Umbruch – Teil 1

Und es tut sich was. Irgendwie. Obwohl so vieles stillsteht. Obwohl es mir nicht wirklich gut geht. Aber es könnte schlimmer sein. Und auch wenn es noch viel „Warten“ ist, so ist da doch eine Tendenz.

Tagesklinik:

Das Vorgespräch liegt hinter mir. Am Konzept hat sich wohl nichts geändert, auch wenn der Arzt in der Ambulanz das so angemerkt hat. Wartezeit 3 Monate ab Anmeldung, also vermutlich Ende Juli. Ob ich kurzfristig einspringen könnte, falls jemand absagt. Ja, natürlich. Ein Blatt mit Patienteninformationen bekommen und ein Anamnese-Bogen. Letzteren hasse ich. Kann gar nicht zählen wie oft ich ihn schon ausgefüllt habe und wie oft darauf so gar nicht eingegangen worden ist. Die Patienteninformation wirft Fragen auf. Fragen die natürlich erst jetzt, Tage später aufkommen. Ärztesachen sollen vorher erledigt worden sein oder verschoben werden. Aber muss ich dafür jetzt die Arzttermine absagen auf die ich seit teilweise 2 Monaten warte?! Das verwirrt mich ein wenig. 

Auch fraglich ist was ich in der Zeit mit der Tafel mache. Hoffe ich trau mich morgen und kann fragen ob man diese pausieren kann. Anderseits brauche ich ja auch Abends und am Wochenende etwas zu essen. Mal davon ab, dass ich nicht einsehe 2 Monate zu „verschenken“. Die werden sicherlich nicht hinten dran gehängt. Vllt. kann ich ja ersatzweise jemanden schicken…

So manche Sachen auf der Patienteninformation erscheinen mir merkwürdig. Andere nachvollziehbar. Alle aber irgendwie nervig und einengend. Vor allem wenn man nicht weiß wie lange man noch warten muss und sich nicht drauf einstellen kann. *seufz*

Joborientierung:

Der zuständige Herr hat mir endlich – nach 14 Tagen – auf meine Email geantwortet. Der Umzug sei nun abgeschlossen (glaube die sind fast 6 Wochen umgezogen) und wir könnten erneut zur Sprechstunde auftauchen. Bei diesem Termin könnte er mir auch konkrete und verbindliche Informationen geben. Ich schätze nächste Woche ist es dann so weit. Wünschenswert wäre, wenn der Arbeitsbeginn im Oktober liegen würde. Also  unmittelbar nach der Tagesklinik bei der ich jetzt von 8 Wochen ausgehe. Das erscheint einerseits sehr weit weg, anderseits auch verdammt nah dran.

Amt:

Von dem Termin den ich Anfang Mai bekommen sollte habe ich bis heute nichts gehört. Sollte der Vertrag mit der Joborientierung zustande kommen, werde ich wohl selbst einen machen dürfen. Auch mal nett. Irgendwie verkehrte Welt.

Perso:

Ziemlich bedeutungslose Angelegenheit eigentlich. Aber irgendwie habe ich ihn immer noch nicht. Trotz Finanzspritze von Mama – die auch nicht angerührt worden ist – bekomme ich es nicht gebacken das Foto zu machen und den Perso zu beantragen. Es scheitert an diesem blöden Foto. An der Angst, dass ich mich gar nicht sehen will. So festgehalten. Dass ich mich grad eh nicht wirklich hübsch finde und dann auch noch biometrisch abgelichtet werden soll.  Es mag lächerlich klingen, aber ich fürchte einfach, dass ich in Tränen ausbreche wenn ich mich hässlich auf einem Foto sehe. Denn das ist doch das was ihr von mir seht, oder? *seufz*

Dabei würde er mir so gut tun… also nicht der Perso, sondern die Folgen davon ihn endlich zu haben. Ich sollte es glaub ich Montag einfach mit D. machen.

