Einsame Insel,

wo bist du nur?

Und es ist so.. ironisch, dass ich mir bei aller Einsamkeit eine einsame Insel wünsche, aber ich habe die Schnauze einfach echt voll… oder das Fass ist voll, oder wie auch immer man das sehen mag… 

Es macht mich mittlerweile gänzlich und nahezu sofort aggressiv, wenn mir jemand (Unbehandeltes) seine Probleme erzählen will… Nicht, wenn er das zum 1. Mal tut, aber wenn ich das alles schon gefühlte 100x gehört habe, bereits gesagt habe, was man da so üblicherweise sagt und es zu keiner Einsicht geführt hat… Und ich meinte jetzt auch nicht irgendwelche Kleinigkeiten. Ich meine wirklich diese jahrelang existierenden Probleme, die man ohne professionelle Hilfe oder Suizid wohl nicht mehr los wird… 

Und obwohl ich weiß, dass es nicht mein Fehler ist. Dass es auch – wenn es so weiter geht – nicht mehr (lange) mein Problem sein wird… frage ich mich dann: Bin ich eine schlechte Freundin? Gebe ich zu früh auf? Braucht dieser Mensch vielleicht jetzt meine Hilfe? Ist Freundschaft nicht genau in solchen Momenten für den anderen da zu sein?

Und ich denke die Antwort ist ein klares „Jein.“ Ja, solange es geht. Nein, wenn man sich selbst schadet. Und ich denke Aggressionen sind jetzt nicht unbedingt ein gutes Zeichen… Also würge ich so Gespräche mittlerweile ab… im Kern. Sofort. Und habe mich damit zwar geschützt… und fühle mich trotzdem beschissen.

Weil es mich nun mal eben nicht kalt lässt. Und weil ich nun mal ungerne einfach zu sehe. Aber meine Güte, wenn ihr es nicht anders wollt, dann leidet halt. Oder lasst euch von mir den nächsten Bahnhof zeigen. Ungefragt zusehen muss ich ja anscheinend eh. Und dann leiden noch mehr Leute… nämlich unter meiner Laune… 

Und meine Bewunderung denjenigen gegenüber die mich damals ertragen haben, solange es eben ging steigt. Ich hätte mich irgendwann im Stich gelassen. Und ich hätte mich dabei auch absolut verstanden. 

 

Edit: Und wahrscheinlich wäre das alles gar nicht so tragisch, wenn es hier nur um eine einzige Person ginge… und es nicht einfach so verdammt gehäuft wäre…

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18 thoughts on “Einsame Insel,

  1. Du kennst ja meine Meinung dazu: eine gute Freundin kann Stopp sagen, kann sich abgrenzen – und eben auch mal Klartext reden.

    Zu einer Freundschaft gehört auch diese Grenzen zu respektieren – und zu einer Freundschaft gehören zwei – da kann sich einer noch so bemühen, wenn der andere nicht mitzieht – geht es nicht.

    2 x war ich in der Situation, dass ich zu einer guten Freundin gesagt habe: ich kann das nicht weiter mit ansehen, meine Grenze ist erreicht (eigentlich eh schon lang überschritten) – wenn du dir Hilfe suchst – bin ich da, ich begleite dich, helf dir Hilfe zu finden, ruf für dich an, wenn du das nicht kannst – aber DU musst die Entscheidung treffen.

    Ohne Hilfe kann ich dir leider nicht helfen – ich schaff das nicht und muss mich da schützen.

    Ja es tut weh, weil man denjenigen ja mag, aber auch wütend, weil man ihn schütteln will, damit er endlich aufwacht und einsieht, dass er Hilfe braucht.

    Eine Freundin hat nach meinem Kontaktabbruch die Kurve bekommen, sie hatte ja Hilfe, nahm die aber nicht an, über 3 Jahre hab ich mir das angesehen – und ja ich weiß – es ist die Erkrankung und nicht sie usw – immerhin hat sich danach was getan.

    Und wenn du dabei zugrunde gehst – ist es keine Freundschaft sondern eine Art Co-Abhängigkeit.

    Zu wissen dass man selber ja auch so war – macht es schwieriger finde ich.

    Aber jetzt ist jetzt – und du hast dir Hilfe geholt.

  2. Klingt nicht gut. Auch der Beitrag darüber.
    Bitte hol dir Hilfe. Und als erste Selbst-Hilfe würde ich dir raten: stell dein Telefon und Handy aus, lies keine Mails und zieh dich mal zurück. Lass das alles mal außen vor, schaff dir deine eigene kleine Insel, bis du dich (mit oder ohne Hilfe von Profis) wieder stabilisiert hast.
    Oder ruf die Seelsorge an – mein ich absolut ernst!!!

    Pass auf dich auf, bitte.
    Conny

      • Das ist gut!! Damit hatte ich auch nicht gerechnet, aber ich wollte dir trotzdem sagen, dass du bitte auf dich aufpasst – also im Sinne von „Hier ist Schluss!!“, anderen ihre Grenzen aufzeigen, dich selbst schützen. Und sei es mit Hilfe von Profis.
        Freu mich aber dich so zu lesen wie in deinem Kommentar, hört sich gut an!!

        • Es geht grad auch… so langsam glättet sich das alles wieder… und ich kann eben nicht die Welt retten… Die Profis werden einem da auch immer wieder nur sagen, dass man sich abgrenzen muss… die Platte kenne ich schon 😀

  3. Ich glaube, wir suchen in Freunden oft eine Art Heilsbringer. Aber ich teile deine Meinung vollkommen. Eine Freundin von mir hat mich vor einigen Jahren 9 Monate lang täglich mit ihren Problemen, Sorgen, Ängsten, mit ihrer Lebensunlust oder wie auch immer man es alles nennen mag, überhäuft.

    Bis es mich selbst an die Grenzen des Erträglichen gebracht hat. Und darüber hinaus. Meine Antwort lautete eigentlich immer nur: Ich bin kein Arzt, ich kann dir nicht helfen.

    Einen Arzt hat sie anfangs nicht aufgesucht. Bis ich sie, wie du sagst, geschüttelt habe. Das sah bei mir so aus, dass ich gesagt habe: Ich werde dich ignorieren, ich kann es einfach nicht mehr. Wenn du den Weg nach unten gehen willst, geh ihn, aber ich gehe nicht weiter mit.
    Für sie klang das danach, dass ich sie im Stich lassen würde, allerdings hat sie, nachdem sie wirklich professionelle Hilfe hatte, eingesehen, dass es keine andere Möglichkeit gab.

    Ein/e Freund/in muss irgendwann erkennen, dass die Belastbarkeit und die Möglichkeiten eines anderen Grenzen haben. Und so sehr einen anfangs auch die Schuldgefühle plagen mögen, es ist die richtige Entscheidung.

    • Diesen krassen Schritt kann ich irgendwie nicht. Das kann ich ja generell nicht. Selbst nach Streit oder Trennung oder was auch immer… wirklich konsequent etwas durchziehen fällt mir meistens schwer… früher oder später wird es aber wohl darauf hinaus laufen.

      • Ich bin auch kein Ignorierer. Egal, in welcher Hinsicht. Man sagt ja schon, wenn jemand einen nervt, solle man die Person einfach ignorieren. Ich bin da eher der, dem die Hutschnur hoch geht.
        Aber in dem Fall hatte ich keine Wahl. Weil ich beinahe nur wegen ihr vermieden habe, das Internet anzuschalten bzw das Handy.

  4. Ungeduld mit Ignoranten ist ein Zeichen geistiger Gesundheit. Oder besser, in dem Zusammenhang, Teilgesundheit 🙂

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