März 2010 vs. Gegenwart

Heute habe ich mit etwas angefangen was ich mir schon seit Monaten vorgenommen habe: Ich habe alte Artikel von mir gelesen. Das wollte ich schon sehr sehr lange, da mir ja auch immer mal wieder auffällt, dass ich mich einfach „falsch“ erinnere.

Szenen, Erlebnisse, Gefühle. Alles irgendwie falsch abgespeichert. Immer mal wieder. Nach einem mir nicht logischen System. Manchmal verschwinden die positiven Anteile und es bleibt das „Immer geht alles schief“-Gefühl. Manchmal verschwinden aber auch – wie zuletzt – die negativen Anteile und die Emotionen schaukeln das Positive so hoch, dass sich eine hübsche Illusion formt. Und da ich Realitätsüberprüfungen ja so unglaublich wichtig finde, erschien es mir einfach logisch bei mir selbst anzufangen. 

Heute war es dann so weit… und da ich ja so unglaublich viel geschrieben habe, habe ich bisher nur den März 2010 geschafft. ^^ Dafür sind mir da so einige Textteile aufgefallen, die mir auch jetzt noch echt gut gefallen. 

Und vor allem: Wie konnte ich bloß erwarten, dass die Welt nun friedlich und nett zu mir sein würde? Keine Tablette auf diesem Planeten macht die Gesellschaft umgänglicher und friedlicher. Sie gibt uns höchstens das Werkzeug ihr angemessen gegenüber zutreten. Sie macht vielleicht kampffähig. Aber kämpfen muss man trotzdem alleine.

Ich kann sie spüren und ich kann sie festhalten – die Zuversicht. Ich werde sie sicher immer wieder verlieren. Aber ich kann sie auch wieder einfangen. Und es ist ganz allein meine Arbeit die zählt. Es ist meine Kraft die ich investieren muss. Es wird hart. Es wird anstrengend. Ich werde mich oft zwingen müssen Dinge zu tun, auf die ich gerade mal sowas von gar keine Lust habe. Aber ich werde es tun müssen, weil ich weiß wofür ich es tue. Für ein neues Leben. Für eine schöne, bunte Welt voller Farben und mit ganz viel Zufriedenheit. Für mich selbst.

Auszug aus dem 1. Artikel „Anfang.“ – 01.03.2010

Man kann die anderen nicht ändern. So sehr man sich auch bemüht, sie werden es nicht tun, wenn sie es nicht selber wollen. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass sie es tun. Es wäre unangebracht darauf zu warten. Man kann nur sich selbst ändern. Man kann nur an sich selbst arbeiten und lernen wie man damit umzugehen hat. Achtsam mit sich selbst sein.

Auszug aus „Achtsamkeit.“ – 04.03.2010

Ich muss nicht so sein, wie meine Familie es haben möchte. Ich muss nicht so sein, wie der ein oder andere in meiner Vergangenheit es gern gehabt hätte. Ich muss mich nicht mehr versuchen anzupassen, was ich sowieso nie geschafft habe. Ich bin raus raus diesem Zwiespalt. Raus aus den Zwängen die ich mir irgendwann selbst auferlegt habe. Ich handel nicht mehr mit dem (unbewussten) Ziel, allen zu gefallen. Ich handel so wie es für mich richtig ist. Ich bin achtsam. Zumindest oft. Und zuversichtlich. Immer öfter.

Der Mensch wächst am Widerstand.
Heidhausen hat mir so viele Gelegenheiten gegeben zu wachsen. Und ich habe sie genutzt. Vielen Dank an den gigantischen Widerstand. An den Hass den ihr mir entgegengebracht habt. Vielen Dank für die Erkenntnis, dass ich ein guter Mensch bin. Vielen Dank dafür, dass ich nun weniger an mir zweifel. Denn ich kann so viel. Ich muss es nur sehen… Danke.

Auszug aus „Der Mensch wächst am Widerstand.“ – 10.03.2010

Weil die Fassade eben nichts über den Gesundheitszustand einer Person aussagen muss. Weil sie mit Absicht besonders schön gestaltet worden sein kann. Weil sie als Tarnung dient, weil sie Schutz bietet. Weil man sich nicht traut oder es nicht “erlaubt” ist “Schwäche” zu zeigen.
Wir leben leider in einer Welt in der sich viele auf diese Fassade verlassen, sich mit ihr abgeben oder gar nicht mehr wissen wollen. Später, wenn das sogenannte Kind in den Brunnen gefallen ist, dann kommt plötzlich die Frage auf: “Wie konnte das bloß passieren?”

Weil ihr nicht aufgepasst habt, liebe Leute. Weil ihr nicht hinterfragt habt. Weil ihr nicht hingesehen habt. Weil ihr euch von der Fassade habt blenden lassen. Weil ihr nicht wissen wolltet, wie es hinter dem ganzen “Schönen” aussieht.

Darum ist es passiert.
Darum wird es immer wieder “so plötzlich” passieren.

Weil die Gesellschaft unaufmerksam ist.
Weil keiner hinschaut.
Und so viele einfach nur an sich denken.

Wie ich diese Welt manchmal verabscheue.

Auszug aus „Fassaden.“ – 15.03.2010

Mal ein ganzer Artikel zum Nachdenken und weitestgehend ohne persönlichen Bezug. Würdet ihr?

 

Insgesamt betrachtet sagt mir der März’10 jetzt nichts was ich nicht immer noch genauso sehe. Ich war frisch aus der Klinik. In etwa so gut drauf wie jetzt. Unterbrochen von dem ein oder anderem Tief. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich auch verliebt war, Tabletten genommen habe und quasi nahtlos therapiert wurde.  Nichts davon trifft jetzt noch zu. Gut geht es mir trotzdem. Aber wirklich spannend werden wohl die vielen, vielen Tiefpunkte in den übrigen Monaten. 😉

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