Ich übe noch.

Jeden Tag aufs Neue übe ich. Alleine klar kommen. Mir keinen Mann suchen auf den ich mich stütze und verlasse… von dem ich mich abhängig mache. Keinen Mann suchen nach dem ich meinen Tagesablauf richte, weil ich nun mal so bin und das gerne tue. Wobei gerne hier wohl eher im Sinne von „ständig, immer“ zu sehen ist als von einem „macht mir auch Spaß“… Wobei mir Rituale und Gewohnheiten natürlich gefallen… aber die stehen weitaus später zur Debatte als ich damit bereits anfange… und nein… falls es so wirken sollte… ich denke nicht, dass ich den Auserwählten damit belaste. Der Kampf findet in mir statt. Das auf ihn ausrichten. Die Enttäuschung wenn die SMS, der Anruf oder das Treffen nicht so stattfindet wie ich es erwartet, geplant oder was auch immer habe. Und ja… das klingt krank. 

Also übe ich. Es zu unterlassen. Der Zeit ihren Lauf zu lassen. Einfach abzuwarten. Zu genießen, wenn es dann so läuft wie ich es gerne hätte. Aber die Zeit auch nutzen können, wenn es nicht so ist. Nicht abhängig von einer Antwort sein. Die Laune nicht von „gelingen“ oder „nicht gelingen“ abhängig machen. Prioritäten anders setzen. Ich übe. Jeden Tag. Und es ist jeden Tag aufs Neue anstrengend.

Es ist anstrengend KEINE SMS zu schreiben. Nicht zu fragen wann man mal wieder Besuch bekommt. Nicht zu schreiben, dass man vermisst. Einfach zu warten, dass von der anderen Seite her was kommt. Nicht aufdrängen oder betteln. Obwohl ich letzteres wohl immer nur selbst so auffasse. Beim Gegenüber kommt es wohl nicht ganz so negativ an. Immerhin. Macht es aber nicht leichter.

Ich bin dazu übergegangen den Impuls zu unterdrücken. Mich nicht – nur weil ich gerade einsam bin – dazu hinreißen zu lassen jemandem zu schreiben. Und ich halte das hier an dieser Stelle mit Absicht schwammig… denn „jemand“ kann in dem Moment wesentlich breiter gefächert sein als das oben erwähnte „vermissen“. Wobei das vermissen da natürlich auch drin sein kann. 

Hach ja.. wie kryptisch das doch alles klingt. ICH weiß ja welche Namen ich mit den Gedanken verbinde… aber ist das für den Leser auch ersichtlich? Der gedankliche Unterschied? Ich weiß es nicht… und ich weiß auch nicht ob es wichtig ist… 

Fakt ist: Ich versuche es zu ändern. Meine Prioritäten zu ändern. Nicht meinen Kalender umzuwerfen nur weil da jemand Zeit hat. Manchmal. Ja. Aber nicht immer. Nicht darauf warten, dass da jemand Zeit hat. Sondern schauen ob es noch passt, wenn wichtigere Dinge erledigt sind. Und ja… es gibt wichtigeres als Beziehung. Oder zumindest gleichwertiges. Für die Erkenntnis habe ich jetzt ja auch nur 27 Jahre gebraucht… *jubel*

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18 thoughts on “Ich übe noch.

    • Ich gebe mir größte Mühe… auch wenn der Herr das gerade wieder arg auf die Probe stellt… und das klingt jetzt so als würde ich das christlich meinen… Gott bewahre… Ups. 😀

  1. Ich denke, mit dem Erkennen des Problemes, bist Du einen riesen Schritt weitergekommen und den Rest wuppst Du auch.
    Es wird nicht immer alles auf Anhieb gleich anders laufen, aber immer wieder und immer öfter. Rückschläge abhaken und nach vorne gucken 🙂

    lieben gruss und Dankeschön für Deinen lieben Kommi bei mir.
    sue

  2. Hm… Ich kenn dich nicht persönlich, aber ich find dich wirklich lieb (so was ich hier lese 😉 ).

    Ich hoffe, es erschreckt dich nicht, wenn ich sage – es ist NICHT krank zu warten oder zu hoffen, dass sich jemand meldet.
    Es tut bloß weh, wenn man wieder mal versetzt wird oder niemand einem schreibt oder anruft.

    Ich bezeichne solche „Freunde“ (ich setzte solche sogenannten Freunde durchaus in Anführungsstriche, weils eben – meiner Definition des Wortes Freund nach – keine richtigen Freunde sind) als Sackgassen-Beziehungen.
    Sie haben ihre Berechtigung, dass es diese Beziehungen zu Menschen gibt.
    Alles legitim.

