Freu(n)d und Leid.

Menschen sind anstrengend. Und nicht nur, weil es mir gelinde gesagt bescheiden geht. Nein, auch weil es ihnen selbst einfach so unglaublich schlecht geht. Und weil ich das nicht mehr sehen kann. Ich will es nicht mehr sehen. Nicht mehr ertragen müssen. Aber auch nicht zu Freunden sagen, dass ich nicht mehr für sie da sein kann oder will. Aber ich stoße an meine Grenzen. Massiv.

Ich sehe die Freundin, die so weit am Abgrund steht, dass sie quasi gar nicht mehr zurück kann. Ich sehe ihren Rückweg nicht mehr. Sie ist so gut wie gesprungen. Und egal was man sagt, es wird sich nichts dran ändern. Und ich schwanke zwischen Wut darüber, dass sie sich nicht helfen lässt. Und Hilflosigkeit darüber, dass man ihr vielleicht gar nicht helfen kann. Und ich entferne mich von ihr. Weil ich es einfach nicht mehr ertrage. Und ich fühle mich schlecht deswegen. Möchte auch nicht, dass sie sich zurückzieht. Dass sie sich als Belastung fühlt. Aber sie tut es. Betrachtet sich als alleine und egal was ich sage es würde nichts daran ändern. Ich schaue ihr beim Sterben zu.

Ich sehe die andere Freundin… die schon so lange alles tut um sich selbst zu zerstören. Zumindest alles legale. Die kein Wort über ihre Sorgen verliert und einem dann indirekt Vorwürfe macht, wenn man sich nicht drum bemüht. Aber wie soll man für jemanden da sein, wenn derjenige sich nicht mitteilt? Wenn derjenige alle Ratschläge in den Wind schlägt und einfach beharrlich bei der Meinung bleibt, dass er ja sowieso alles alleine regeln kann? Was soll man sagen, wenn alle Hilfsangebote ignoriert werden? Und was soll man dagegen tun, dass die Freundschaft einem so mühsam wird, dass man sich zurückzieht? Ob man es will oder nicht…

Und zum Schluss den Freund der es einfach allen Recht machen möchte. Und nicht mehr zur Ruhe kommt. Gar nicht mehr kommen kann. Und mir fällt einfach nichts mehr ein was ich ihm sagen kann. Aber ich mag nicht zu sehen. Ich mag ihm da raus helfen und ich habe Hoffnung. Aber gleichzeitig weiß ich auch, dass ich einer der belastenden Punkte bin. Eine der Personen denen er alles Recht machen möchte…und auch hier weiß ich nicht wie lange ich das noch kann.

Allen predige ich, dass sie sich zurückziehen sollen, wenn Freundschaften zu Kräfte zehrend werden. Aber wenn alle Freunde auf den Abgrund zusteuern… was macht man dann?

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2 thoughts on “Freu(n)d und Leid.

  1. Ich kenne sowas auch, leider. Ich habe auch lange Zeit versucht, denjenigen zu helfen. Aber meine Kräfte sind auch nur begrenzt.
    Den Rat zu geben, sich wirklich gute (!!) und professionelle (!!) Hilfe zu holen, ist das einzig wirklich Fruchtbare in so einer Situation – meiner Meinung nach.
    Sieh zu, dass du dich selbst „rettest“ bzw. schützt. Es ist schwer, ich weiß. Aber nur so erkennen manche Menschen vielleicht auch, dass sie wirklich professionelle Hilfe brauchen. Und lass nicht zu, dass dich Sorgen anderer so runtrziehen – das tut dir nicht gut.
    Hilfsbereitschaft muss da enden, wo man selbst in Gefahr gerät. Ernsthaft.

    Liebe Grüße,
    Conny

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