Wohnung:

In der Patienteninformation der Tagesklinik steht, dass man während der Zeit nicht umziehen darf. Auch nicht renovieren. Das ist z.B. eine sehr blöde Angelegenheit, weil in mir der Wunsch nie größer war. Nicht unbedingt umzuziehen, sondern Wohn- und Schlafzimmer zu tauschen. Umzuräumen. Das könnte ich jetzt natürlich anfangen… und dann? Dann kommt der Termin schneller als ich denke und schon sitze ich mitten im Chaos. Wohl eher weniger gut. Aber durchaus eine Idee um etwas zu ändern. Um mich wohler zu fühlen. Nur halt nicht jetzt realisierbar. Und ja, warum man während der Klinik keine großartigen Nebenaktivitäten haben sollte ist mir absolut bewusst. Das Timing ist nur blöd und wenn man mir jetzt sagen würde „Aufnahmetermin am 31. Juli“, dann wüsste ich ob es geht oder nicht. Ob ich anfangen kann oder nicht. So werde ich es nicht tun, warten und mich hinterher wohl möglich ärgern, dass ich die Zeit gehabt hätte.

Was meine schicken Wände angeht, so werden wir einen Brief an die Hausverwaltung schreiben. Letztere ist nämlich für D. telefonisch seit Wochen nicht erreichbar. Die Fuge zu der sie im Januar meinte, dass die gemacht wird ist immer noch undicht. Die entsprechende Stelle dementsprechend bunt. Das Wasser dürfte hier fröhlich von außen ins Mauerwerk fließen. Die restlichen Wände sehen nicht hübsch aus, aber gleichbleibend. Es wächst und gedeiht nichts, mein Lüftverhalten ist für Depressionen fast schon vorbildlich. Lediglich an den kalten Tagen friere ich mir den Arsch ab und frage mich ob das den Mauern wohl genauso geht. Heizung ist hier ja im „Sommer“ nicht. 

 

Das soll es erst mal gewesen sein. Sonst artet das hier aus. Brauch ja auch noch Stoff für morgen. 😉

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3 thoughts on “Umbruch – Teil 1

  1. Moin du,
    na, das klingt doch erstmal gar nicht mal so schlecht 😉

    Hm… einen Tipp zu deiner Wohnungs-Umräum-Aktion kann ich dir schlecht geben.
    Ich weiß bloß, wie sich so ein dringender Veränderungs-Wunsch anfühlt. Ich habs in einer Hau-Ruck-Aktion mal gemacht. Es war tierisch anstrengend und schweißtreibend, aber länger als zwei Tage hats nicht gedauert.
    Vielleicht schaffst du es ja auch in recht kurzer Zeit?
    Oder zumindest irgendwas, was du an Kleinigkeiten verändern möchtest, so dass du dich schon wohler fühlst!!

    Kleiner Tipp zum Perso:
    Wenn du dir die Augen gut schminkst und die Augen etwas weiter aufmachst als normal, siehts gar nicht so schlimm aus 😉 Und ich hab den Mund so ein gaaanz klein wenig geöffnet, zu einem ganz leise angedeuteten Lächeln (vorher vorm Spiegel mal ausprobiert… *hihi*) und ich finde meine biometrischen Fotos echt hübsch.
    Und hey, mal ehrlich: du BIST hübsch!! Daran ändert auch kein biometrisches Foto was, ok?! 😉 Nimm jemanden mit zu dem Termin und dann denk an was Schönes – das wird schon *Daumen drückt*

    Ich kann deine Sorge aber verstehen, dass du das jetzt – so wie du dich grad fühlst – nicht fotografisch gesichert haben magst. Wie wäre es denn, wenn du den Blickwinkel verschiebst und dir sagst, dass da du in der Zeit deines Umbruchs festgehalten wirst. Also das gute, neue – das wäre doch viel positiver als das, was du jetzt geschrieben hast, oder?! 😉

    Oh und deine Monsterchen sind sooooooooooo süß 😀

    Liebe Grüße,
    Conny

    • Bin mittlerweile gedanklich an dem Punkt das wirklich am Automaten zu machen. Möglicherweise morgen mit der Betreuung. Da mein Selbstbild sich ja grad etwas bessert erscheint mir das echt machbar. 🙂

  2. Pingback: Umbruch – Teil 2 | Svüchiatrie.

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