Ein Tag in 4 Akten – 2. Akt

Geschrieben in der Mittagspause. Irgendwann zwischen 12 und 14 Uhr. Mitten in den Kalender gekritzelt.

Renntag. Rennen sind anstrengend. Für Teilnehmer und Zuschauer. Im Normalfall würde ich sagen, dass es für den Fahrer schlimmer ist. In meinem Fall würde ich natürlich ^^ behaupten, dass es anders ist. Man muss an Sonntag viel zu früh aufstehen, viel zu weit fahren und viel zu lange da bleiben. Zwischendurch muss man in erster Linie viel zu viel warten. Das sieht ungefähr wie folgt aus: Man fährt so los, dass man etwa eine dreiviertel Stunde vor Zeittraining da ist. Könnte ja was zwischen kommen. Man könnte was verpassen. Also ankommen und warten. Irgendwann dann 10 Minuten Zeittraining. Qualifying quasi. Danach dann mal eben zwei ewige Stunden warten. Dann ist Rennen. Lasst es mal 15 Minuten lang dauern. Dann zwei Stunden Pause. Dann das zweite Rennen. Im schlimmsten Fall eine Stunde später Siegerehrung. Von 10 bis 19 Uhr unterwegs für etwa 40 Minuten Rennspaß schauen und mit etwas Glück der „Teilnahme“ am Erfolg. 

Alles eh schon anstrengend genug, wenn die Pausen nicht so angespannt wären. Der Bruder, der sich über die Pole im Zeittraining zwar freut, aber den ganzen Tag gedanklich beim nächsten Rennen ist (und was alles schief gehen könnte). Seine Freundin, die mir immer mal wieder unter die Nase reibt was sie von meiner Mutter hält. Sein bester Freund, der mich meistens einfach nicht beachtet. Dessen Freundin, deren Blick ich einfach so gar nicht einordnen kann. Neutral? Mitleidig? Desinteressiert?

Mein Vater der einen auch einfach schon mal stehen lässt, weil er wohin rennt. Papa’s Freundin an die ich mich meistens hänge, was aber auch latent krampfig ist. Mitten rein stolpert dann überraschend meine Mutter, die 1 Tag nach ihrem Ulraub 1,5 Stunden anreist, um meinen Bruder zu sehen, der dafür aber meistens nur ein müdes Lächeln übrig hat. Zusammen mit ihrem Freund, der bei seinen Kindern (bester Freund und Freundin ^^) meist ähnliche Wirkung hat. 

Und während meine Mutter krampfhaft versucht gut drauf zu sein und zu ignorieren, dass mein Bruder sie ignoriert „sitze“ ich dazwischen. Quasi zwischen allen Stühlen und meine enorm gute Laune macht einen spontanen Tiefflug und ich bereue es unglaublich mitgefahren zu sein, denn alles wäre entspannender als hier zu sein.

Und das nur um nicht erst zu Hause vom möglichen Erfolg zu hören, sondern teilhaben zu können. Wenn denn nicht wieder die Kette abspringt…

Nachträglicher Zusatz: Es war nicht ganz so krampfig wie beim letzten Mal. Was möglicherweise auch daran liegt, dass ich mir häufig einfach die Kopfhörer in die Ohren gesteckt habe und dass das Brüderchen nen Doppelsieg eingefahren hat. Souverän halt.

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