Einbahnstraße.

Und plötzlich ist sie da, die Angst. Die Angst, dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe und der Weg eine Einbahnstraße ist. Angst, dass ich damit meinen Traum endgültig aufgegeben habe. Dass ich schließlich doch noch eingebrochen bin und jetzt den Weg gehe, den man von mir erwartet. Immer erwartet hat. Studium aufgeben, irgendeinen – pardon – stumpfsinnigen, von mir nie geplanten Job zu machen und zusehen wie alles was ich mir je gewünscht habe in weite, weite Ferne rückt. Hauptsache ich verdiene endlich Geld, füge mich in die Gesellschaft ein und passe mich der ganzen Maschinerie an. 

Sicher, das mag überspitzt klingen. Und bis zum „normalen“ Mitglied der Gesellschaft ist es auch sicher noch ein ganz schönes Stück. Aber es fühlt sich so an. Es fühlt sich wirklich so an, als wäre mit der Email heute morgen  einfach jede Hoffnung verloren.

Da ich bislang noch keinen Vertrag zugeschickt bekommen habe, hatten D. und ich abgemacht, dass ich eine Email an den Zuständigen schreibe und nachfrage wie der aktuelle Stand ist. Das habe ich letzte Woche auch getan. Überraschend schnell kam heute die Antwort. Und sie war – natürlich – sehr freundlich und beseitigte auch nahezu alle Unklarheiten, doch der Inhalt gefiel mir nicht. Denn irgendwie hatte ich es anders im Kopf. Ich hatte andere Absprachen im Kopf. Gehe aber davon aus, dass  der Fehler bei mir lag und mein Hirn sich einfach zusammen gesponnen hat, was es sich zusammen spinnen wollte. 

Es wird keine 3-Tage-Woche geben. Es werden 5 Tage sein. Das mag jetzt nicht sonderlich tragisch klingen. 5 Tage die Woche arbeitet man nun mal. Wenn nicht gar mehr, nicht wahr? Aber wie soll ich dann studieren? Wie soll ich da nebenher auch nur einen Blick ins Buch werfen? Wo mein  Plan doch war, das an den beiden freien Tagen zu den Zeiten zu tun an denen ich sonst arbeiten würde. Rhythmus beibehalten, Zeit nutzen. Bla. Tja… so wird es nicht kommen. So wird es nicht sein. Ich werde arbeiten. 3 Stunden am Tag. Auch nicht viel, nein gewiss nicht. Aber viele von euch kennen es sicher und können es nachvollziehen. Energie ist nicht massenhaft vorhanden. Und ich bewundere wirklich die Menschen die es schaffen alles unter einen Hut zu bekommen. Die möglicherweise Vollzeit arbeiten und nebenher studieren. Oder die Vollzeit studieren und sich mit Nebenjobs das Leben finanzieren. Ehrlich. Ich bewundere sie. Aber ich gehöre nicht dazu. Ich verfüge immer noch nicht über einen Energiehaushalt der mir das ermöglichen würde. So sehr ich mir das auch wünschen würde. Für mich sieht es jetzt im Moment gerade so aus, als gäbe es keinen Kompromiss. Nur ein entweder oder. Und das missfällt mir. Massiv.

Gut… es ist natürlich auch so eine Sache alles darauf aufzubauen, was ich hätte tun können, wenn es denn 3 Tage gewesen wären. Denn faktisch bekomme ich es ja jetzt auch nicht hin zu lernen. Ohne Arbeit. Vielleicht wäre es so oder so völlig utopisch. Aber immerhin hätte es da Hoffnung gegeben. Nicht?

Und ganz ehrlich… die Freude über den Job ist wie weggeblasen. Der Gedanke daran, dass ich da zwar 100€ im Monat verdiene tröstet mich auch eher.. gar nicht. 

Wenn ich daran denke, dass es keine 3 Wochen mehr sind wird mir schlecht. Wie soll das gehen? Ich bin zwar so viel weiter als noch vor nem Jahr, aber wie soll das bitte gehen? Ich habe jetzt etwa 10 Wochen gebraucht  um behaupten zu können, dass das Kochen zum Ablauf dazu gehört. Ebenso die Tibeter. Schön. Und weiter? Sport ist nach wie vor kein fester Bestandteil. Meine Wohnung ist okay. Ordnung halten klappt. Auch fein. Klar. Alles super. Aber die Gedanken zum weiteren Ablauf sind völlig gestört. Der September kommt viel zu früh. Viel zu schnell. Brauche ich jetzt wieder 10 Wochen um Sport oder Arbeit als „normal“ anzusehen? Oder mal ganz pragmatisch betrachtet: Soll ich lieber dick bleiben und stattdessen lernen? -.-  

Ich würde gerne zurückspulen. Nur bis wohin weiß ich noch nicht.