    Aber… es macht auf Dauer nicht glücklich. Es ist aber (leider) nunmal so, dass man aus einem Zebra kein Pferd machen kann 😉
    Viel wichtiger ist es, Beziehungen zu Menschen nicht zu überfordern (derjenige, der es gewohnt ist, dass du dich um ihn kümmerst, wird sich nicht aus seiner Rolle heraus begeben und plötzlich dich umsorgen). Das einzige, was hilft, ist 1. das zu erkennen, 2. zu akzeptieren und/oder es 3. dabei zu belassen oder sich von den Freunden zu trennen und vor allem 4. raus und unter Leute zu kommen. Neue Ufer erkunden – einfach unter Leute kommen, leben, einfach nur sein. Vielleicht (natürlich nur, wenn du das kannst bzw. magst) irgendeinen Sport-/Musik-/Koch-Kurs zu belegen und dort einfach nur mal Blödsinn quatschen, ohne Druck, ohne ständig auf die Etikette zu achten, kein Stress. Neue Kontakte, die die Chance haben, ein ausgeglichenes Verhältnis zu werden, tun unendlich gut.

    Und nebenbei bemerkt – den Richtigen lernt man wirklich im Vorbeigehen kennen. Nicht verkrampfen, nicht suchen.
    Und die besten Männer lernt man auch eher kennen, wenn man in Gruppen zuhause ist. Vor allem, weil die zufriedene, entspannte Ausstrahlung auch etwas mit einem selbst macht: man ist man selbst 😉

    Oh je, oh je… Ich HOFFE ganz, ganz stark, dass du das hier richtig auffasst und dir bitte, bitte nicht auf die Füße getreten fühlst. Glaub mir, ich weiß, wie schwierig das manchmal ist, neue Leute kennenzulernen. Ich mag dich aber wirklich gern, du kommst so süß hier rüber und ich will dir bloß helfen.

    Ich bin aber stolz auf dich, dass du schon soooo viel geschafft hast. Geh morgen vielleicht einfach mal raus und lass deine Nasenspitze von der Sonne kitzeln. Geh mal in den Park (wenn da einer ist) – manchmal tuts einfach schon gut mit einer lieben Omi über ihren Dackel zu quatschen 😉

    Ganz, ganz liebe Grüße,
    Conny

    P.s.: Wenn dir mein Eintrag zu viel ist oder nicht so recht passen mag, dann lösch ihnr ruhig, ok?!

    • Na das nenn ich mal Kommentar. 😀

      Du hast damit jetzt ganz zu erst schon mal 2 Sachen bewirkt. a) Musste ich wegen deiner gefühlt 100 Entschuldigungen sehr sehr grinsen 😀 und b) habe ich nun alle Kommentare beantwortet, damit ich deinen beantworten kann und sich sonst keiner vernachlässigt fühlt… toll, nicht? *g*

      Ich ignoriere das Kompliment mal, sonst werde ich noch rot…. nein ernsthaft. Danke. Wobei bedankt man sich eigentlich, wenn einen jemand lieb findet? Ich weiß nicht… aber ich finde es süß.

      Ja… ich denke auch, dass das Warten an sich nicht krank ist. Aber die Auswirkungen oder wie man mit den Konsequenzen umgeht. Nicht melden kann so völlig normale Gründe haben, ich beziehe es aber meistens auf mich. Nach dem Motto „er will gar nicht“ oder „ich bin ihm nicht wichtig“… das „er arbeitet gerade und kann einfach nicht“ ist ganz weit hinten im Hinterkopf… aber es greift meistens erst spät… wobei sich das echt bessert… Also ja, das Warten ist normal. Mein bisheriger Umgang damit ist häufig sehr extrem gewesen.

      Mhm… Also erst mal möchte ich klar stellen, dass ich dir gar nichts übel nehme. 🙂
      Allerdings glaube ich, dass du das Thema ein wenig verfehlt hast. Klingt lehrerhaft. *lach* Vllt. verstehe ich dich aber auch etwas einseitig. Ich bin mir gerade nicht sicher.

      Mein Freundeskreis ist gigantisch. Super. Toll. Wunderbar. Ganz ernsthaft. „Freunde“ habe ich weitestgehend aussortiert. Da ist nichts mehr übrig was mich nur belastet und mir nicht auch gut tut. Es gibt noch eine handvoll Bekannte, die mal Freunde waren. Man hat losen Kontakt der eigentlich nichts bringt. Also das was du Sackgassen-Beziehungen nennst. Sie sind da, aber ihre Geschichten belasten mich auch nicht. Wenn sie sich nicht melden, okay. Wissen wie es ihnen geht möchte ich hin und wieder trotzdem.

