Arbeit. vs.Kleiner Trost.

Der erste von 6 Monaten ist herum. Das 1. Gehalt auf dem Konto. Seit heute. Und es ist ein kleiner Trost. Soll mir das doch immerhin meinen Urlaub ermöglichen. Es sieht auch gut aus auf dem Konto, wenn da „Lohn“ steht. Wirklich.

Es fühlt sich im Moment allerdings eher wie Schmerzensgeld an. Und es fällt mir schwer im aktuellen Zustand wirklich objektiv die letzten Wochen zusammenzufassen. Bei Twitter konnte man das ein oder andere verfolgen. Aber das jetzt heraus zu suchen ist auch nicht so mein Fall. 😉

In den letzten Wochen folgte auf die Ernüchterung, dass die Arbeit sinnlos ist ein kleiner Hoffnungsschimmer. Es kam ein wenig Struktur in die Zeitung, es machte Spaß. Irgendwann habe ich nachgefragt, ob man die Zeitung nicht auch online stellen kann. Es gab das okay, wenn die Teilnehmer-Homepage fertig sein würde. Das hat noch ein wenig motiviert. Auf den 1. Artikel folgte ein 2. über die Tibeter. Pünktlich zum letzten Freitag war er fertig. Aber sonst irgendwie alles eher unstrukturiert. Also nahm ich das ein wenig in die Hand und fragte hier nach und da. Scheuchte ein wenig, organisierte ein wenig. Immer mit dem Hintergedanken, dass es vllt. arrogant wirken könnte. Ich wollte dass es gut wird. Ich wollte dass es wirklich gut wird. Dass es meinen Ansprüchen genügt und dass es gut aussieht. Dass es interessant ist. Und vermutlich hab ich mir mehr Stress gemacht als nötig. Aber hey… ich habe keinerlei Interesse daran Arbeit unter meinem Niveau abzugeben. Echt nicht. Und das wird man mir auch nicht ohne weiteres eintrichtern können. 

Ab Montag wurde es dann stressig. Die Stimmung war allgemein sehr mies. Und ich wollte wie gesagt diese Zeitung endlich fertig bekommen. Teilweise hatte ich das Gefühl als wäre ich die einzige, die das wirklich wollte. Was meine Stimmung nicht verbesserte. Und dann lief es nicht so wie es sollte. Gimli schoß Spitzen in meine Richtung, dass die Dateien so nicht druckbar sein und früher alles besser gewesen wäre. Natürlich nahm ich mir das an. Denn ich war ja irgendwie die einzige – gefühlt – die sich dahinter geklemmt hat. Und ernsthaft ohne jemanden angreifen zu wollen, ich frage mich wie die Zeitung ausgesehen hätte, wenn ich mich nicht dahinter geklemmt hätte. Sie wurde auch am Dienstag nicht gedruckt. 

Heute habe ich mich dann hingeschleppt, obwohl es mir sehr mies ging. Nur, weil ich dabei sein wollte während sie gedruckt wird. Dann ging wieder alles schief. Und ich weiß nicht ob sie mittlerweile gedruckt wurde. War heute aber auch eh verdammt neben der Spur und habe nichts gescheites gemacht. Ein wenig neuformatiert, damit es druckbar wird und dann gewartet. 

Als es dann endlich gedruckt wurde – glaube ich zumindest, das Ergebnis habe ich nicht mitbekommen – hieß es plötzlich, dass 3 Ausgaben reichen. Statt 5. Unsere Arbeit muss offensichtlich keiner lesen. Das hat meine Laune nicht unbedingt gehoben. Es stellt sich erneut die Frage wie sinnvoll meine Arbeit überhaupt ist. Wofür tue ich das denn?

Während wir da so im vorderen Büro saßen und warteten, dass die Zeit rumging konnten wir ein Gespräch belauschen. Es fand im hinteren Büro statt. Nicht sonderlich heimlich oder versteckt. Ob ihr klar war, dass man sie hören kann weiß ich nicht. Jedenfalls klagte die Frau, die sich von mir auf den Schlips getreten fühlte und für die mir immer noch kein Name einfällt, dem Anleiterlein ihr Leid. Sie käme sich übergangen vor. Hätte Angst sich uns gegenüber zu äußern und ihre Vorschläge würden allesamt abgeschmettert werden. Nun ja, wir lassen unter den Tisch fallen, dass sie ein wunderbares (ernsthaft) Deckblatt gestaltet hat, oder? Sollten wir erwähnen, dass wir einen Vorschlag abgelehnt haben (Rilke-Gedicht), weil uns vorher eingetrichtert wurde, dass wir das Niveau niedrig halten müssen?  Und dass ich, wenn ich das Gefühl hatte, dass sie sich übergangen fühlt noch mal nachgefragt habe, erwähne ich auch nicht, oder? Jedenfalls klagte sie ihr Leid, wir hörten es mit und mir verschlug es die Sprache. Wie unglaublich freundlich sie zu mir ist und sich dann nicht traut mit mir zu reden. Und nein, ich will mir den Schuh nicht anziehen, aber ich tue es trotzdem Es war mit ein Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte. In so einem Klima will ich nicht arbeiten.

Und als Anleiterlein dann noch kommentierte, dass es ja auch nicht Sinn der Sache sei, dass 3 oder 4 Leute die Zeitung an sich reißen!!! würden war es vorbei. Wir haben gefragt wer Interesse hat. Die meisten wollten nicht. Weil sie es als ebenso sinnlos betrachten. Weil sie sich in der Vergangenheit rein gehangen haben und keine Lust haben. Wir haben gefragt. Nach Interesse und nach Ideen und im Endeffekt blieben Meister Petz und ich. Und der Neue, der am Ende alles Korrektur gelesen hat. Denn die Katzenfrau ist die 2. Woche schon krank. Und die Frau für die ich keinen Namen habe, wollte!!! bisher keinen Artikel schreiben. Rik arbeitet an der Website und den aus dem Büro geflüchteten Kollegen muss man dazu prügeln seine Seiten zu aktualisieren. Es wollte niemand. Und jetzt muss ich mir anhören, dass wir die Zeitung an uns gerissen haben. Und das ganze nicht mal direkt. Was ein Schlag ins Gesicht…

Ich bin dann heulend zurück zur Bahn und dabei fast noch überfahren geworden. Grandios.

Und in mir sperrt sich alles da morgen wieder hinzugehen. Ich werde mich krank melden. Ich ertrage das alles gerade nicht mehr. Und heute kam kurzzeitig der Gedanke alles hinzuschmeißen und eben nicht in den Urlaub zu fahren. Und ich freue mich auf meinen Krankenschein nächste Woche. Auch wenn ich immer noch Angst vor dem Anruf morgen habe.

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