Gute-Laune-Post. / Therapie 28.09.11

Poooooooost. Nicht Post! Also nicht das was der Briefträger bringt sondern das was ich hier schreibe. Kapiert? 😉

Der Tag begann bescheiden. Ich hab wieder ewig zum einschlafen gebraucht und im Endeffekt mit Promethazin nachgeholfen. Den Weckruf meiner Mama heute früh habe ich gekonnt ignoriert. Im Halbschlaf habe ich dann auch noch meine Pläne umgeworfen und beschlossen meine Jacke und den Schal (ganz gekonnt letzte Woche nach der OP liegen gelassen) nach der Therapie abzuholen statt vorher. Das hat mir immerhin 45min mehr Zeit im Bett gebracht. Um 9:40 Uhr habe ich es dann doch mal aus dem Bett geschafft. Völlig unmotiviert natürlich. Null Bock auf die Therapie. Überlegt was ich der guten Frau überhaupt erzählen soll. Wie ich am besten klar mache, dass Therapie im Moment vielleicht einfach nicht geht und mich nicht weiterbringt. Da ich um 10.00 Uhr aus dem Haus musste kam ich natürlich etwas ins Schleudern. Hat mich selbstverständlich aber weder vom Patienten schieben noch vom ersten Kaffee abgehalten. Als ich dann die Zahnbürste im Mund hatte, klingelte auch noch das Telefon… super Sache. Ausgespuckt, vertröstet und los. 

Doch dann die Erleuchtung.

Ich hab doch Freiminuten auf dem Handy! Also Sandra fix wieder angerufen und den gesamten Weg über mit ihr gequatscht. Und soll ich euch was sagen? Meine Laune stieg. Als ich dann bei meiner Therapeutin ankam hatte ich ziemlich gute Laune. Kurz gewartet, neue Termine mit ihr gemacht und mal eben so erfahren, dass wir jetzt nur noch 8 Sitzungen haben. Meine Güte vergeht die Zeit. Aber? Na? Genau… das löst mein Problem. Die Therapie abbrechen wird somit überflüssig und gegen Ende streckt sie die Sitzungen eh immer. Also nichts mit jede Woche. Sehr gut. Schätze bis zum Ende des Jahres bin ich versorgt und dann ist es vorbei. Und ich bin wirklich nicht erschüttert darüber, dass sie vorbei ist. Ich mache mir da keine Gedanken drüber und das ist irgendwie… beruhigend. 

Nachdem letzte Woche ja wegen meinem OP-Termin ausgefallen ist, hab ich sie erst mal auf den neusten Gesundheitsstand gebracht. Ist ja ehrlich gesagt im Moment auch das einzige was mich wirklich nervt und belastet. Als sie danach dann fragte worüber wir sonst reden könnten musste ich eingestehen, dass ich nichts wüsste. Es wäre ja gerade alles okay. Dann schwiegen wir. „Solange es was zu jammern gibt hat man was zu erzählen, wenn es dann mal gut läuft sitzt man hier und schweigt.“ Madame Frech grinst. 

Also hab ich erzählt. Dass mein Semesterplan steht. Dass ich gestern sogar schon angefangen habe was zu tun. Dass ich wirklich Lust habe. Dass D. und ich öfter zum Stall wollen und planen das auf ein Praktikum auszurichten. Und dass ich mich wirklich auf die Arbeit mit den Pferden freue. Ganz echt. Ich bin richtig ins Schwärmen geraten. Auch als sie nach dem Herzmann fragte ging es so weiter. *rumschwärm* 

Dann kamen wir auf meine Medikation zu sprechen. Darauf, dass ich sie etwas verschwommen sehe, weil meine Augen nicht auf Distanz fokussieren. „Wollen sie nicht endlich mal damit aufhören?“ Mhm… eigentlich… ja. Aber solange ich nicht über mehrere Monate stabil bin scheue ich mich davor. Obwohl mich die aktuellen Nebenwirkungen echt aufregen.Ich solle mir mal ein paar Studien durchlesen. Bezüglich Antidepressiva und deren Kontraproduktivität. Werde ich tun. Und darüber nachdenken. 

„Es freut mich, dass bei ihnen jetzt alles wieder fließt. … Was können sie tun, damit das so bleibt?“ – Nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Nicht alles in Frage stellen nur weil mal ein Tag mies läuft. Denn eigentlich fließt es ja schon. Und dann wurde weiter geschwärmt. 😉

Von der Therapie aus habe ich dann endlich mal die Jacke abgeholt und auf dem Rückweg gefrühstückt. Ab zum HBF, Kaffee holen, zur Bibliothek den Ausweis verlängern und Schulden bezahlen,  zur Post und die Bahncard-Kündigung einwerfen (was ein Krampf an eine Briefmarke zu kommen…). Klopapier kaufen :D, schauen was das Foto machen bei DM kostet und feststellen, dass man mit dem Klopapier jetzt nicht zu Lidl gehen kann um Saft zu kaufen. Ja, dumm gelaufen. Also Herzmann zum Einkauf schicken. Hat funktioniert (wenn er es jetzt nicht vergessen hat :D). Nebenher mit Mia texten und feststellen dass meine Geschenkidee nicht SO einzigartig ist, denn sie schenkt mir offensichtlich das selbe. Mit Nadine verabreden, Nad den Geburtstagswunsch schicken, Tina Motivation schicken und einfach… gute Laune haben. Vor Schweiß triefen (Warum ist es jetzt so heiß?!), aber mit guter Laune. Alles geschafft was ich mir vorgenommen habe. Und nun eine völlig entspannte Restwoche vor mir haben. Scheiße ist das nen schönes Gefühl. 

Jeden Moment klingelt der Herzmann… und ich freu mich. Hundemüde, aber ich freu mich.

 

Advertisements

9 thoughts on “Gute-Laune-Post. / Therapie 28.09.11

  1. Ach schön sowas zu lesen, ich freu mich mit dir. Geschenk für dich überleg ich mir noch:P
    Ich versuch aber aufjedenfall vorbei zu kommen und wenn es nur eine Stunde ist:)

  2. Pingback: 2011 – Teil 1 (Therapie). | Svüchiatrie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s