Stress den die Welt nicht braucht.

Den heutigen Artikel könnten wir unter oben genannten Titel gut zusammenfassen. Vermutlich ist oben genanntes deswegen auch der Titel. Schlau, ne?

Ich sammel ersteren gerade wieder massiv. Also den Stress, nicht den Titel. Vermutlich hätte ich das anders formulieren sollen, aber ich sag „ersteres/ersteren“ einfach so gerne. ^^

Wenn es einem eh schon scheiße geht, dann kommen eben auch noch all die Dinge die man so gar nicht gebrauchen kann.

Den Vogel abgeschossen hat heute der werte Schaffner der Deutschen Bahn. Ich hätte Lust ihn qualvoll zu töten, denn er hat mir heute sämtliche Energie geraubt die ich so auftreiben konnte. 

Aber fangen wir vorne an. Mit einer Nacht deren Rahmenbedingungen zwar echt gigantisch waren – unter der Woche! – aber von sehr wenig Schlaf geprägt. Dennoch kam ich mir nicht allzu unerholt vor und wenn wir ehrlich sind, dann verdrängt Herzklopfen viele Dinge. Schlafmangel z.B. 

Auch sozialphobische Züge kann man da irgendwie noch verdrängen und dass mir der völlig überfüllte Bahnhof heute wie eine Slow-Motion Szene aus einem beliebigen Film vorkam war irgendwie mehr interessant als beängstigend. Die Welt raste an mir vorbei und ich ging in Zeitlupe durch sie durch. Es war okay und ich werde mich dran gewöhnen müssen. 

Dann die Bahn nach Bochum. Ich ergatter einen Sitzplatz, frühstücke. Fahrkartenkontrolle. Jedesmal werde ich leicht paranoid panisch. In 99% der Fälle grundlos. Denn ich besitze ein Monatsticket und bleche da auch jeden Monat brav 12% meines Gesamtvermögens für. Als der werte Schaffner dann meinte, dass mein Ticket gesperrt sei und das schon seit 2010 habe ich trocken aufgelacht und ihn gefragt ob das ein schlechter Scherz sei. Er wurde nicht unfreundlich, blieb sachlich aber unerbittlich und 5 Minuten später stand ich ohne Ticket, mit Aussicht auf Post auf dem Bahnsteig. Immerhin der Richtige. 

Ob ich die Tatsache, dass ich so sinnlosen Müll anziehe.. wie.. hier bitte Sprichwort einsetzen… oder aber, dass alle Welt mich angestarrt hat, schlimmer fand… ich weiß es nicht. Ich war eine Stunde zu früh am Bahnhof, was sich logistisch einfach nicht hatte ändern lassen… und prinzipiell auch völlig okay war… hatte kein Ticket mehr und sah mich einem endlosen Papierkrieg gegenüber. Einem sinnlosen Papierkrieg. Denn mein Ticket war ja gültig gewesen, nur meine Schnauze hab ich nicht aufbekommen… die vielen „aber gestern ging das noch… weil….“ Argumente fielen mir erst später ein.

D. kam zu spät… zwar angekündigt, aber die irrationale „Ich stehe hier und komme nie wieder weg-Panik“ konnte ich nur mühsam unterdrücken. Als sie aufgetaucht ist hatte ich bereits 1 Stunde geheult. Ich gehe auf dem Zahnfleisch. So blöde Banalitäten die keinen Weltuntergang bedeuten knocken mich komplett aus. 

Die Stallarbeit tat gut. Wirklich langfristig freuen funktioniert aber auch hier nicht. Die Feiertage der nächsten Wochen blockieren einen regelmäßigen Termin, wir werden viel springen und flexibel sein müssen. Unnötig. Nervig. Für Flexibilität hab ich nur eingeschränkte Energie. Eigentlich gar keine.

Das mit dem Ticket konnten wir „klären“. Die Frau am EVAG-Schalter nannte den Schaffner Dumpfbacke und hatte auch noch ein paar andere Nettigkeiten parat. Hätte er sein Gerät bedienen können, wäre das alles nicht passiert. Selbstverständlich ist mein Ticket gültig. Leider ändert das nichts daran, dass die Erstellung eines neuen Tickets 10€ gekostet hat und ich wohl ein Schreiben wegen Schwarzfahren von der DB bekommen werde. ^^ Alles völlig haltlos, ich habe entsprechende Unterlagen um dagegen vorzugehen und auch eine reelle Chance meine 10€ erstattet zu bekommen. Stressig ist es trotzdem. Unnötiger Stress.