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8 thoughts on “Einbahnstraße.

  1. Und die Herren und amen mal darauf ansprechen, ob nicht doch 3 Tage angedacht waren?
    Ich weiß das löst as Grundproblem nicht im Geringsten, aber es wäre ein Anfang. Ich bewundere auch die Menschen die das hinbekommen, da ich es selber nie so perfekt zu meistern scheine wie andere, aber… das ist völlig okay, denn ich bin nicht die anderen.
    Von mir wurde immer erwartet, dass ich studiere, denn… ich bin doch so ein kluger Kopf, angeblich. Jetzt bin ich im Handwerk und mir gehts gut damit auch wenn meine Verwandtschaft seither eher schlecht auf mich zu sprechen ist. Was ich sagen will: Manchmal läuft es nicht so wie mn es sich erträumt hat und meistens läuft man mit einem größeren Haufen Scheiße auf dem Rücken rum als andere einem ansehen, nur was man mit dem Haufen scheiße macht udn in welcher Schnelligkeit, sollte man in aller Ruhe selbst entscheiden dürfen…

    • Also es sind wirklich 5 Tage… Warum wir auf 3 kommen, können wir uns beide nicht erklären. Also das Beste daraus machen. Dass ich mir persönlich zu langsam bin habe ich dir ja bereits mitgeteilt. 😉 Meine Familie wäre über jeden Job froh gewesen, Hauptsache er endet mit ner abgeschlossenen Ausbildung und zwar schnell.

  2. Erstmal: ruhig Blut.

    Klär das ab, ob nicht drei Tage möglich sind, mit der Chance auf Erhöhung.
    Und denk daran: vor 10 Wochen hast du deine jetzige tägliche Routine auch für unmöglich, unschaffbar, unvorstellbar gehalten, nicht?!
    Siehst du.

    Hätte dir irgendjemand vor drei Monaten gesagt, dass du das alles jetzt schaffst, hättest du ihm wohl einen Vogel gezeigt 😉
    Also auch jetzt: gelassen bleiben, auf dich zukommen lassen, abwarten und dann sehen, wie es läuft.

    1000 Euro für drei Stunden Arbeit täglich ist mehr als ne satte Summe. Denk mal in Ruhe drüber nach. Rechne dir mal aus, was andere für 7 Tage Dienst am Stück in Vollzeit mit Schichtdienst verdienen – du kannst dich mehr als glücklich schätzen, dass du für drei Stunden Arbeit pro Tag so eine Menge Geld erhälst.

    Und ich hab irgendwann mal den Satz gehört:
    „Es ist manchmal ein großes Glück, nicht das zu bekommen, was man haben will.“
    Wer sagt dir, dass du unbedingt im Bereich der Psychologie das glücklichere Leben führen würdest?!
    Sicher – es ist ein Traum, erkenne ich ja auch an.
    Bloß dürfte es – je nach Tätigkeitsbereich – auch sehr belastend sein, was dich später beruflich erwarten würde.

    Und manchmal verschieben sich Prioritäten im Leben, manchmal sogar binnen weniger Jahre – so dass anderes viel, viel wichtiger wird als der konkrete Beruf.
    Natürlich sollte man sich wohlfühlen in dem Beruf. Sicher- dann geht die Arbeit leichter von der Hand.
    Aber ganz, ganz ehrlich: auch wenn der Beruf einen großen Stundenanteil des Tages einnimmt, so ist er nicht alles.
    Arbeiten, um zu leben – nicht umgekehrt.
    Wenn du einen Beruf hast, der dich ernährt, der dich ein Stück weit unabhängiger macht, dann ist das schonmal die Basis.
    Wenn dir die Arbeit dann auch noch Zeit und Kraft für Privates übrig lässt, ist es umso besser. Hobbys, Freunde, Freizeit, mal durchatmen können – das ist das, was ein Leben lebenswert macht.

