Eigentlich.

Eigentlich wollte ich heute über den 4. Tag berichten. Denn ich dachte es wäre vllt. ganz schön die erste Arbeitswoche mal detailliert festzuhalten. Aber jetzt gerade ist das irgendwie … unwichtig. Ich werde morgen früh aufstehen, wieder hingehen und den dann 3. Tag richtig arbeiten. Schön.

Und mir war klar, dass ich die Woche angespannt sein werde. Und dass ich es irgendwann nicht mehr bin. Gut zugegeben, so schnell hätte ich nicht damit gerechnet, dass es okay ist zur Arbeit zu gehen. Aber so ist das nun mal. Dummerweise folgt auf Anspannung die Entladung. In meinen Fall sind das Tränen. Die kommen, die wollen raus. Die finden ihren Weg. Auch das ist völlig okay. Denn irgendwann kennt man diesen Ablauf. Angst – Anspannung – Erleichterung – Normalzustand (Gefühl) / Restspannung (Körper) – Entladung – Heulerei. Das ist so. Das ist auch okay. Meistens kann ich bei dieser Heulerei dann schon fast gleichzeitig lachen. Weil es körperlich ist. Weil es einfach eine Art überschüssige Energie ist die da raus will. Und danach ist alles wieder gut. 

Und heute merke ich diese Restspannung schon den ganzen Tag sehr deutlich. Und es nervt mich ein wenig. Denn diesmal bin ich auch irgendwie… emotional. Und emotional ist scheiße. Vllt. liegt es daran, dass das Thema Depression gerade so überaus präsent ist. Und das ist okay. Denn ich finde dieser Mensch soll nicht umsonst gestorben sein. Auch der andere, der zu spät gefunden wurde und den ich hier noch gar nicht erwähnt habe. Sie sollen nicht umsonst gestorben sein. Und das Thema soll auch nicht wieder einfach so verschwinden. Aber es hat auch ein wenig was von einer grauen Wolke die zaghaft über einem schwebt. Denn auch wenn es mir gerade sehr gut geht und ich auch auf der Arbeit so im Vergleich wohl wirklich ziemlich ausgeglichen bin, dann kann ich es nun mal nicht abstreiten. Ich bin nicht geheilt.  Es kann wieder passieren. Und mit wachsenden Anforderungen steigt die Gefahr nun mal. Also schwebt diese Wolke da zaghaft und vermischt sich mit der restlichen Anspannung. Und dann sieht man beim Streifzug übers Schmierblatt des Jahrhunderts, dass da jemand bei Enke am Grab war. Und ich lese und ich klicke ein wenig durch die Bilder… und heule los. Nicht nur körperlich. Nein auch emotional. Wegen einem mir völlig fremden Menschen. Den ich gerade das 1. Mal in einem Interview habe reden hören. Seinem letzten Interview. Und dann ist lange alles ruhig… aber jetzt wo ich über diesen Moment schreibe heule ich wieder.  Und ich bin ihm dankbar. Denn er ist nicht umsonst gestorben. Neben mir weiß ich von mindestens einer anderen Person, dass sein Tod die Wende war. Dass es der Schritt war der uns offener gemacht hat. Gut, in unterschiedlichen Abstufungen, aber beide auf ihre Art offener. Und ja… vllt. ist der richtige Zeitpunkt um erneut zu verlinken.

Robert Enke – Teil 1

Robert Enke – Teil 2

Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben

Und eigentlich wollte ich darauf gar nicht hinaus. Ja. Auf meinen emotionalen Anfall. Aber nicht unbedingt auf Enke. Egal. Passiert. Fehlt nur die Überleitung zum eigentlichen Thema… ^^

Ich erinnere mich daran wie schlecht es mir damals gegangen ist. Nein, eigentlich erinnere ich mich nicht. Habe dafür keine Bilder, denn mir fehlen ein paar Wochen komplett. Aber ich kann es mir in etwa vorstellen wie es gewesen sein muss. Und ich sehe mich jetzt und ich bin schon ein klein wenig stolz. Wirklich. Aber diese Freude teilt keiner mit mir.

Also doch schon, aber diese eine bestimmte Lücke wird gerade halt mal wieder überdeutlich. Und ja du versuchst sie zu füllen und es ist okay so wie es gerade mit uns ist. Und du hilfst mir. Du bist da. Du interessierst dich. Aber du füllst sie nur ein wenig  aus. Nicht vollständig. Und vermutlich wirst du das auch nie. Kannst du gar nicht.  Will ich vllt. auch gar nicht.  Aber jetzt in diesem Moment hätte ich sie gerne ausgefüllt. Und jemanden hier der mich umarmt, mir den Kopf tätschelt und sagt: „Schau mal wie weit du gekommen bist. Und alles was jetzt folgt werden wir zusammen meistern.“ Und wenn du jetzt hier wärst, dann könnte ich mir vllt. zumindest kurz vorgaukeln, dass du derjenige sein könntest.

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