2. Arbeitswoche…

…oder: Ernüchterung

Nun sind wir schon in der 3. Woche und ich kann natürlich nicht abstreiten, dass die Zeit einfach rast. Das sieht man auch daran, dass hier vorläufig eingetroffen ist was ich befürchtet habe. Ein Schlachtfeld. Zwar habe ich vorhin einen Rappel bekommen und ein wenig aufgeräumt und weiß zumindest wieder wie mein Fußboden aussieht, aber nun ja. So war das nicht geplant.. :/

Aber  wir wollen ja über die Arbeit reden.

Am Montag tauchte da ein bekanntes Gesicht auf. Ehemalige Klapsen-Bekanntschaft, wobei ich gestehen muss, dass ich relativ wenig Erinnerungen an ihn habe. War „nur“ die Station im gleichen Haus, danach eine Party, gemeinsame Facebook-Bekannte. Nun ja. Wollte ihn jetzt Mr. P. nennen und dann fiel mir ein, dass Meister Petz auch nicht schlecht wäre. Ich hoffe er verzeiht, denn er liest hier offensichtlich mit 😀 

Dass er hier mit liest ist prinzipiell auch okay, ein wenig hemmt es allerdings trotzdem. Allerdings meinte er ich dürfte trotzdem lästern. 😉

Meister Petz war also ab Montag da und die Lautstärke während der Pause stieg. Ja, wir haben Spaß  und wir mögen uns weitestgehend auch. Glaube ich. Ich kann mich über meine Kollegen nicht wirklich beschweren  und vorausschauend einfühlsam sind sie auch. Beispielsweise bekomme ich fast schon selbstverständlich den Platz mit der Wand im Rücken angeboten. Hach. 🙂

Seit Mittwoch ist die Frauenriege gewachsen. Wir sind jetzt zu dritt. Und die neue Kollegin, für die mir gerade kein passender Name einfällt, fühlte sich von mir auch direkt mal auf den Schlips getreten. Von meiner Art und meinen Sprüchen fühlte sie sich direkt angegriffen, fraß das zwei Tage in sich rein und erst am Freitagmittag kam es durch die Katzenfrau zur Aussprache. Warum genau sie MEINE Sprüche als Angriff wertet, während die Männer genau die selben Aussagen nahezu gleichzeitig „ungestraft“ machen konnten bleibt mir ein Rätsel. Ich hoffe jedenfalls, dass ich ihr versichern konnte, dass ich sie nicht angreifen will. Denn auch sie ist schon voll in Ordnung so wie sie ist. Echt jetzt. Gut, sie hat den Schreibtisch in meinem Rücken, aber das Gefühl versuche ich weitestgehend auszublenden. 

Meiner neuen besten Freundin, der Chefin quasi, bin ich mittlerweile auch noch mal begegnet. Habe sie höflich gegrüßt während ich mir gedanklich schmerzhafte Foltermethoden ausdachte. Sie scheint für ihre sensible Art allerdings bekannt zu sein. Gut… ich gestehe. Ich bin ihr die meiste Zeit ausgewichen. Gegrüßt habe ich sie erst, als ich die Begegnung nur durch spontane Teleportation hätte verhindern können.  Meister Petz und RIK sind halt auch nicht endlos groß und breit und immer hinter ihnen verstecken geht nun nicht. 

Und wie läuft die eigentliche Arbeit so? 

Nun ja… Die Aufgabe mir das Gefühl zu geben, dass ich etwas sinnvolles tue hat man mir schon mal genommen. Mein erster Artikel ist fertig und ich werde ihn euch sicher irgendwann mal präsentieren. Spätestens, wenn er auseinander genommen werden sollte, weil er zu viele überflüssige Sätze enthält. -.- Die „Teamsitzung“ am Mittwoch, bei der wichtige Themen besprochen werden sollten war ernüchternd.  Abgesehen davon, dass Anleiterlein  seine Wortwahl nicht unter Kontrolle hatte und sich später entschuldigen musste (hat er aber immerhin getan!) war auch einfach das was man als unsere Aufgabe betrachtet eher… traurig. 

Wir sollen Artikel schreiben die jeder Vollpfosten lesen kann und will. Er nannte es „Schwächere Klienten“. Mir geht diese Unterscheidung und Dummhaltung mal voll gegen den Strich. Dass wir nicht über Quantenphysik schreiben ist ja wohl klar, aber die Aussage, dass „weniger immer mehr ist“ und Informationen über Kino und Bücher niemanden interessieren geht mir schon sehr gegen den Strich! Die „Schwächeren“ würden sich nur dafür interessieren wo man billige Kleidung herbekommt und was man beim Amt so darf oder nicht darf. Der Rest wäre egal. Nun ja. Wir waren glaub ich zu zehnt in dieser „Sitzung“ und jedem einzelnen davon traue ich zu, dass sein Horizont größer ist.  Ich bin pissig, echt. Auch von der Aussage, dass man eigene Ideen einbringen soll (Irgendwann im ersten oder zweiten Vorstellungsgespräch) merke ich nichts mehr. Alles wird abgeschmettert. Die Auflage der Zeitung bleibt bei 5. Nicht über das Haus hinaus. Dabei gäbe es Möglichkeiten die z.B. in der Stadtbibliothek auszulegen. Ein anderer Arbeitgeber für uns Psychos hat eine solche Zeitung am laufen. Wohl recht gut wie Meister Petz zu erzählen wusste. 

Auch die Website an der wir jetzt zwar arbeiten sollen, die Anleiterlein aber wohl insgeheim als pure Arbeitsbeschaffungsmaßnahme betrachtet, wird nicht die Wellen schlagen dürfen, die sie wohl könnte. Wir haben alles da. Nen fähigen Programmierer, nen Fotografen,  mich für die Texte und wer auch immer sich da noch einbringen möchte. Aber im Grunde genommen wird es nicht mal eine Verlinkung auf der offiziellen Seite geben.  Anleiterlein hat keinen Einfluss nach oben, macht da auch keinen Druck und hat wohl schon resigniert. 

Die Revolution ist vorerst im Keim erstickt. Und ich finde meine Arbeit schon jetzt nicht mehr sonderlich sinnvoll. Werde Woche 3 wohl mal damit verbringen herauszufinden was ich mir aus der Zeit heraus ziehen kann.

Abgesehen vom Geld. Wo ich immerhin die Meldung bekam, dass ich die ersten beiden Tage an denen nur Papierkram gemacht wurde, auch einfach als Arbeitszeit auflisten soll.  Immerhin.

Ich korrigiere die 1. Woche damit auf 18,75€ und füge noch 16,25€ von der 2. – unvollständigen – Woche hinzu.  35€.  ^^

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