    Glaub mir, ich habe in meiner bisherigen Laufbahn im Studium damals SO derbe interessante und bunte, vielschichtige Lebensläufe zu sehen bekommen, das war der Wahnsinn!! Was die alles für Abschlüsse hatten, Doktortitel, Professor, Ehren-Prof und haste nicht gesehen – irre!! Respekt, meine ehrliche Hochachtung!!
    Weißt du, wieviele von den ungezählten Leuten verheiratet waren und Kinder hatten?! Vielleicht 1% davon!! Darunter keine einzige Frau, sondern nur einige wenige Männer.
    Das ist der Preis für eine sehr, sehr steile, sehr, sehr bewundernswerte Karriere im wissenschaftlichen Bereich.

    Und sollte dich die Psychologie weiterhin nicht loslassen – schieb es nach hinten, wenn du wieder den Kopf dafür hast. Das rennt dir nicht weg.
    Spatz in der Hand, Taube auf dem Dach 😉
    Was du hast, hast du erstmal.
    Ja, Plattitüden, ich weiß. Aber sie stimmen nunmal 😉

    Du hast es schon so weit gebracht, dein Leben zu ordnen, in den Griff zu bekommen.
    Der Berufseinstieg ist jetzt der nächste Schritt.
    Das Studium wäre der übernächste.

    Mensch, Mädel – überleg dir mal, wie genial 1000 Euro monatlich sind!!
    Und wenn du mit drei Stunden Arbeit, was wirklich nicht zu viel ist, dann noch deinen Alltag integriert bekommst – da hast du ja jetzt schon Routine drin – dann wirst du auch irgendwann merken, dass du am Tag noch reichlich Stunden zur Verfügung hast, an denen du lernen kannst, ausgehen, Freunde treffen und und und.
    Du kriegst das hin.

    So. Mund abwischen, Tränchen wegschnäuzen und weiter gehts – du schaffst das!!

    Lieben Gruß,
    Conny

    • 100. Nicht 1000. Wo auch immer du die 3. Null her hast. 🙂 Dachte jetzt erst ich hätte mich vertippt. Aber da steht eindeutig 100€ 😀

      Es klang nicht so, dass es anders möglich ist. Zwar bedauernd, aber „sie müssten 5 Tage arbeiten“… Und auch wenn das starrsinnig klingen mag. Nein. Ich lasse vom Studium nicht ab. Und doch, es rennt mir weg. Ich werde nicht jünger. Bin aber auch grad müßig das erneut zu diskutieren. Ist ja leider nicht das 1. Mal. Und vom 1€-Job zu nem festen Job ist es ja auch noch ein weites Stück. Niemand sagt, dass ich von da aus normal arbeiten werde. 😉

      Aber ja.. auch 100€ mehr im Monat (die ich quasi zum verprassen hätte, weil ich ja so ganz okay auskomme) sind schon sehr gut.. *g*

  3. …und wenn Du über \”die anderen\” sinnierst: Irgendwas haben die meisten, das sie nicht oder nur schlecht auf die Reihe kriegen. 5 Tage Arbeit hab ich lange und immer wieder versucht – am Ende war ich halt oft krank. Hat nicht geklappt, bin ich nicht der Typ für. Ich arbeite jetzt auch nur 3 Tage, manchmal auch 4, eher aber auch mal 2. Gut, dann auch lange, das gebe ich zu – aber weit entfernt von \”den anderen\”, die 40, 60, 70 Stunden runterreißen.
    Auf der anderen Seite gucken die mich neidisch an, wenn ich sage, ich schreibe viel. Oder dass meine Beziehung so gut läuft.
    Es ist nicht so, dass da draußen lauter Leute rumrennen, bei denen alles im Reinen ist. Bei vielen ist es der eine Aspekt Arbeit, bei vielen ist selbst da viel Schauspielerei dabei. Da nicht dazuzugehören ist meiner Meinung nach nicht schlimm. Kopf hoch und vielleicht lässt sich sogar bei diesem Angebot noch was machen!

    • Die Prominenz ist da. Sry… das konnte ich mir nicht verkneifen. *g*

      Ob ich für 5 Tage Arbeit nicht gemacht bin kann ich ja nicht mal sagen. Denn gesund versuchen konnte ich es ja nie. Möglicherweise werde ich feststellen, dass ich eine Büromühle total schön finde und es das ist was mir im Leben gefehlt hat. Tendenziell würde ich allerdings gerade eher sagen, dass ich auch lieber nur 3 Tage arbeite. Und ganz eigentlich wollte ich ja auch viel lieber nen Bestseller schreiben… *seufz* Und eigentlich sind 3 Stunden ja auch nicht wirklich viel… Möglicherweise wird ja trotzdem alles super. Reich werde ich damit jedenfalls schon mal. 😉

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