      Auf der Freundschaftsebene fehlt mir eigentlich gar nichts. Den Gedanken an eine beste Freundin habe ich vor einer Weile aufgegeben. Da bin ich vllt. auch einfach nicht (mehr) der Typ für. Und mit 27 findet man auch nicht mehr so leicht jemanden der nicht schon eine hat… Wenn du verstehst… Aber das schmerzt auch nicht mehr wirklich.. es ist halt so.

      Wirklich fehlen tut mir der Mann an meiner Seite. Und das Thema tut nachhaltig immer wieder und so richtig weh. Da ist einfach schon so viel schief gegangen wo es nicht hätte schief gehen müssen und wo ich wirklich angefangen habe zu überlegen welche höhere Macht da was gegen mich hat… Es ist traurig, vor allem wenn im Freundeskreis viele langjährige Beziehungen entstehen … und meine kein Jahr überstehen. Und ich suche wirklich keinen Mann fürs Leben. Denn daran glaube ich auch nicht. Aber so 2,3 oder 5 Jahre… irgendwie so? Mal ein Lebensabschnitt mit dem gleichen Mann an der Seite…

      Das ist auch der Punkt wo ich anhänglich werde. Wo ich durchdrehe, wenn ich nicht schnell eine SMS bekomme oder tagelang auf Antwort warten muss. Wenn ich verliebt bin… oder dabei bin mich zu verlieben… dann bin ich eine schreckliche Klette die möchte, dass sich die Welt nur um mich dreht. Zumindest gefühlt. Wie gesagt… ich glaube und hoffe, dass es beim jeweiligen Mann dann nicht so ankommt. In diesen „Mann-fehlt“-Einsam-Momenten… bin ich manchmal auch eher wahllos. Gerade wenn ich NICHT verliebt bin… sondern nur sehnsüchtig. Da neige ich dann dazu Menschen zu schreiben… die sich zwar nicht beschweren würden mich zu sehen, aber auch selbst nichts dafür tun wollen. Und das ärgert mich im nachhinein auch einfach. Dass ich mich da dann anbieder.

      Das mit dem Überfordern passt aber irgendwie wie Faust aufs Auge… gerade das aktuelle männliche Problem… kennt mich einfach auch anders… ich glaube den Rollenwechsel hat er noch nicht ganz begriffen. Wirklich mehr kann ich hier öffentlich aber auch nicht sagen… „Feind“ liest mit 😀

      Die diversen Kursvorschläge sind so eine Sache. Es gibt sicher Dinge die mich interessieren, aber ich mag viele fremde Menschen auf einem Haufen nicht. Davon ab habe ich auch so schon genug Baustellen und wäre mit weiteren „Pflicht“-Terminen wohl überfordert. Oberste Priorität ist ja jetzt Haushalt und Lernen so miteinander in Einklang zu bringen, dass es in einem halben Jahr nicht auffällt, wenn ich dann plötzlich 3 Tage die Woche „arbeite“. Und das klingt schon viel zu anstrengend…

      Was das Kennenlernen angeht… so habe ich bisher tatsächlich viele gute Erfahrungen übers Internet gemacht. Das ist sicherlich nicht für jeden etwas… aber das hat bei mir eine ganze Reihe von Gründen… und es scheitert auch nie daran, dass man sich im Netz kennengelernt hat… sondern an vielen vielen anderen Dingen.

      So… alle Unklarheiten beseitigt?

      Und wieso sollte ich den Kommentar löschen?

      Solltest du noch vertiefendere Fragen haben… schreib mir ne Mail 😉

      Und glaub meine Antwort ist auch… ähm lang 😀

      • Ahhhh, gut, gut, gut 😀 *freu*
        Gut, dass das nicht falsch rübergekommen bin, freut mich grade wirklich sehr!!

        Na, das liest sich ja schon alles sehr gut und auf dem goldrichtigen Weg bei dir, was mich wirklich echt total freut 🙂

        Ja, die Männer… das ist wirklich eine Sache für sich. Und jaaaa, ich weiß 100%ig, was du mit dem Warten und der Ungeduld meinst – ich kenn das zu Genüge 😉
        Aber hm,… irgendwann wird auch das mal anders – ich kenn das 😉

        Und jep, das mit Haushalt und Arbeiten bzw. Lernen (ist auch genauso Arbeit!!) unter einen Hut zu kriegen, ist erstmal wirklich wichtig. Das spielt sich aber irgendwann ein. Das kriegste hin 😉

        Hihi, lustig – das mti der besten Freundin seh ich genauso. Ich bin ja ein paar wenige Jahre älter als du und kann das nur bestätigen (alle Kandidatinnen sind schon mit besten Freundinnen besetzt). Aber das macht mir nix – vielleicht ergibt sich das irgendwann nochmal oder eben nicht – Hautpsache gute Freunde/innen.

