Medis?

Ilana denkt laut nach. Und als ich ihren Artikel mit einem Kommentar versehen wollte, wurde der immer länger und länger… und ich entschied mich dann doch lieber einen eigenen Artikel zu schreiben. Und wieso das ganze schon wieder? Hatten wir doch gerade erst?! Aber nein… offensichtlich hatte nur ich das schon mal… hier in den Kommentaren bei herzlich. Vllt. hätte ich auch da schon einen eigenen Artikel schreiben sollen… aber okay… Warum dieser Artikel?

Zum laut denken. Zur Legitimation meiner Handlung. Um es mir später noch mal durchlesen zu können. Denn immer wenn ich einen Medis-Artikel lese, dann fängt das Grübeln wieder an. Ich bin mir schließlich selten in einer Entscheidung wirklich sicher.

Für die Klick-faulen unter euch. Ilana dröselt in ihrem Artikel unter anderem auf was sie davon abhalten könnte die Medikamente zu nehmen und ob diese Einwände berechtigt sind, oder ob sie unvernünftig und vllt. selbst von der Erkrankung geprägt sind.

Gestern musste ich spontan zu meiner Psychiaterin. D. verkaufte mich mal kurzer Hand als Notfall und 5 Minuten später saß ich im Auto. Klingt dramatisch? Nun ja, ging  um eine Bescheinigung die sonst nicht rechtzeitig da gewesen wäre. Aber wenn man als „Notfall“ am Empfang aufläuft, dann schaut der nette Mann der einen da schon kennt irgendwie plötzlich … mitleidig. 

Jedenfalls musste ich mich spontan an meine Argumente gegen die Medikamente erinnern, denn die gute Frau hatte ja noch gar keine Ahnung… Also landete ich gedanklich wieder bei dem Artikel von Ilana. Und dem Entwurf der hier nun eine Weile rumlag…

Im Endeffekt kam ich mit einem „Ich habe sie abgesetzt und ich würde es im Winter nicht mehr tun“ aus. Sie zog eine Augenbraue hoch und ließ das ganze unkommentiert. Lukas kommentierte das Abends mit einem: „Was soll sie dir Dickkopf denn auch sagen. ^^“ Mau. ^^

Vor der Klausur wieder Medikamente einschleichen war einfach gar kein Thema. Die Nebenwirkungen hätte ich einfach nicht gebrauchen können. Doch danach wieder anfangen, wie D. gestern zur Sprache brachte?

Ganz ernsthaft… warum? Wenn ich diesen Stress hinbekommen habe, wieso soll ich danach wieder anfangen? Was soll dann bitte noch kommen? Mein größter Stress-Alptraum sind nun mal Amt und Uni…. das stehe ich gerade ohne durch. Auch die Trennung habe ich doch ganz gut überlebt. Wofür dann bitte noch Medikamente?

Viel logischer erscheint mir da doch mein Hirn mit frischer Luft und Sport zu beeinflussen. Und ja… natürlich weiß ich, dass ich das auch erst mal tun muss. Aber der Ansatz gefällt mir besser als wieder Medikamente zu nehmen. Ich mag den Gedanken, dass mein Blut „sauber“ ist… auch wenn das jetzt irgendwie… makaber klingt. Und die Entscheidung war nun wirklich nicht eine spontane, unüberlegte. Immerhin habe ich sie über 3 Monate hinweg aus geschlichen. Somit ist in meinen Augen sowieso mehr als fraglich wie lange man den Tabletten überhaupt noch einen Einfluss zuschreiben dürfte…

Ich würde hinter der Entscheidung „Medikamente: Ja.“ einfach nicht mehr stehen können. Und ich gehe auch ehrlich gesagt ganz stark davon aus, dass sie mit zu viel Gegenwehr auch gar nicht wirken. Umgekehrter Placebo-Effekt quasi…

Und selbstverständlich ist da eine ganze Menge Stolz und Ehrgeiz drin. Aber irgendwie brauch ich den ja auch mal.

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6 thoughts on “Medis?

  1. Ich kann wenig oder besser gar nix zum Kern des Themas sagen.
    Aber der letzte Satz – den unterstreich ich doppelt und dreifach!! Jawohl 🙂

  2. Ich denke dass das jeder für sich entscheiden muss – und ich finde Ehrgeiz oder Stolz nicht schlecht – solange das nicht der einzige Grund ist warum man nein dazu sagt (was du ja nicht machst)

    Dazu muss ich sagen, dass es bei mir ja nicht um Antidepressiva geht – ich hab die Möglichkeit die Medis auch nur bei Bedarf zu nehmen, als Bedarf war es auch nie raus, nur dass ich es da weniger nehme.

    Es ging diesmal glaub ich mehr ums Eingestehen und Hilfe annehmen – um die Entscheidung an sich – und weniger um die Medis direkt.

    Wobei ich in einem anderer Meinung bin – ich glaube nicht, dass die Medis bei Abwehr nicht wirken – das tun sie, aber die Nebenwirkunen und Einschränkungen, die nimmt man deutlicher wahr, werden präsenter und lassen die Wirkung noch mehr in den Hintergrund treten – und manchmal (nicht bei dir jetzt) hab ich das Gefühl das manche Leute die Medis nehmen und sich dann noch mehr fallenlassen – so nach dem Motto – die Tablette muss das jetzt schon allein schaffen – ich muss nix mehr für tun – und wundern sich wenn es dann erstmal schlechter geht.

    ps – in der Post war noch nichts

    • Ja… ich bin auch letztens gefragt worden wie man denn am besten an Medikamente kommt… auch mit dem Hintergrund, dass dann alles von alleine geht sobald man ein paar Tabletten schluckt… den Zahn hab ich ihm gezogen… und auf seinen Hausarzt und den Gedanken über Therapie verwiesen… allerdings passiert da dann jetzt wieder gar nichts… auch blöd.

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