. Wie sonst schafft man es über Monate (vor sich selbst) zu verbergen, dass man eigentlich schon lange nicht mehr kann.

Im Laufe der Sitzung – und wir haben das erste Mal überzogen – wurde dann deutlich dass ich gar nicht weiß was ich brauche. Geschweige denn es vermitteln kann. Ich habe einfach keine Ahnung davon was zu viel für mich ist und was gut. Was mich weiter treibt und was mich in den Abgrund stürzt. Also müssen Mittel und Wege gefunden werden um genau das herauszufinden.

Immer wieder Zielüberprüfungen. Neues über einen begrenzten Zeitrahmen ausprobieren. Es in diesem Zeitraum aber auch durchziehen. Danach prüfen und dann die Entscheidung. Verwerfen oder weiter machen. Ich denke da speziell an Entspannungsübungen, (Positiv-)Tagebuch und Schwimmen. Aber auch noch einiges andere. Dinge zu denen ich mich wenn überhaupt selten antreiben kann. Von denen ich aber weiß, dass sie mir gut tun oder es könnten.

Ihr war auch noch wichtig mir zu sagen, dass es alles nur Angebote sind. Dass es sich bei nichts von ihr um Vorgaben handelt. Lediglich um Vorschläge. Was ich letztlich daraus mache, wäre ganz allein meine Entscheidung. Schließlich wäre meine Autonomie ja das eigentliche Ziel.

 

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One thought on “Therapie – 17.08.11

  1. Pingback: 2011 – Teil 1 (Therapie). | Svüchiatrie.

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