        Und das mit den vielen Leuten auf einem Haufen – ja, das hatte ich so leise gedacht, dass du das nicht unbedingt so magst. Aber hey, muss ja nicht sein 😉

        Naja, zum Löschen hatte ich ja gedacht, falls ich dir damit irgendwie zu nahe getreten wäre – was ja zum Glück nicht der Fall ist 🙂
        Ich find bloß, dass die Kommunikation im Netz eben einige Kommunikations-Basics vermissen lässt und manchmal Missverständnisse entstehen. Aber ich freu mich riesig, dass du dich über meinen Kommentar (alias Roman *hihi*) gefreut hast 😀

        Ich wünsch dir eine gute Nacht und keep on rockin‘ 😉

        Liebe Grüße,
        Conny

  3. Da muß ich jetzt auch nochmal meinen Senf dazu geben 🙂

    Du brauchst nicht einen Mann an Deiner Seite, sondern einen Menschen an Deiner Seite. Jemanden auf den Du Dich in jeder Lebenslage blind verlassen kannst und so was braucht jeder Mensch.

    Das muß aber nicht auch gleichzeitig der Lebens- und Sexpartner sein. Wenn Du Dich da nicht unter Druck und Erwartungen setzt, wird sich das auch ergeben. Solche Freundschaften fallen nicht ins Leben. Sie wachsen. Das braucht beiderseitige Pflege und Vorsicht, Respekt und Einfühlungsvermögen…. etc.

    Nicht suchen.
    Finden lassen 😉

    *knuddel*
    sue

    PS: ich hatte von Kind an, nie eine „beste Freundin“ Ich bin trotzdem recht glücklich durchs Leben getapert. Ehemänner, Lebenspartner gab es auch ausreichend. Heute habe ich wenige, aber sehr, sehr gute und ganz enge, vertraute, Freunde und keiner ist (oder war) mein Lebenspartner 😉

    • Nun ja… nen (regelmäßiger) Sexualpartner würde das ganze auf jeden Fall schon mal erträglicher machen. 😀 *hust*

      Mhm… das mit der besten Freundin hat mich früher arg belastet. Ich war immer Nummer drei. Irgendwann nicht mehr. Dann wieder doch. Jetzt belastet es mich nicht mehr, weil ich wirklich ein angenehmes soziales Netz habe.

      Und ich denke doch, dass es mir nicht am Mensch sondern am Mann mangelt. Was natürlich nicht heißt, dass Männer keine Menschen sind… wobei manchmal… Ich kenne das Leben ohne Freunde. Alleine. Jetzt, heute ist das anders. Ich habe viele Menschen auf die ich mich wirklich verlassen kann. Aber fast all diese Menschen haben auch Partner. Und diese Lücke ist bei mir nicht gefüllt. Und das ist es was mir heute weh tut.

      Und wenn keiner sucht… wer findet dann?

      • Nochmal ich… *grinst* 😀

        Du bist doch echt ne tolle attraktive Frau – du WIRST gefunden werden. Garantiert. Und ja, oh ja, ich weiß, dass man einen Mann schrecklich vermissen kann. Gerade bei Pärchen im Umfeld. Aber du wirst ihn mit Sicherheit kennenlernen, wenn du gar nicht damit rechnest 😉

        Ich hab immer den Eindruck gehabt, wenn ich GAR keinen gesucht habe, kamen die zu Hauf angerannt. Das war witzigerweise immer oder meist dann der Fall, wenn ich glücklich verliebt war. Und die Betonung liegt dabei – so hats mir mal ein guter Freund gesagt – daran, dass ich einfach eine ganz andere Ausstrahlung hatte. Eben so… eins mit mir selbst. Das macht unglaublich attraktiv für Männer. Ist zwar vom System her irgendwie schräg, weil ich zu dem Zeitpunkt ja kein Interesse hatte – und dann als Single gerne jemanden kennengelernt hätte, aber keinen gefunden habe.

        Also hab ich in der Single-Zeit einfach nur für mich Gutes getan, damits mir so richtig, richtig gut ging und voilá: Männer drehen sich nach mir um, flirten, sind bemüht, interessiert, witzig, charmant – Auswahl an süßen Männern 😉

        Ich denke, das ist der Trick dabei.

        So, jetzt hab ich aber genug geschrieben hier *lacht* 😀

        Liebe Grüße,
        Conny

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