Arbeit – Mal kurz dazwischen geworfen.

Gerade eben ist einer der Kollegen, der nach vorne immer nett grinst, mit den Worten, dass ihn „das Liebesgeflüster von RIK und mir auf den Sack geht“ aus dem Büro geflohen und nach nebenan gezogen. Unmittelbar davor gab es einen Vortrag vom Anleiterlein, dass wir doch nicht mit halb vollen Kaffeetassen durch den Flur zu gehen haben. (Um die Tassen in den Spint zu stellen, weil man sie uns nicht austrinken lässt wohlgemerkt…) Wenn wir hier um 9 Uhr auftauchen sind sämtliche Bürotüren noch zu. Setzen wir uns dann hin und trinken einen Kaffee gibt es dafür Anschiss. Erwartet wird: Vor der Bürotür stehen bleiben und drauf warten, dass man sie uns öffnet. Unabhängig davon wie lange das im Endeffekt dauert.

Wir haben eine Pausenzeit von 5 Minuten pro Stunde. Die wir gesammelt an einem Stück nach der Hälfte der Arbeitszeit zu nehmen haben. Wenn wir Pause haben ist der Kaffee meistens leer, muss also noch gekocht werden. Tun wir das und wollen wir ihn danach auch noch trinken so überziehen wir um vllt. 2 oder 3 Minuten. Mal kurz aufstehen und 2 Minuten für das Anstellen der Maschine verwenden ist auch nicht erlaubt. Fällt unter das „Sie machen Pause wann sie wollen.“ Aus diesem Grund müssen „wir noch mal reden“ und „uns noch mal zusammensetzen“.

Grob gefasst könnte ich das so sehen wie Anleiterlein. Wir haben zur Arbeitszeit hier zu sein, zu Arbeiten, Pause zu machen wann wir Pause machen dürfen. Uns an Regeln halten. Wie man halt arbeitet, nicht wahr? Aber an dem Punkt wo bei einem Arbeitsauftrag gesagt wird „Das eilt nicht…“ – „Wäre aber doch schön, wenn wir das bis zur nächsten Ausgabe gemacht haben“ – „Muss aber nicht. Denken Sie dran sie haben Zeit. Kein Druck. Alles ganz ruhig.“ Und dann im Gegenzug bei der Pause so überhart durchgegriffen wird, da setzt es bei mir aus. Mir fallen spontan 4 Personen ein die ihre Arbeit hier schnell und effizient erledigen. Und eben nicht 4 Wochen dafür brauchen. Obwohl sie es brauchen dürften. 3 Minuten Pause überziehen ist dann aber nicht drin. Unabhängig davon ob man vorher gut gearbeitet hat. Oder ob man überhaupt einen Arbeitsauftrag hat. Würde ich mir nicht die Artikel aus den Rippen leiern ohne zu wissen, ob man sie überhaupt benutzen wird, so hätte ich praktisch nichts zu tun. Würde hier sitzen, den Monitor anstarren, oder eben Blogartikel vorschreiben. Ich könnte Browsergames spielen. Facebook öffnen. Es würde niemanden auffallen. Aber meinen Kaffee austrinken darf ich nicht. Völlig unabhängig davon ob ich Arbeit abliefere oder nicht.

An den Spind gehen und was trinken ist übrigens erlaubt. Aber natürlich keinen Kaffee. Den hätte man ja vorher über den Flur tragen müssen. 😉

Advertisements

12 thoughts on “Arbeit – Mal kurz dazwischen geworfen.

  1. Das klingt ja total schräg! Ist das vielleicht ein Problem mit der Aussenwirkung? Also intern ist alles locker und flockig so lange die von aussen – also von anderen Abteilungen (oder gibt’s da Publikumsverkehr im Haus?) – denken, es wird hart gearbeitet und mit Kaffee auf dem Flur gesehen zu werden, würde das Bild stören?

    • Es ist wohl alles „von oben“ geregelt und Anleiterlein hat wenig Möglichkeit. Er leitet nur weiter was von oben kommt. Auch dass wir am 2. November verpflichtend URLAUB nehmen müssen, weil der oberste Chef den Laden zu machen will.. kommt von oben. Auch Anleiterlein muss Urlaub nehmen, obwohl er nicht will.

  2. So stelle ich mir auch Arbeit in Behindertenwerkstätten vor.

    Ich wollte eh noch schreiben: wenn die Deine Arbeit eigentlich gar nicht wollen, warum mußt Du Dir das dann antun?

    • Weil das Amt meinte ich sollte es mal versuchen. Also generell was tun. Im kreativen Bereich hätte ich vermutlich mehr zu tun, aber das ist ja auch Kram den ich nicht machen will. Generell ist das Artikel schreiben und Zeitung managen ja auch total in Ordnung… nur die Leserzahl ist ja bisher eher… mies.

  3. Thermoskanne mit Kaffee im Spind? Die könntest du in der Tasche ungesehen mit in den Spind stellen. Dann hast du das Kaffeegeld auch noch gespart.

    Zur Arbeit ohne Arbeit und das stumpfe rumstehen bis Euch geöffnet wird sag ich lieber nichts.

    • Ja, das habe ich jetzt in der Tat auch getan. Wobei halt „nur“ nen Coffee-To-Go Becher… Im Moment haben wir eine Vertretung im Haus die morgens meistens schon früher da ist und tatsächlich für uns Kaffee kocht. 🙂

      • Mann macht gerade eine Maßnahme mit und die dürfen auch keinen Kaffee über den Flur tragen der glatten Fliesen wegen. Wenn er fertig ist und alle in der Pause dann muß er warten bis die Türe wieder offen ist bevor er gehen kann.

        Sonnige Grüße

  4. Das ist mehr als schräg… Und dämlich. Eigentlich sollte doch auch Eigeninitiative gefördert werden und auch Kaffeemaschinemanagen gehört zu einem normalen Arbeitsalltag oO

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s