Domian – Themennacht (19.01.): Ich will da raus!

Domian möchte mit Menschen reden die in einer unerträglichen Lebenssituation sind und aus dieser raus wollen. Wer die Sendung hören möchte, kann sie hier herunterladen.

Es waren auf jeden Fall viele unterschiedliche Geschichten. Aber meinen Senf könnte ich zu allen dazu geben. Auch wenn ich feststelle, dass das Ganze schwerer ist als ich mir vorgestellt habe.

Zuerst die 55 jährige Frau mit vielen chronischen Erkrankungen. 1980 erkrankt. Arbeitsunfähig seit ’99. Wie kann man so etwas so lange ertragen?Über 30 Jahre krank. Ich weiß nicht, ob ich die Kraft hätte. Denn Besserung ist nicht in Sicht. Sie steckt in einer Beziehung mit einem Mann der wusste, dass sie krank ist, es sich aber nicht so schlimm vorgestellt hat. Kennengelernt über eine Partnervermittlung. Domian stellt es sich schwer vor als kranker Mensch einen neuen Partner zu finden. Und ich denke das können die meisten Leser hier unterschreiben… Und ich frage mich: Wenn man sich in einer Vermittlung kennen lernt und Bescheid weiß, warum lässt man sich als Mann darauf ein, wenn man absolut nicht damit umgehen kann? Es geht um chronische Schmerzen, Operationen und durchgehende Gabe von Morphium. Entweder Schmerzen oder vollständig weggetreten. Warum lässt sich ein aktiver Sportler auf so eine Beziehung ein? Ich kann es nicht nachvollziehen. Denn im Endeffekt leidet sie jetzt unter dem schlechten Gewissen ihm gegenüber. Ihm nicht gerecht werden zu können. In keiner Form. Und warum genau ist direkt das erste Thema so verdammt passend? ^^

Der 56 jährige Mann, der nach Portugal ausgewandert ist, dort seit ’99 eine Beziehung führt und aus der raus will. Aber wenn es darum geht etwas dafür zu tun? Fehlanzeige. „Ich armer hilfloser Mann, weiß einfach nicht was ich tun soll.“ Obwohl die Antwort von außen betrachtet eigentlich klar ist. Aber es ist ja häufig so. Von Außen erkennt man den Weg. Derjenige der drinnen steckt kommt nicht von der Stelle. Trotzdem. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Irgendwie ist er mir unsympathisch. Aber vllt. muss man das selbst hören um es zu verstehen. Etwa bei Minute 15.

Die Ich-habe-das-Alter-nicht-gehört Krankenschwester, die seit September die Diagnose Brustkrebs hat. Metastasen, zwei OP’s, mit schlechter Prognose. Und einem Selbstmordpakt mit ihrem Mann. Dummerweise ist der nun selbst krank und hat plötzlich andere Pläne. Und den Rest der Geschichte versteht man schon nicht. Frau heult und schnieft. Ich verstehe sie nicht und würde gerne vorspulen. Frage mich auch wieso er das Gespräch nicht unterbricht. Tut er bei Tonstörungen sonst auch. Ich empfinde sie leider gerade als Tonstörung. :/ 

47-jährige Frau die sich räumlich von ihrem Mann getrennt hat. 17 Jahre verheiratet. 2 gemeinsame Kinder. Hat ihn verlassen, weil sie mit seiner psychischen Erkrankung nicht mehr klar kommt und er sich nicht genug Hilfe sucht. Angst davor, dass die Kinder leiden wenn sie es wirklich durchzieht. Dass er sich dann – wie angedroht – die Kugel gibt. Stalken und Schlagen alleine reicht ja nicht. Domian wird wütend. Ich auch. Ohne Kinder wäre die Entscheidung klar. Liebe Frau, höre auf ein spätes Scheidungskind: Je früher du gehst, desto besser. Ich kann es nur immer wieder sagen. Das ist keine Zwickmühle. Das ist eine eindeutige Angelegenheit. 

Sandra 26. Will aus ihrem Übergewicht raus. 1,75m + 185kg. Domian sagt: „Das ist ein Tick zu viel.“ An manchen Tagen ist sie strikt. 1000 Kalorien. An anderen dann 30000. Fress-Attacken. In dem Ausmaß übersteigt es meine Vorstellungskraft. Allerdings tut es das schon, wenn sie sagt, dass sie ihr Gewicht erst ab 135kg problematisch fand. Psychische Probleme führen zum Übergewicht. „Ich habe eine unglaublich grauenvolle Familie…“ Ignoriert werden. Behandelt als wäre sie nicht da. So vieles. Ja. Arme Sau. Ernsthaft.

„Du musst die Therapie durchziehen“ sagt Domian. Von ihr ein langgezogenes „Okaaay…“ Immer wieder das gleiche. Menschen die Hilfe suchen. Aber im Endeffekt dann doch keine haben wollen.  Sie reagiert auf den Vorschlag einer Therapie als hätte er ihr geraten auf den Mond zu fliegen. Meiner Meinung nach. Ich frage mich ernsthaft was sie von ihm jetzt hat hören wollen. Ganz ernsthaft. Und ich würde sie das auch gerne fragen. Ohne Therapie wird es aber wohl nicht gehen. Und ja… auch ich habe eine Weile gebraucht um das einzusehen. Und sicher sehe ich auch jetzt noch nicht alles (ein) was man so (ein)sehen könnte. Aber ärztliche und psychologische Hilfe bleibt in vielen solcher Fälle nun Mal der beste erste Weg.

Jetzt habe ich diesen Artikel fertig. 1 Stunde bevor die nächste Themennacht beginnt. So war das nicht geplant. Und zufrieden bin ich auch nicht. Ich kann nicht wirklich greifen was und wie ich schreiben wollte… aber irgendwie… anders. Nun ja.. möglicherweise entwickelt sich das ja auch noch irgendwie.

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