Das mit dem Geld ärgert mich in mehreren Punkten. Zum einen habe ich gerade tatsächlich geplant gehabt mich um einen neuen Perso zu kümmern, weil ich die nötigen 40€ halt gerade mal… irgendwie übrig habe… zum anderen habe ich neuerdings auch den Drang meine Schulden am liebsten alle auf einmal zu zahlen. All das funktioniert erst mal nicht gleichzeitig und schon gar nicht mit spontanen Ausgaben, weil da jemand seinen Job nicht kann… 

Von den Kosten die hier jetzt möglicherweise mit der Wohnung auf mich zukommen gar nicht geredet. Denn irgendwelche neuen Entlüfter müssen her – vorhin bestellt – und so langsam sollte ich vllt. auch mal an Farbe zum überstreichen denken. 

Dass der Typ von meiner Traumwohnung nicht wenigstens einfach absagt hilft meinem Nervenkostüm auch nicht wirklich. Ich warte und hoffe. Und solange ich warte kann ich träumen, dass ein Wunder geschieht und ich mir das Traumstück anschauen kann, alles super ist und der Vermieter dann seelenruhig noch bis August oder September wartet, denn ich muss hier ja erst mal kündigen. ^^ Den Stress eines Umzugs würde ich mir nur für diese Wohnung machen. Für sonst keine. 

Generell steht ja dann auch erst mal ein weiteres Treffen mit der Hausverwaltung an. Mir graut es davor, auch wenn D. das organisieren wird. Ich werde anwesend sein müssen. Vllt. schädel ich mich einfach vorher mit Beruhigungsmitteln weg und mache einen wirklich betreuungsbedürftigen Eindruck. Reden mag ich da jedenfalls nicht…

Natürlich habe ich mich noch nicht bei der Tafel angemeldet. Ich bräuchte vorher einen Ausdruck meines Hartz 4 Bescheides, das Original liegt bei der GEZ. Auch eine höchst überflüssige Angelegenheit. Aber wem sag ich das.

Immer wenn ich meine Akte kopiert haben will, sind die Leute in der Allgemeinen beschäftigt, einen neuen Neurologen gibt es nicht, mein Orthopäde ist ständig und dauerhaft krank und überhaupt… nichts funktioniert einfach. Für alles brauche ich irgendwelche Energiereserven.. die quasi nicht existieren. 

Von Dingen über die ich jetzt hier einfach nicht reden kann, weil man meine harte Reaktion wohl falsch verstehen könnte gar nicht erst gesprochen. Ich wäre nur froh, wenn DAS Thema endlich vorbei ist. Auf die ein oder andere Art. Aber Abgrenzen ist nen scheiß schwieriger Job. 

Akku aufladen? Fehlanzeige. 

Vllt. verzeiht man es mir so vllt. auch eher, wenn ich noch keine Mails beantwortet habe, mit den Kommentaren mehr als hinterher hänge und vorzugsweise einfach nur … irgendwo anders wäre. Nur nicht hier.

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2 thoughts on “Stress den die Welt nicht braucht.

  1. Uff!! Das ist viel auf einmal – das würde niemand gerne oder „einfach so“ stemmen können. Ich kann dich verstehen, denke ich.

    Vielleicht kannst du versuchen, die einzelnen Sorgen und Probleme in einzelne „Päckchen“ zu sortieren, damit du dich gedanklich nicht mit allem gleichzeitig befasst?
    Ich kenn mich mit den Krankheitsbildern, die du nennst, nicht hinreichend gut aus, deshalb weiß ich nicht, ob der Rat zu einfach klingt oder seine Wirkung verfehlt.
    Ich dachte nur… vielleicht könnte es dir helfen, in Stichworten kurz zu notieren, was in der kommenden Zeit ansteht. Termin Hausverwaltung, Wohnungsbesichtgung, Schreiben an die Bahn,…
    Möglicherweise hilft dir das, weil dein Kopf nicht ständig daran denken muss, um es nicht zu vergessen – denn es ist ja notiert.
    Vielleicht schafft es dir den Raum im Kopf, den du brauchst, um in diesen Punkten einmal abzuschalten.

    Es tut mir leid, falls dieser Tipp irgendwie… verfehlt rüberkommen sollte – ich würde dir bloß gern helfen 😉

    Ganz liebe Grüße,
    Conny

    • Prinzipiell ein super Plan… ich schiebe das Aufschreiben nur so gerne vor mich her… So wie die To-Do-Liste vom Mai… und jetzt haben wir Juni. Und es gab gar keine Liste für den Mai 😀

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