Zu viel – Und danach?

Danach findet man einfach – ja… ganz einfach natürlich 😉 – Wege. Man hört nach einem „Und was gedenkst du gegen die Depression zu tun?“ noch mal in sich rein und durchdenkt die Möglichkeiten. Ignoriert den Fluchtreflex vor dem Werkstatt-Anschau-Termin und geht hin. Man spricht in der Betreuung an, was in einem schmort. Reißt kurz an wie sehr doch alle vom Hafer gestochen sind… und landet dann doch wieder bei sich selbst. Gut so. Ändert natürlich nix an der vom Hafer gestochenen Meute, aber was solls… kann ich eh nicht ändern. Besinnen wir uns doch mal auf die Therapie-Grundlagen: „Du kannst dein Umfeld meistens nicht ändern, du kannst nur lernen mit dem Umfeld besser umzugehen.“ Also üben wir uns in Abgrenzung und treffen Entscheidungen. Heißt: im Zweifelsfall die Polizei hinschicken. Visitenkarten von Ärzten verteilen und ansonsten Gespräche im Keim ersticken.
So weit so gut… zurück zu mir. Es wäre wohl nicht mein Leben, wenn sich Dinge langsam und nacheinander ergeben würden. Nein, wir treffen viele Entscheidungen auf einmal. Und ich überlege mir gerade ob ich die Entscheidungen hier auch begründe oder ob ich nur das Ergebnis präsentiere… Schauen wir mal… Wieso denke ich eigentlich ständig laut…?
Nun ja… heute war wie gesagt der Werkstatt-Termin. Irgendwie fällt mir sonst nicht ein wie ich das nennen soll. Es war halt ein Termin bei der Joborientierung. Zur Besprechung. Quasi die Erfüllung der „Forderung“ vom Arbeitsamt. Wobei das zu hart klingt. Es ist halt das Ergebnis von diesem Termin hier. Also hatten wir heute Beratungssprechstunde. Und sollen im Juni noch mal wiederkommen. Denn wie das so ist ziehen die natürlich gerade um. Aber ich habe genug Informationen bekommen und halte es nach wie vor für eine gute Idee. Er sprach von Arbeitsbeginn zu August oder September und das passt mir eigentlich ganz gut. Das ist ein absehbarer Zeitraum, aber nicht direkt morgen und ermöglicht mir auch die Klausur noch zu schreiben. Es ist ein sichtbarer Fortschritt, ein Ergebnis das ich beim Amtstermin angeben kann, es macht mir keine großartige Panik und verdammt noch mal.. es wird sogar bezahlt. Letzteres hatte ich so gar nicht auf dem Schirm und ist natürlich auch nicht die Motivation diesen Schritt endlich zu gehen… aber das hat mich schon ziemlich aus den Socken gehauen… sogar das Ticket würde bezahlt werden. Krasse Angelegenheit. Zur Auswahl stehen für mich jetzt EDV und Kreatives. Der Leiter würde mich wohl lieber in der kreativen Gruppe sehen, ich sehe mich eher im EDV Bereich. Letzterer hat auch eine kleine Zeitung mit Miniauflage. Wäre schon fein… Allerdings wäre auch der Kreativ-Bereich okay.
Und bis dahin? Was tun wir bis dahin gegen die Depression? Na? Nein, wir fangen auf jeden Fall nicht noch mal mit Medikamenten an. Mir geht es nicht schlechter als ohne. Die Phasen sind vergleichbar. Es macht keinen Unterschied. Ob ich nun Tabletten nehme oder nicht. Die Probleme liegen woanders. Es sind auch nicht mehr die selben wie noch vor einem Jahr, denke ich. Irgendwie ist es anders gelagert. D. nennt es Umbruch. Ich weiß nicht so ganz wo ich stehe. Und genau das ist der Punkt. Ich weiß gerade nicht wo ich stehe. Kurz blitzte der Gedanke auf in die Tagesklinik zu gehen. Schon am Montag. Ich hab gegoogelt… festgestellt, dass die Institutsambulanz jetzt im gleichen Gebäude wie das Arbeitsamt ist und mich darüber amüsiert. Das war es dann aber auch schon. Heute habe ich das bei D. angesprochen und sie war überraschend begeistert. Sie meinte zwar, dass sie das selbst nicht vorgeschlagen hätte, aber dass sie die Idee wirklich gut findet. Und ich denke es auch. Es wäre ein Statuscheck. Eine Grundlage vor der Arbeit in der Werkstatt. Ein Nachschauen was jetzt akut die Problematik ist. Denn irgendwie fühle ich mich ohne Therapie – völlig unabhängig von deren Erfolg – verloren. Ein wenig treibend. Und den Zustand mag ich so gar nicht. Mal davon ab, dass ich an die Tagesklinik fast nur gute Erinnerungen habe. Morgen hole ich mir dann die Einweisung bei der Hausärztin und nächste Woche gehen wir mich anmelden. Schön wäre natürlich, wenn die Wartezeit nicht allzu hoch wäre und das alles vor Arbeitsbeginn passen würde. 🙂

Und nein, wir sind noch nicht fertig. Auf dem Rückweg hatten wir noch ein wenig Zeit und haben noch mal über Freitag geredet. Der Theatertermin. Ich habe bei zwei oder drei Sätzen einem anderen Klienten gegenüber ein wenig übers Ziel hinaus geschossen und darauf hat sie mich hingewiesen. Nun ja… ich könnte nicht garantieren, dass ich es nicht noch mal tue… Jedenfalls sind wir von da auch bei meiner „An mir liegt es ja nicht, dass wir nicht mehr zum Stall fahren“-Aussage gelandet. Ihr war es wichtig zu klären, dass es nicht als Vorwurf an sie gerichtet war und ich habe auch nicht sie gemeint, sondern die geringe bewilligte Stundenzahl. Auf Grund der Prioritäten die ich nun mal habe und auch haben sollte ist kein Platz für die Stunden am Stall. Da würde unser gesamtes Stundenkontingent drauf gehen. Und das bringt mich nicht weiter und somit ist Stall halt innerhalb der Betreuung einfach nicht drin. Schade. Abeeeer, ich war mutig und habe sie gefragt welche Möglichkeiten es ausserhalb dieser Stunden gibt… und tada… ich könnte jeden Dienstag und jeden Freitag morgens um 9 beim Füttern helfen und danach dann noch 2-3 Stunden… mit da bleiben. Allerdings müsste ich dafür um kurz nach 8 Uhr hier los… weil Bochum halt. Ich werde es aber wohl machen. Wohl nicht nächste Woche, aber vielleicht ab Mai 🙂

Ich glaube…. jetzt habe ich fertig.

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